Viele Ehrungen beim Kommers von „Gut Ziel“ Wettmar: Ehrennadel in Gold für Joachim Schluckebier

Madleen Wiek (rechts) ist die neue Stadtkönigin und die erfolgreichste Nachwuchsschützin im Verein. Zu ihrer Ehrung kam Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt nach Wettmar. (Foto: Renate Tiffe)
 
Heiß war es beim Umzug am Sonntag. Schützenchef Joachim Schluckebier hatte „Marscherleichtung“ angeordnet. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Schützenkönig Michael Schüler erhielt seine Königsscheibe mit einem Tag Verspätung

WETTMAR (ti/hhs). Gut gelaunt führten der Schützenvorsitzende von „Gut Ziel“, Joachim Schluckebier, und der stellvertretende Ortsbürgermeister Siegfried Schramke den Schützenumzug an, der etwas verspätet im Zelt auf dem Schützenplatz eintraf. Dort wartete schon die Festgesellschaft, darunter viele Ehrengäste. Nach dem gelungenen Familiennachmittag konnte nun am Freitagabend mit dem Kommers der offizielle Teil des Schützenfestes beginnen.
Es gab viele Ehrungen an diesem Tag. Als erstes konnte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt die neue Stadtjugendkönigin aus Wettmar, Madleen Wiek beglückwünschen, die die Kette von Lisa Speckmann aus Kleinburgwedel erhielt. Bei seiner Begrüßung dankte Hoppenstedt dem Verein für sein Engagement im Ort und die Organisation des Festes. Jeder wisse, wieviel Arbeit damit verbunden ist, sagte er. Hervorzuheben sei in Wettmar die gute Jugendarbeit.
Die Anwesenheit der vielen Kinder und Jugendlichen prägte dann auch den ersten Teil des Abends. Es ging weniger steif und förmlich zu. Sichtlich stolz zeigte sich der Vereinsvorsitzende bei der Proklamation der Könige aus den drei Nachwuchs-Wettbewerben. Bei den Kindern siegte Melissa Schluckebier, bei der Jugendscheibe belegte Madleen Wiek den 1. Platz und Vanessa Bierwirth errang die Juniorenkette. „Lauft nicht weg, Mädels“, rief der Vorsitzende ihnen zu, „es gibt noch den Königstanz“.
Siegfried Schramke ehrte den neuen Volkskönig Helmut Mallock und die Festgesellschaft erhob sich zu einem dreifachen „Gut Ziel“ für die neue Schützenkönigin Gisela Wimmer. Meist stehen die Schützenkönige am Ende der Ehrungen. Sie waren an diesem Abend schwach vertreten. Nur der Zweite des Wettbewerbs, Silvio Potratz, war anwesend.
Neben der Glücksscheibe waren auch eine Reihe von Pokalen ausgeschossen worden, deren Sieger anschließend bekannt gegeben wurden. Vorher hatte sich der Vorsitzende bei Norbert ... mit einem Blumenstrauß bedankt, der 30 Jahre beim Wettmarer Schützenfest vertreten ist. Schon 15 Jahre besteht die Zusammenarbeit mit dem Festwirt Jörg Ahrend.
Die größte Ehrung wurde an diesem Abend Joachim Schluckebier selbst zuteil. Der Kreisvorsitzende Werner Bösche heftete ihm die goldene Ehrennadel des Niedersächsischen Schützenbundes ans Revers - was selbst ihm vor Überraschung fast die Sprache verschlug. Zum Königstanz spielten die „Sunny-Boys“ auf, die die Tänzer noch bis in die Nacht hinein in Schwung hielten. Zwischendurch gab es wieder ein Feuerwerk zu bewundern
Der Samstag steht in Wettmar wie überall im Kreisschützenverband ganz im Zeichen des Scheibenaustragens. In diesem Jahr fiel dieser Umzug kürzer aus als in den Vorjahren: Madleen Wiek, die allein drei Scheiben errungen hatte, wohnt in Großburgwedel. Also wurden ihre Scheiben kurzerhand am Schützenhaus von Gut Ziel Wettmar deponiert. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt „umgesiedelt“ werden. Sonst verlief alles so, wie es die alten Schützentraditionen verlangen: Scheibe zum Haus des Würdenträgers bringen, mit Musik und befreundeten Vereinen, dann Scheibe annageln, ein dreifaches „Gut Schuss“, der Ehrentanz und schließlich der außerprotokollarische Teil, der in den meisten Fällen mit dem Kommando „an die Theke wegtreten“ beginnt.
In diesem Jahr hatte sich hoher Besuch aus der Landeshauptstadt angemeldet: Zum ersten Mal überhaupt kam der Leiter des Hannoverschen Schützenfestes Jürgen Wolf nach Wettmar. In seinem Tross befanden sich vier Bruchmeister. Diese hohe Ehre wurden den Grünröcken von „Gut Ziel“ zuteil, weil die Landeskönigin Silke Bäßmann und die Landesverbandskönigin Sandra Wussow und die Kreiskönigin Daniela Schluckebier aus Wettmar kommen. Alle marschierten zackig mit. Wieder auf dem Festplatz angekommen, feierten die Schützen ausgiebig. Von besonderen Vorkommnissen wollte am nächsten Morgen niemand reden. Auch die Polizei nicht, dort hieß es lapidar, man habe einige Platzverweise gegen alkoholisierte Jugendliche ausgesprochen.
Schützenkönig Michael Schüler war am Samstag nicht anwesend, hatte sein Kommen aber für den Ausmarsch am Sonntag zugesagt. Da sollte auch er seine Scheibe nach Hause gebracht bekommen. Bis zum letzten Drücker warteten seine Vereinskameraden auf ihn. Ein Stau auf der A7 zwischen Walsrode und Hannover ließ die Majestät in der sommerlichen Hitze schmoren. Um kurz vor 15.00 Uhr traf Schüler endlich auf dem Festplatz ein, etwas durchgeschwitzt aber sonst guten Mutes, und schnell nahm der Umzug seinen Lauf, und auch diese Königsscheibe wurde der Tradition entsprechend an den Giebel genagelt.