Vergnügtes Massenpicknick im Park bei der Premiere von „Jazz unter Sternen“

Schon zu Beginn des Konzertes am Donnerstagabend hatten sich mehr als 350 Zuschauer im Rathauspark eingefunden. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
„Deja Nero“ begeisterte seine Zuhörer mit Latinjazz vom Feinsten und erhielt immer wieder spontanen Applaus. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Gelungene Auftaktveranstaltung im Burgwedeler Rathauspark machte Lust auf mehr

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Interessengemeinschaft Burgwedeler Kaufleute IGK hatte am Donnerstag die Wetterprognosen für den Abend einfach nicht zur Kenntnis genommen. Die Wetterdienste hatten schlechtes Wetter angekündigt mit einer Bandbreite vom normalen Regen bis hin zu Unwettern mit Starkregen und Hagel. Der IGK -Vorsitzende Karlheinz Schridde und sein Team bewiesen Gottvertrauen und begannen am Nachmittag hinter dem Rathaus im Park eine kleine Bühne aufzubauen und sie mit einem Pavillon gegen Nässe von oben zu schützen, gegen 18.15 Uhr trafen vier Musiker ein und die ersten Besucher. Auf dem Programm stand an diesem Abend „Jazz unter Sternen“ mit der Latinjazz Band „Deja Nero“, die sich in Hannovers Jazzclub einen Namen gemacht hatte.
Und die Veranstalter hatten Glück: Es zogen zwar Besorgnis erregende dunkle Wolken über Großburgwedel hinweg, es blieb aber trocken. Die Zuversicht der Verantwortlichen der IGK zahlte sich aus und wurde belohnt: Zu Beginn des Konzerts um 18.45 Uhr hatten sich etwa 350 Jazzfreunde eingefunden, zwei Stunden später waren es etwa knapp doppelt so viele, die die Rasenfläche vor der improvisierten Bühne im großen Rund füllten. Sie waren beinahe alle mit der entsprechenden Ausstattung für ein Picknick gekommen: Manche hatten eine Flasche Wein unterm Arm oder einen Sechserpack Bier, andere hatten die Ausstattung professionalisiert mit Decken, Gläsern, Kühlbehältern für die Getränke, andere hatten Campingstühle dabei und kleine Tische und es fanden sich auch hoch noble britische Picknickkörbe, die verrieten, dass hier unter den Besuchern die Picknick-Profis zu finden waren.
Als die ersten Takte von „Deja Nero“ erklangen, machte sich eine gewisse wohlige Ruhe breit auf der Rasenfläche. Die glücklichen Besitzer einer Sitzgelegenheit, begannen mit den Füßen im Takt mit zu schlagen, andere pfiffen leise die Melodie mit, der „Hauch von Brasil“ gehört mit zu den bekanntestes Titeln des Genres. Lothar Krist begeisterte mit dem Saxophon, Hilko Schomerus war an diesem Abend für die Percussion zuständig und Detlef Kraatz für die Gitarre. Schon hier, gleich zu Beginn, machten die drei Musiker deutlich, dass sie mit zum Besten gehören, was die Jazzszene der Landeshauptstadt zu bieten hat. Schließlich der große Durchbruch und das Aha-Erlebnis dieses Abends: Das „Girl von Ipanema“ gesungen von Karin Fischer, die mancherorts als „Stimme Hannovers“ bezeichnet wird. Mit Recht, muss man sagen, die Sängerin erhielt dafür auch den tosenden Beifall und viele der Besucher unterbrachen spontan ihr Picknick um stehend zu applaudieren.
Für die IGK war dieses Konzert unter freiem Himmel ein Versuch. Sie hatte ganz bewusst für keinerlei Bewirtung gesorgt, nur Stühle konnte man sich am Abend vor Ort leihen. Aber sie hatte die Gäste zuvor aufgefordert ihre Verpflegung selbst mit zu bringen. Und das war ganz offenbar eine richtige Entscheidung, denn daraus entwickelte sich neben dem Konzert ein wirklich kommunikativer Abend. Man klönte gewissermaßen von Decke zu Decke, fragte den Nachbarn, ob man den Korkenzieher oder Kapselheber ausleihen kann, ob er den Rotwein probieren wollte und erhielt im Gegenzug dafür ein hart gekochtes Ei angeboten. Ab und an knallte ein Sektkorken in die Musik, und das sonore Plopp beim Öffnen der Weinflaschen war nur zu bemerken, wenn die Percussion sich gerade eher im musikalischen Hintergrund bewegte.
Die Konzertbesucher an diesem Abend waren dann auch vollkommen begeistert von diesem Angebot: „Das macht Lust auf mehr“, brachte es ein Besucher auf den Punkt. „Es hat sehr viel Freude bereitet, hier in diesem idyllischen Park zu picknicken und dabei der Musik zu lauschen. Das war Entspannung pur, ohne große Vorbereitungen und lange Wege, genau das Richtige, um nach einem Arbeitstag wieder zur Ruhe zu kommen. Herzlichen Glückwunsch IGK“. Er werde mit seiner Frau auch beim nächsten „Jazz unter Sternen“ wieder mit dabei sein. „Das Picknick werden wir noch etwas verfeinern und noch ein paar Freunde mitbringen“, fuhr seine bessere Hälfte fort. „So ein Abend ist ein ganz besonderes Erlebnis, das man mit lieben Menschen teilen sollte“. Die beiden sollten sich den nächsten Termin für „Jazz unter Sternen“ vormerken: Am Donnerstag, 29. August, mit der HANNOVER BIG BAND unter Leitung von Lothar Krist.