Vernetzung - Beratung - Kooperation

Anja Hansch (l.) ist die neue Wirtschaftsförderin im Rathaus Burgwedel. Sie machte gemeinsam mit Bürgermeister Axel Düker (Mitte) und Max Buckermann (Deutsche Glasfaser) den ersten Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes im Gewerbegebiet Großburgwedel. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Anja Hansch ist neue Wirtschaftsförderin in der Stadt: „Burgwedel hat eine gute Ausgangslage“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Seit Anfang März ist Anja Hansch im Rathaus Burgwedel als neue Wirtschaftsförderin im Einsatz. Die 28-jährige ist Ansprechpartnerin für Unternehmen, die in der Stadt Burgwedel aktiv sind oder sich dort ansiedeln möchten. In den ersten Wochen seit Aufnahme ihrer Tätigkeit hat sie bereits Kontakt zu einigen Unternehmen und den örtlichen Netzwerken der Wirtschaft wie IGK (Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute), WIB (Wirtschaft Initiative Burgwedel) und IWU (Interessengemeinschaft Wettmarer Unternehmen) aufgenommen. „Zunächst möchte ich mir einen Überblick verschaffen und schauen, wie die Unternehmen ausgerichtet sind oder wo es hapert“, erklärt Hansch. Die Unternehmens-Netzwerke in Burgwedel funktionierten offenbar sehr gut: „Das ist ein hohes Niveau, auf dem man anfängt.“
Das Interesse an Wirtschaftsförderung sei schon im Laufe des Studiums und während ihrer Jobs entstanden, so Anja Hansch. Sie studierte zunächst an der Ostfalia Salzgitter Stadt- und Regionalmanagement. Dort befasste sie sich praxisorientiert mit Betriebs- und Volkswirtschaft und bekam erste Einblicke in die Wirtschaftsförderung. Danach arbeitete die Bachelorabsolventin in der Produktion eines Automobilherstellers, um die Kosten für ein Masterstudium der Sozial- und Bevölkerungsgeographie an der Universität Bamberg decken zu können. In dem fränkischen Universitätsstandort befasste sie sich mit Stadtplanung, räumlicher Organisation im Verbund mit menschlichem Handeln. Nach Abschluss des Masterstudiums bewarb sie sich erfolgreich um die Burgwedeler Stelle als Wirtschaftsförderin, die sie mit Beratungsangeboten für Unternehmen und konkreter Hilfe bei der Innenstadtkonzeption und Förderprojekten bereichern möchte.
Für die Konzeption des Stadtkerns mit dem Gebiet rund um die Von-Alten-Straße, Am Markt und Hannoversche Straße sei in den Jahren zuvor schon einiges an Vorarbeiten gelaufen. Diese will Anja Hansch aufnehmen, um in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro Qualitäten, Potenziale und Missstände zu ermitteln. Mitte Mai sollen in einer Informationsveranstaltung erste Ergebnisse und Ideen für eine attraktive Innenstadt vorgestellt werden. Eine Bürgerbeteiligung ist zu einem späteren Zeitpunkt auch vorgesehen, zurzeit sei es jedoch noch zu früh, ließ Hansch wissen. Während der Planungsphase werde auch geklärt, ob für das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) Fördergelder generiert werden können. Für die Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahmen sieht die Wirtschaftsförderin einen Zeitraum von zehn Jahren als realistisch an.
Kümmern möchte sie sich auch um Leerstände im Innenstadtbereich, indem sie konkret bei den Eigentümern nachfragt, woran es liegt. Manchmal führe die Vernetzung über die Wirtschaftsförderung schon dazu, um Anbieter und mögliche Mieter von Geschäftsräumen zusammen zu bringen, so Hansch.
Neben eigenen Beratungsangeboten für Unternehmen setzt Anja Hansch auf überregionales Know-How, Informationstransfer und Vernetzung: „Mit der Stadtgrenze hört das Thema nicht auf.“ Die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt und Region Hannover im Verbund mit hannoverimpuls böten interessante Informationen für Unternehmen, die oftmals auch noch kostenfrei seien, sagt sie. Gerade Themen wie beispielsweise die neue Datenschutzgrundverordnung seien interessant, weil sie alle Unternehmen betreffe. Solche Veranstaltungen wolle sie gerne nach Burgwedel holen und könne sich vor diesem Hintergrund auch Kooperationen mit den Nachbarkommunen Wedemark und Isernhagen vorstellen.
Bezahlbarer Wohnraum ist ein weiteres Thema, das die neue Mitarbeiterin im Rathaus umtreibt. Von dem Mangel daran sei auch die lokale Wirtschaft betroffen, betont sie. Die Mitarbeiter der Unternehmen fänden oft keine bezahlbare Wohnung. Insbesondere Auszubildende seien häufig nicht so mobil und hätten wenig Geld zur Verfügung, da seien einfache kleine Wohnungen zu einem günstigen Mietpreis im Ort für sie „total sinnvoll“. Ideen dazu hat Anja Hansch bereits im Kopf. Sie könne sich bei Ausweisung von Baugebieten vorstellen, dass Unternehmen einen Teil des Wohnraums als Werkswohnungen für Auszubildende zur Verfügung stellten. Doch das sei Zukunftsmusik und die Finanzierung müsse natürlich auch geklärt werden. Gegenwärtig passiere jedoch im Ausbildungsbereich schon sehr viel. Mit „Startklar“ hätten die Unternehmen eine Ausbildungsmesse auf die Beine gestellt, die eine gute Vernetzung und Erfolge zeige. Am 11. September wird diese bereits zum dritten Mal von den örtlichen Ausbildungsbetrieben veranstaltet.
Einen ersten öffentlichen Auftritt hat die neue Wirtschaftsförderin schon hinter sich. Kürzlich machte sie gemeinsam mit Bürgermeister Axel Düker den Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes im Gewerbegebiet Großburgwedel. Damit sind schon gute Voraussetzungen für die Zukunft der dortigen Unternehmen geschaffen worden. Anja Hansch steht diesen nun als neue Ansprechpartnerin im Rathaus Burgwedel zur Verfügung (Telefon: 0 51 39/89 73-6 30, E-Mail: A.Hansch@Burgwedel.de).