Unterschriftenaktion für ein neues Unterrichtsfach

Landfrauen-Frühstück mit Vertreterinnen des Kreisverbandes, der Landwirtschaftskammer, Vertretern hiesiger Vereine sowie den Bürgermeistern von Burgwedel und Isernhagen. (Foto: Renate Tiffe)

Landfrauen-Frühstück mit zahlreichen Gästen

WETTMAR (ti). Was für ein Bild! Unter dem Vordach der riesigen Scheune auf dem Ebelingshof in Wettmar waren in langer Reihe zehn Tische für jeweils acht Personen aufgestellt, schön gedeckt wie üblich für ein Frühstück mit den Köstlichkeiten der Saison und der Region. Die Landfrauen aus Burgwedel und Isernhagen baten zu Tisch. Es war eine von 170 bundesweiten Aktionen, zu denen der Landfrauenverband unter dem Motto „Zu neuen Chancen“ in diesem Sommer einlädt.
Unter den Gästen waren neben den Vertreterinnen des Kreisverbandes und der Landwirtschaftskammer Mitglieder und Vorsitzende aus anderen hiesigen Vereinen, die Burgwedeler Gleichstellungsbeauftragte und nicht zuletzt die Bürgermeister von Burgwedel und Isernhagen. Etwas enttäuschend für die Landfrauen war, dass ihre Einladung an Migrantinnen nur eine geringe Resonanz gefunden hatte.
Die Vorsitzende Christiane Guderian stellte die Aktion vor, die Ende des Monats in Berlin zu ihrem Abschluss kommen wird. „Wir wollen demonstrieren, dass wir offen sind für alle Frauen auf dem Lande“, sagte sie. Längst hat sich der Anteil der Bäuerinnen im Verband stark verringert, gemäß dem Strukturwandel auf dem Lande.
Geblieben sind aber die Aufgaben, der Dialog zwischen den Generationen, zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern, die Verbesserung der Lebensqualität auf dem Lande. Aus Tradition modern, lautet die Devise des Verbandes. 240 Mitglieder aus den Kommunen Isernhagen und Burgwedel (ohne Fuhrberg) gehören dem Ortsverband zurzeit an. „Sie sind der Kitt der Gesellschaft“, sprach Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt die Frauen an. Ihre Zusammenarbeit in den Kommunen Isernhagen und Burgwedel stellte er als vorbildlich dar.
Viel Anerkennung erntete die Hausherrin Regina Knips, die für die Organisation des Frühstücks verantwortlich war. Sie bewirtschaftet zusammen mit ihrem Ehepartner Hans-Jürgen Liptow den Ebelingshof, der seit fast 500 Jahren in den Händen ihrer Familie ist. Henning Knips, der Hofnachfolger, zählte mit zu den wenigen männlichen Teilnehmern des Frühstücks.
Unter den verschiedenen Projekten, mit denen der Landfrauenverband immer wieder in der Öffentlichkeit von sich reden macht, steht derzeit die Unterschriftenaktion zur Einführung eines Unterrichtsfaches „Alltags- und Lebensökonomie“ im Vordergrund. Der Begriff „Hauswirtschaft“ gilt vielen als verpönt. Seine Inhalte werden jedoch für notwendiger denn je erachtet, seit ihr Fehlen die Folgen für die Gesellschaft unübersehbar machen.
Das Leben werde immer komplexer und der Lernort Familie verliere immer mehr an Bedeutung argumentiert der Verband und fordert deswegen ein eigenes Unterrichtsfach über alle Jahrgangsstufen. Beim Frühstück in Wettmar erläuterte Marianne Riecke von der Landwirtschaftskammer Hannover, worum es geht und sammelte die Unterschriften der Teilnehmerinnen.