Vier Parteien - aber die CDU hat die Mehrheit

Erstmals auf der Seite der „Grünen“ hat es Erwin Fette in den Ortsrat geschafft. (Foto: Renate Tiffe)

Viele neue Gesichter im Ortsrat Wettmar

Sieben Sitze stehen dem Ortsrat Wettmar als zweitgrößtem Ortsteil der Stadt Burgwedel zu. In der zu Ende gehenden Wahlperiode war die CDU mit drei Ortsratsmitgliedern vertreten, die SPD mit zwei und die Wählergemeinschaft ebenfalls mit zwei. Erklärtes Wahlziel der Christdemokraten war, den vierten Platz zurückzuerobern, den sie lange Zeit innehatten. Die Wähler haben ihnen diesmal wieder dazu verholfen.
Er sei froh, „aus eigener Kraft“ wieder zum Ortsbürgermeister gewählt zu werden, sagte Rainer Fredermann (CDU). Offen sei noch, wer Stellvertreter werde. Die konstituierende Sitzung des Ortsrates findet am 10. November statt.
Die neue Konstellation mit drei verschiedenen Gruppen habe ihren eigenen Reiz, meinte Fredermann. Es sei abzuwarten, wie das Zusammenspiel funktioniere. Er sehe es positiv, dass die Themen von vier verschiedenen Standpunkten her ausdiskutiert würden. Sowohl er als auch sein Vorgänger Ernst-Heinrich Köneke hätten im Ortsrat immer versucht, alle Parteien mitzunehmen. Die meisten Entscheidungen seien einstimmig gefallen – selbst in der vergangenen Wahlperiode. Als Ergebnis müsse immer ein Konsenz möglich sein, auch wenn der Begriff in Burgwedel zuletzt in Verruf gebracht wurde.
Fredermann wird es darüber hinaus mit lauter neuen Ortsratsmitgliedern zu tun haben. Die WWB, bei dieser Wahl schwächer geworden, wird durch Dr. Friedrich Wolff vertreten. Auch Lothar Urban gehörte nicht dem letzten Ortsrat – wohl aber dem Stadtrat – an. Nach dem Abtreten der alten Garde ist er so etwas wie ein Urgestein unter den Sozialdemokraten, einer, der sich auch sonst überall im Dorf einsetzt.
Erstmals auf der Seite der „Grünen“ hat es Erwin Fette in den Ortsrat geschafft, nicht jedoch Christian Lindemann, der dem letzten Ortsrat angehörte und durch viel Engagement auffiel. Er hatte als Parteiloser auf der Liste der Grünen kandidiert. Fette hatte bis vor kurzem der SPD angehört, fühlte sich aber mehr zur Politik der Ökopartei hingezogen. Er will sich vor allem – soweit dies im Ortsrat möglich ist – für Umwelt- und Energiebelange einsetzen. Bürgersolaranlagen könnte es seiner Meinung nach mehr in Wettmar geben. Wichtig ist ihm auch, dass schützenswerte Bäume im Dorf erhalten bleiben (Burgwedel hat keine Baumschutzsatzung). Als Grüner sei er auch für mehr Bürgerbeteiligung im Ortsrat, betonte er.
Da liegt er auf einer Linie mit den Christdemokraten. Deren Parteivorsitzender Michael Kranz, ebenfalls neu im Ortsrat, hat sich genauso für mehr Transparenz ausgesprochen. Die CDU möchte darüber hinaus die politische Mitarbeit durch regelmäßige Bürgerstammtische fördern, so wie dies in der Vorwahlzeit begonnen wurde.
Die Entwicklung des Dorfes weiter im Auge zu behalten wird auch Aufgabe dieses Ortsrates sein. Nach wie vor fehlt es an einem passenden, d.h. ebenerdigen Versammlungsort. Alle Überlegungen der Vergangenheit führten zu nichts. Die Stadt allein könne dafür nicht aufkommen, erläuterte Fredermann. Möglicherweise werde sich ein Investor finden. Vorerst müsse mit den vorhandenen Räumlichkeiten, u. a. auch der Heimatdiele am Kösterweg, vorlieb genommen werden. Um das Ortsbild zu erhalten, solle die Hinterbebauung gefördert werden, mit Bedacht und ohne unzumutbar hohe Gebäude. Ein Thema, das in Wettmar bisher noch nicht laut geworden ist: das schnelle Internet ist nicht für den ganzen Ort verfügbar. Auch daran muss gearbeitet werden.