Versteigerung brachte 1.593 Euro in die Stadtkasse

71 Fahrräder, allesamt Fundsachen, wurden am Donnerstag bei der Fundsachenversteigerung der Stadt Burgwedel versteigert. 69 dieser Räder fanden einen neuen Besitzer, nur zwei werden jetzt verschrottet. (Foto: Hans Hermann Schröder)

69 Fundfahrräder fanden einen neuen Besitzer

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Donnerstag war großer Auflauf nachmittags gegen 15.00 Uhr. Die jährliche Fundsachenversteigerung stand auf dem Programm. Im Mittelpunkt des Interesses standen wie immer die Fahrräder. 71 an der Zahl, vom richtigen alten Drahtesel bis hin zu beinahe neuester Technologie auf zwei Rädern, Mountainbikes, Holland- und Treckingräder und Kinderfahrräder.
Alle hatten die Mitarbeiter des Bauhofs nahe der Rathausterrasse, dem traditionellen Schauplatz der Versteigerung, der Reihe nach nummeriert aufgestellt, oben auf der Terrasse noch ein Tisch mit anderen Fundsachen. „Alles Prullen“, entgegnete ein Mann nach kurzer Kontrolle. Als ihm dann doch noch ein eleganter flacher Koffer ins Auge fiel, öffnete er diesen: Das war ein Transportmittel für Spielgeld, wie man es für eine zünftige Pokerrunde nutzen könnte. Er schloss den Deckel wieder. „Doch kein Werkzeug drin“, sagte er.
Dann kam Fred Tetzlaff, Mitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt Burgwedel. Auf einem Klemmbrett hatte er die Liste mit dem Versteigerungsgut, unter dem Arm einen Hammer. Fred Tetzlaff versteigert seit vielen Jahren die Dinge, die in der Stadt Burgwedel gefunden und im Fundbüro abgegeben worden sind, die aber dort nicht von ihren rechtmäßigen Besitzern abgeholt wurden. „Ein Jahr bleiben sie im Keller liegen, dann kommen sie beim nächsten Versteigerungstermin unter den Hammer“, erläutert Tetzlaff das Procedere während seine Kollegen Marc Stolzenberg und Nils Kniggendorf die letzten Vorbereitungen trafen.
Unterdessen schauten sich die gut einhundert Besucher die Räder an. „Wir fangen jetzt an“, gab Tetzlaff den Startschuss und erklärte: „Die ersteigerten Fundsachen müssen sofort nach dem Hammerschlag bezahlt werden, in bar. Ersteigert wird in vollen Euro-Schritten, wer den Zuschlag durch den Hammerschlag erhält, geht zur Kasse und bezahlt, dann bekommt er eine Quittung, und das ersteigerte Gut ist sofort sein Eigentum.“ Was an diesem Nachmittag nicht versteigert wird, werde unwiederbringlich verschrottet.
Dann ging es Schlag auf Schlag: Das erste Rad brachte 12 Euro, das nächste, ein Damenrad schon 75 Euro, dann ein beinahe nagelneues Puky-Kinderlaufrad für 12 Euro. Tetzlaff, für den diese Versteigerung die letzte seiner Karriere ist, er geht Ende des Monats in die Altersteilzeit, weiß genau, wann er warten oder das Tempo etwas forcieren muss. Ein Fahrrad nach dem anderen ging weg, manche für nur einen Euro.
Viele der Käufer dieser „Billigräder“ kommen nur hierher, um sich auf diese Weise billige Ersatzteile zu besorgen, weiß der Versteigerer. Wenn das günstige Rad nur ein intaktes Rücklicht oder eine Handbremse habe, lohne sich das schon für einen Bastler. Das teuerste Rad erbrachte an diesem Nachmittag 230 Euro, insgesamt nahm die Stadt Burgwedel 1.593 Euro ein. Nur zwei Räder fanden keinen neuen Besitzer. Der Pokerkoffer ging für zwölf Euro an einen neuen Besitzer.