Ungewöhnliches Kunststück an der Winterfütterung

Der Buntspecht hing über Kopf an dem Beutel mit Haselnusskernen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Akrobatisch veranlagter Buntspecht hing unterm Nussbeutel

FUHRBERG (hhs). Wer den gefiederten Freunden im Winter helfen möchte zu überleben, der sollte sie frühzeitig an die Futterplätze, damit die Futtersuche beim Eintreffen von Eis und Schnee nicht zuviel Energie kostet.
Was sollte man füttern? Die Auswahl an Sorten im Handel ist riesig und ebenso die Zahl der Qualitätsbeschreibungen der Hersteller. Man findet sich darin eher schlecht als recht zurecht. Für die Kleinvögel wie Meisen, Finken, Spatzen reicht ein Mischfutter, dazu hängt man einen Beutel Haselnüsse auf und ein paar Meisenknödel. Das reicht in der Übergangszeit. Da auch Eichhörnchen jetzt noch regelmäßig die Futterhäuser kontrollieren, kann man ihnen mit einigen Haselnüssen Freude bereiten. Solange die Tiere nicht in den tiefen Winterschlaf verfallen, werden sie regelmäßig kommen.
Die Haselnüsse werden auch gern von Buntspechten angenommen. Sie holen sich eine Nuss und tragen sie im Schnabel in eine enge Astgabel, klemmen die Nuss dort ein. Dann folgen einige Schnabelhiebe und schnell ist der Kern der Nuss im Specht verschwunden.
Am Montag dieser Woche tauchte ein Buntspecht mittags unvermittelt am Vogelhaus auf. Das Häuschen war gut von Meisen und Spatzen besucht, die alle aufgeregt auseinander stoben, als der weitaus größere Specht zwischen ihnen landete. Ein kurzer Blick des bunten Vogels in die Runde, dann verschwand er im nahen Busch. Ihm fiel der Beutel mit den Haselnusskernen in die Augen. Er versuchte einige Male an dem schaukelnden Netz zu landen, was fehlschlug. Aber der Specht gab nicht auf.
Er flog zu einem Ast nahe am Beutel, machte von diesem einen Sprung auf das Netz und blieb solange ruhig sitzen, bis das Netz aufhörte zu schaukeln. Dann begann er, durch die Maschen nach den Nüssen zu picken. So ging das eine ganze Zeit. Dann bewegte er sich langsam am Netz hinunter. Er krallte sich mit seinen Zehen in den Maschen fest, setzte vorsichtige einen Fuß vor den anderen, bis er plötzlich über Kopf unten am Netz hing. Dort pickte er gut zehn Minuten intensiv an den Kernen herum.
Buntspechte können zwar elegant an jedem Baumstamm senkrecht hochlaufen, aber sie können nicht hinunterlaufen – das können nur die heimischen Kleiber.