Viel Applaus für „Sonni“

Bürgermeister Axel Düker (r.) überreichte als Dank für die besonderen Verdienste ein Präsent an Walter Sonnefeld (Mitte, l. Florian Leisenberg). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Volker Kluth (l.), Stellvertretender Leiter des Brandabschnitts V, überreichte das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für 50 Jahre Mitgliedschaft an Ehrenstadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg (r.). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Führungswechsel ab Juli - Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld übergibt den Chefposten an Florian Leisenberg

KLEINBURGWEDEL (bgp). Schon zu Beginn wehte ein Hauch von Abschied durch den Saal, als Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld die Jahreshauptversammlung der Kleinburgwedeler Feuerwehr eröffnete.
„Da dies die letzte Versammlung ist, die ich leite, habe ich mir erlaubt, zusätzliche Gäste zu laden, mit denen ich in den Jahren als Ortsbrandmeister oder Stellvertreter verbunden war“, sagte Sonnefeld und hatte neben einem Feuerwehrteam aus Jocksdorf in Brandenburg auch eines aus dem Hegau am Bodensee zu begrüßen.
In seinem Jahresbericht wurde deutlich, dass die Feuerwehr in Kleinburgwedel keine Nachwuchssorgen hat. Zu Beginn seiner Amtszeit vor 18 Jahren habe er als einzige Aufgabe für die Zukunft die Erhaltung und den Ausbau des Personalbestandes gesehen. „Mit etwas Stolz kann ich sagen, das haben wir geschafft!“, betonte Sonnefeld. 62 Aktive stehen der Kleinburgwedeler Feuerwehr aktuell zur Verfügung.
„Bei der guten Personalsituation und relativ wenigen Einsätzen konnten alle Aktiven bei einem Einsatz mitwirken“, lobte Sonnefeld. Manchmal hätten sich sogar schon Kameraden beschwert, dass sie nicht alarmiert würden, andere hingegen mehrfach. „Das ist nachvollziehbar, aber nicht leicht zu lösen“, sagte der Ortsbrandmeister und bewertete dieses im positiven Sinne als „Luxusproblem“.
Das Ausbildungsniveau der Truppe sei sehr hoch, lobte er bei der Nennung von 18 Teilnehmern, die erfolgreich insgesamt 833 Lehrgangsstunden in 2018 absolviert hatten. 8.055 Stunden leisteten die Mitglieder im Vorjahr für die Freiwillige Feuerwehr.
Die 15 Brandeinsätze waren laut Sonnefeld „zum Glück nur Klein- und Mittelbrände“. Außerdem rückte die Wehr sechs Mal zu technischen Hilfeleistungen aus und absolvierte zwei Brandsicherheitswachen. Dokumentiert werden die Einsätze mittlerweile über das neu eingeführte Feuerwehrverwaltungsprogramm FeuerON, in das sich die Kleinburgwedeler Wehr im Vorjahr bereits eingearbeitet hatte.
Obwohl das Wetter im letzten Sommer sehr trocken gewesen sei, habe es nur einen Vegetationsbrand gegeben, der gemeinsam mit der Wettmarer Wehr soweit in Schach gehalten werden konnte, dass er sich nicht in die Baumkronen ausdehnte. Allerdings habe es Probleme mit der Ortung des Feuers und der Funkverbindung gegeben. Das werde mit der Einführung des Digitalfunks hoffentlich nicht mehr vorkommen, hofft Sonnefeld.
Auch die Ortung der Brände, die in Zukunft sicherlich mit Drohnen unterstützt werde, sei ein Thema, mit dem sich die nächste Generation gerne beschäftigen möge, richtete er sich an die jüngeren Kameraden mit einem verschmitzten Lächeln. Am meisten werde die Arbeit in den nächsten Jahren jedoch vom Bau des Feuerwehrhauses bestimmt werden, das am neuen Standort an der Großburgwedeler Straße errichtet werden soll. Da er der Feuerwehr auch über die Amtszeit hinaus erhalten bleibe, stehe er gerne mit Rat und Tat zur Seite, bot der scheidende Ortsbrandmeister an.
Die Zukunft der Feuerwehrführung wurde mit den Wahlen eines neuen Ortsbrandmeisters gesichert. Am 1. Juli wird Florian Leisenberg das Amt in Kleinburgwedel übernehmen. Er wurde mit großer Mehrheit von der Versammlung gewählt, ebenso wie sein Stellvertreter Jens Saupe, der freudig ausrief: „Wir werden das Ding rocken!“.
Sonnefeld war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis und wünschte sich einen „fließenden Übergang“. Sachlich kommentierte er: „Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören“. Um ihm den Abschied ein wenig zu erleichtern, überreichten Bürgermeister Axel Düker und Stadtbrandmeister Ingo Motl ein Präsent und eine Urkunde zur Anerkennung seiner besonderen „Feuerwehrlebensleistung. „Kleinburgwedel kann stolz auf dich sein“, lobte Düker.
„Danke, dass du 30 Jahre an entscheidenden Stellen mitgewirkt hast“, würdigte Motl sein langjähriges Engagement. Die Feuerwehrmusiker bedankten sich bei Sonnefeld mit einem besonderen Musikstück und der ganze Saal bebte, als die Gäste voller Inbrunst das „Kleinburgwedeler Feuerwehrlied“ schmetterten. Zum Abschluss der Versammlung erhoben sie sich für Sonnefeld, um ihn mit minutenlangen „Standing Ovations“ zu würdigen.
Die zahlreichen Beförderungen und Ehrungen bildeten die positive Zukunft der Feuerwehr ab: Annemarie Bähre wurde zur Feuerwehrfrau ernannt, Julien Erben und Julius Stamkort ebenso wie Joschua Göke, Till Rittstieg und Marco Bracksieg zum Feuerwehrmann. Maximilian Graß und Pascal Bode wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert, Michael Zierau zum Hauptfeuerwehrmann. Die Beförderung zum Löschmeister erhielt Martin Müller.
Über die Beförderung zum Feuerwehrmusiker freuten sich Bjarne Godt und Ben-Robert Rosenhagen, Anke Wöhler-Saupe wurde Hauptfeuerwehrmusikerin. Ehrenstadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg wurde mit dem Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für 50 Jahre Mitgliedschaft und treue Verdienste geehrt, Alfred Kömmler (nicht anwesend) wird zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Hausbesuch für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt.