Vertrag für Gartenhofquartier unterzeichnet

Bürgermeister Axel Düker (l.) und Antonio Sacculo unterzeichnen den Vertrag. Am Pöttcherteich soll ein Gartenhofquartier mit 55 Wohneinheiten entstehen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 

Stadt Burgwedel und Sacculo Massivhaus sorgen am Pöttcherteich für Wohnraum

GROSSBURGWEDEL (bgp). Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages für ein rund 6.000 Quadratmeter großes städtisches Grundstück wollen die Stadt Burgwedel und Investor Antonio Sacculo den Geschosswohnungsbau voranbringen. 55 Wohneinheiten sollen im Großburgwedeler Neubaugebiet Pöttcherteich entstehen. Die Abstimmung und Vertragsgestaltung bis zur Unterschriftsreife nahmen rund zwei Jahre in Anspruch.
„Wir wollten klären, was geht oder nicht geht“, sagte Unternehmer Antonio Sacculo bei der Vertragsunterzeichnung und verwies auf den Personenkreis mit Bauamtsleiter Oliver Götze, Architekt Stephan Guder vom Architekturbüro Guder Hoffend und Notar Gregor Schneider, die an dem Projekt beteiligt sind. Sichtlich stolz erklärte Bürgermeister Axel Düker: „Das ist nicht einfach ein Bauprojekt wie jedes andere“. Die Beteiligten hätten sich viele Gedanken gemacht und die Anregungen aus einem Bürgerworkshop mit einfließen lassen. Die Frage „Was ist euch wichtig beim Wohnen?“, habe eine zentrale Rolle gespielt, da es in Burgwedel an Wohnraum für junge Familien, Senioren und Alleinstehende besonders fehle, so Düker. Bei der Suche nach einem Investor sollte ein Unternehmen gefunden werden, dass „unsere Vorstellungen am besten abbildet“.
In dem Projekt sollten alle Bereiche im Mietwohnsektor berücksichtigt werden. Auf Investorenseite sei der Wettbewerbsentwurf bis in eine detaillierte Architekten- und Baukostenplanung geführt worden, mit dem Ziel „einen für alle Seiten auskömmlichen Kaufvertrag zu erreichen“, so Sacculo. Beide Vertragspartner machten deutlich, dass aufgrund der intensiven Vorarbeit keine weiteren Abstimmungen nötig seien, da alle Details geklärt wurden. Der Bauantrag könne umgehend fertig gestellt und bis spätestens zum 31. Mai abgegeben werden, erklärte der Unternehmer. „Damit vermeiden wir, dass das Projekt noch einmal ins Stocken kommt“.
Geplant ist ein Hofquartier mit einem grünen Garten als Zentrum. Fast jede Wohnung bietet eine Sicht auf den Gartenhof, der durch eine Mauer nach außen hin abgeschlossen ist. So sind auch kleinere Kinder beim Spielen in einem geschützten Bereich und können von den Wohnungen aus im Blick behalten werden. Die Planer verzichten bewusst auf private Flächen, um die Wohnungen zueinander stärker in Beziehung zu setzen und nachbarschaftliche Gemeinschaft zu fördern. Diese werde vielerorts vermisst und das Bedürfnis danach wurde in dem Bürger-Workshop häufig geäußert, erklärten die Vertragspartner. Die Gemeinschaft solle nicht nur im Innenhof, sondern auch durch einen großen Mehrzweckraum gefördert werden. Dieser kann für Geburtstagsfeiern, zur Kinderbeaufsichtigung oder als Begegnungsraum für alle genutzt werden.
Die 55 Ein- bis Vier-Zimmer-Mietwohnungen sind 23 bis 119 Quadratmeter groß. Fünf davon sind für Personen mit Wohnberechtigungsschein vorgesehen und werden 7 Euro Miete pro Quadratmeter kosten. 11 Wohnungen sind mit gedeckter Miethöhe ausgewiesen und liegen bei 8,54 Euro pro Quadratmeter. Zehn Wohnungen sind frei vermietbar ohne Preisbindung. Die restlichen 29 Wohnungen sind als Eigentumswohnungen für Selbstnutzer ohne Bindung vorgesehen. Das Belegungsrecht für die B-Schein-Wohnungen und der Wohnungen mit begrenzter Miete liegt bei der Stadt Burgwedel. Alle Wohnungen sind barrierefrei und über einen Aufzug erreichbar, fünf Einheiten sind mit behindertengerechter Ausstattung. Laut Christiane Concilio, Leiterin des städtischen Sozialamtes, stehen zurzeit 40 Familien für B-Schein-Wohnungen auf der Warteliste. Mehr als 100 solcher Wohnungen gebe es im Stadtgebiet, doch die reichten bei weitem nicht aus.
Auf dem freien Markt werden zehn Mietwohnungen und die 29 Eigentumswohnungen zur Verfügung stehen. Das Interesse ist groß, denn auf einer eigens für die Bewerbungen eingerichteten E-Mail-Adresse gingen bis zum Stichtag über 130 Anfragen ein. Wenn die Interessenten an ihrer Bewerbung um eine Miet- oder Eigentumswohnung festhielten, seien möglicherweise schon alle Wohneinheiten vergeben, wenn die eigentliche Vermarktung erfolgen solle, sagt Oliver Götze. Antonio Sacculo ist zuversichtlich, dass die Vermarktung „letztlich ganz schnell gehen“ werde. Der Unternehmer bekam bei der Vertragsunterzeichnung bereits einen Aktenordner mit den 130 Bewerbungen überreicht.
Der Baubeginn für die insgesamt acht Mehrfamilienhäuser ohne Keller und Tiefgarage soll spätestens am 1. Juni 2020 erfolgen und das Gartenhofquartier bis Ende 2023 fertig gestellt sein. Die Wohnfläche ist mit etwa 4.240 Quadratmetern angegeben, im Außenbereich rund um das Gartenhofquartier sollen 60 Parkplätze entstehen, die von einem kürzlich gefassten Ratsbeschluss noch nicht betroffen sind. Demnach müssen laut Oliver Götze zukünftig 1,5 Stellplätze pro Wohnung nachgewiesen werden, das sei hier jedoch nicht der Fall.