Ursula Thiele hat 38 Jahre lang an der vhs Schneiderkurse angeboten

Die beiden Vertreter der vhs Hannover Land Walter Zuber (links) und Reinhard Lüke (rechts) verabschiedeten die Modedesignerin Ursula Thiele, die seit 38 Jahren Schneiderkurse an der Bildungseinrichtung geleitet hat.

„Ich habe das immer gern gemacht, aber irgendwann muss Schluss sein“

GROSSBURGWEDEL (hhs). Ursula Thiele ist 80 Jahre alt und zieht sich jetzt ins Privatleben zurück. Ursula Thiele hat in den vergangenen 38 Jahren Kurse in Modedesign und Schneiderei geleitet, zunächst ab 1973 an der Volkshochschule Großburgwedel, dann in der Nachfolgeeinrichtung Volkshochschule Hannover und zuletzt in der vhs-Hannover Land. „Irgendwann muss Schluss sein“, sagte die 80-Jährige anlässlich ihrer Verabschiedung Anfang dieser Woche. „Ich habe das immer gern gemacht, aber die jungen Leute kommen nicht mehr. Ihnen fehlt die Freude am Nähen. Die Freude am Nähen fehlt zur Zeit, aber das kommt wieder“, prophezeit sie.
Ursula Thiele ist 1931 in Zwickau geboren, studierte nach einer erfolgreichen Schneiderlehre zunächst in Leipzig, dann in Ostberlin Modedesign, setzte ihr Studium anschließend in Westberlin fort und machte dort ihr Diplom in Modedesign und kam dann später in die Bundesrepublik nach Hannover. Ende der 60ger zog es die Familie aufs Land nach Wettmar, seit 1973 lehrte Ursula Thiele an der Volkshochschule. Sie habe von ihrer Stammkundschaft gelebt, sagte Walter Zuber, der die Verabschiedung für die vhs Hannover Land vornahm. Fast 40 Jahre habe sie das Gesicht der Volkshochschule in Burgwedel mitgestaltet, sie habe unter allen drei Trägern der Bildungseinrichtung gearbeitet. „Schade, dass Sie jetzt schon gehen“, sagte Zuber mit Blick auf die vielen Kurse, die Frau Thiele in diesen Jahren in Modedesign und Schneiderei geleitet hatte. „Ihr größter Erfolg war, dass die Teilnehmerinnen immer wieder zu Ihnen gekommen sind“.
Mit der Schneiderei sei das eigentlich ganz einfach, bringt Ursula Thiele ihre Erfahrungen auf den Punkt: „Wichtig ist, dass den Frauen Form und Farbe gefallen und sie sich in dem Schnitt wohlfühlen“. Man müsse daran denken, dass Mode immer tragbar sein muss: „Sie müssen sich in dem Kleidungsstück sowohl auf dem Markt als auch im Konzert wohlfühlen“, erklärt sie. Mode sei immer schön. Gegenwärtig beherrsche die Farbe Schwarz die Mode, aber es deute sich schon eine Änderung für das kommende Jahr an. „Das was wir tragen, muss immer unsere innere Haltung wiedergeben und unsere Würde“. Mit der Schneiderei werde sie aber nicht aufhören. „Das geht gar nicht ohne“, schmunzelte Ursula Thiele.