Urologie bietet Aquabeam-OP

Bieten die beste Option für Erhalt der Ejakulationsfähigkeit: Oberarzt Jasper Koenig (von links), Chefarzt Dr. Joachim Stein und der Leitende Endoskopiepfleger Marthin Wissel präsentieren den Aquabeam des KRH Klinikums Großburgwedel. (Foto: KRH Klinikum)

Roboter-gestützte OP-Verfahren im Klinikum Großburgwedel bei gutartig vergrößerter Prostata

Großburgwedel (r/bs). Eine gutartige Vergrößerung der Prostata mindert die Lebensqualität – häufiger Harndrang bis hin zu Schmerzen beim Urinieren können die Folgen sein. Als konservative Mittel zur Behandlung stehen hauptsächlich Medikamente zur Verfügung.
Falls diese nicht mehr wirken ist eine Operation, in der die vergrößerten Gewebeanteile entfernt werden, die beste Option. Klassisches Verfahren hierfür ist die transurethale Resektion (TUR-P), bei der dies mit Hilfe einer stromfließenden Drahtschlinge schichtenweise passiert.
„Die TUR ist der Goldstandard, es gibt aber auch Nachteile“, erläutert Dr. Joachim Stein, Chefarzt der Urologie am KRH Klinikum Großburgwedel. So kann vor allem die Ejakulationsfähigkeit des Mannes beeinträchtigt werden. Das ist vor allem bei jüngeren Männern mitunter eine unerwünschte Nebenwirkung. „Mit dem Aquabeam bieten wir eine zusätzliche Alternative an.“
Beim Aquabeam wird das Gewebe einfach mittels einer Hochdruck-Wasserstrahl abgetragen. Das benachbarte Nervengewebe wird dabei nicht geschädigt. Mit dem Aquabeam Verfahren bieten wir eine zusätzliche Methode an, bei der laut den vorliegenden Studien und auch unserer Erfahrung nach, in den meisten Fällen eine Ejakulation (Samenerguß) erhalten bleiben kann, im Gegensatz zu den anderen Verfahren.
Auch die kurze Dauer des schonenden Verfahren ist ein entscheidender Vorteil: Nur 20-30 Minuten dauert der Eingriff, während andere Methoden deutlich aufwendiger sind. Der Eingriff wird von dem Operateur exakt geplant und in das robotische OP-System eingegeben, danach kontrolliert der Urologe den Roboter bei der punktgenauen Arbeitsweise.
Ein Nachteil des Aquabeam ist jedoch, dass es im Vergleich zu stärkeren Blutungen kommen kann. „Die thermischen Verfahren veröden das Gewebe und damit auch die Gefäße, beim kalten Wasserstrahl ist genau dies eben nicht der Fall“, betont Jasper Koenig, Oberarzt der Klinik für Urologie.
Eingesetzt werden kann die Aquabeam-Methode daher nur bei Patienten, deren Blutgerinnung nicht beeinträchtigt ist. „Ein typischer Patient für diese OP-Methode ist 50-70 Jahre alt und die Sexualität spielt als Teil der Lebensqualität eine Rolle“, fasst Koenig zusammen.
Die Urologie des KRH Klinikums Großburgwedel bietet den Aquabeam seit August 2020 an und hat bereits über 50 Patienten erfolgreich operiert. „Unsere Befragungen im Rahmen der Nachsorge zeigen sehr deutlich, dass wir hier was den Erhalt der Potenz und der Ejakulationsfähigkeit die beste Option haben“, unterstreicht Stein.