Verwaltung legt ersten Energiebericht für kommunale Gebäude vor

Ein schwieriges Arbeitsfeld hatte der Ausschuss für Gebäude, Umwelt und Städtebau zu bearbeiten: Der erste Energiebericht der Stadt Burgwedel wird als Grundlage weiterer Planungen angesehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Sanierungsmaßnahmen an Schulen und Kindergärten greifen

BURGWEDEL (hhs). Die Stadtverwaltung hat in der vergangenen Woche dem Ausschuss für Gebäude, Umwelt und Städtebau den ersten Energiebericht für kommunale Gebäude in Burgwedel vorgelegt.
In dem 39 Seiten starken Werk sind nicht sämtliche kommunale Gebäude erfasst, aber alle Grundschulen in den Ortsteilen einschließlich Schulzentrum und Gymnasium sowie die Kindergärten für den Zeitraum von 2006 bis 2010. Dieser Energiebericht ist Teil der Beschlussfassung des Klimaschutz Aktionsprogramms (KAP) und wurde mit dem Ziel erarbeitet, konkrete Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemission und des Energieverbrauchs zu erhalten.
Der jetzt vorliegende Bericht dokumentiert zum ersten Mal den Verbrauch der wichtigsten kommunalen Liegenschaften und stellt die Entwicklung des Verbrauchs von Strom und Wärme und somit den damit verbundenen CO2 Ausstoß der vergangenen vier Jahre dar. Künftig erscheint er jährlich und er wird schrittweise um andere Liegenschaften erweitert. Politik und Veraltung halten ihn für die unverzichtbare Grundlage weiterer Maßnahmen zur Energieeinsparung.
Die Stadt Burgwedel erfasst seit 2006 regelmäßig die Verbrauchsdaten der einzelnen Liegenschaften, sie bezieht sämtlichen Strom von E.ON und die Wärmeversorgung erfolgt über Erdgas der Stadtwerke Oldenburg, Nahwärmebezug über E.ON und zu einem geringen Teil über Erdöl und Flüssiggas jeweils wechselnder Lieferanten.
In den vergangenen Jahren sind in Burgwedel im Rahmen des Konjunkturpakets II folgende Maßnahmen unter dem Förderschwerpunkt Infrastruktur für Schulen durchgeführt worden: Einzelraumregelung an den Grundschulen, Einbindung der Heizungssteuerung daran, Wärmedämmverbundsystem für die Sporthalle Kleinburgwedel, Erneuerung der Heizungsanlagen in den Feuerwehrhäusern Engensen, Großburgwedel, Wettmar und Kleinburgwedel. Erneuerung der Heizung in der Sporthalle Wettmar. teilweiser Austausch von Fenstern im Gymnasium durch den Einbau von 3-fach Wärmeverglasung.
Der jetzt vorgelegte Bericht belegt, dass alle Maßnahmen voll gegriffen haben und man dem Ziel, 40% CO2-Einsparung bis 2020 ein gutes Stück näher gekommen ist. Im Bereich der Wärmeversorgung an den Schulen ist der CO2 Ausstoß von 2006 bis 20087 von etwa 1.050 Tonnen auf unter 800 Tonnen gesunken. Dann sorgte der starke Winter für einen leichten Anstieg auf über 800 Tonnen.
Strom sparen scheint in Deutschland ein schwierige Unterfangen zu sein: In den vergangenen 20 Jahren stieg der Stromverbrauch im Land um 9% jährlich. In dieser Beziehung formuliert die Burgwedeler Gebäudewirtschaft bescheidenere Ziele: Man will durch Gebäudesanierungen und Optimierungen der elektrischen Anlagen versuchen, den Energieverbrauch zu halten oder nur minimal anwachsen zu lassen. In Bezug auf den Stromverbrauch an den Schulen zeigt der Energiebericht deutlich, dass der Gesamtverbrauch an allen Schulen in etwa auf dem gleichen Niveau gehalten werden konnte wie im Jahr 2006. Er weist aber auch Gymnasium und Schulzentrum als größte Verbraucher aus.
Interessant sind allerdings die Veränderungen des Stromverbrauchs in der Burgwedeler Schullandschaft: Gymnasium und Schulzentrum haben deutliche Steigerungsraten, während die Schulen, bei denen die Sanierung der elektrischen Anlagen schon stattgefunden hat, Verbrauchsrückgänge zeigen. Der CO2 (Stromverbrauch) war in 2006/07 auf etwa 315 Tonnen Jährlich gesunken, stieg in 2008/09 aber auf 370 Tonnen an.
Der Bericht weist als Ursache dafür den Anstieg des Stromverbrauchs in Schulzentrum und Gymnasium als größte Einzelverbraucher aus. Der Gesamtausstoß CO2 an Schulen und Kindergärten (Wärme + Strom) ist von 2006 bis 2010 um etwa 17% gesunken. Der Rückgang wird hauptsächlich auf die Einsparung bei der Heizenergie zurück geführt.