Unbekannter zertrampelt immer wieder das gleiche Grab

Deutlich zu sehen, die Fußabdrücke vom vergangenen Sonntag und die Risse in den zertrampelten Zierplatten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Ich habe immer Angst, wenn ich zum Grab meines Sohnes gehe“

GROSSBURGWEDEL (hhs). Liselotte Fröhlich hat Angst, das Grab ihres verstorbenen Sohnes Lutz auf dem Friedhof in Großburgwedel zu besuchen. Seit Monaten geschehen dort, gleich im vorderen Bereich rechts hinter dem Hauptzugang, immer wieder merkwürdige und für die Hinterbliebene ausgesprochen bedrohlich wirkende Dinge: Frisch gepflanzte Blumen wurden gestohlen, Zierplatten mutwillig zertrampelt und immer wieder finden sich Fußabdrücke. Liselotte Fröhlich wird immer ganz komisch zu Mute, wie sie sagt, wenn sie vom Haupteingang den Weg rechts zum Grab einschlägt und es nur noch wenige Meter bis dorthin sind.
Begonnen habe es am 19. Mai diesen Jahres, dem sechsten Todestag von Lutz Fröhlich, der bei einem Unfall ums Leben kam. Sie habe einen Tag vorher Begonien auf das Grab gepflanzt in der Farbe Rosa. Als sie dann zum Todestag zum Grab kam, stand dort nur noch eine einzige Pflanze. Wo die anderen gestanden hatten, davon zeugten nur noch die Pflanzlöcher. Und Liselotte Fröhlich fand Fußabdrücke dort vor. Natürlich kaufte sie sofort neue Begonien, diesmal weiße, pflanzte sie ein und harkte das Grab schön, damit alles wieder ordentlich aussah. „Ich verbringe viel Zeit an dem Grab“, sagte sie im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. „Man kommt nie über den Tod seines Kindes hinweg“. Als sie später wieder zum Grab kam, fanden sich dort neue Fußspuren. „Immer mit einer glatten Sohle“, sagt sie, und immer hat sie danach geharkt. Irgendwann hat Frau Fröhlich die Abdrücke gemessen: „Die sind 27 Zentimeter lang und wirken schmal, so etwa Größe 39/40“, hat sie herausgefunden.
Einmal hat sie so etwas wie eine kleine Fallgrube in den Eingang zu ihrem Grab gebaut, sagt sie,. „damit der Unhold, wenn er rein geht, nochmal daran erinnert wird, dass man so etwas nicht macht“. Der Unhold ist rein getreten und hat das offenbar gemerkt. Als Reaktion hat er die Zierplatten zertreten.
Immer wieder findet sie die Fußspuren auf dem Grab vor, die Angst kommt schon beim Betreten des Friedhofes. Die Polizei kann ihr kaum helfen, die Anhaltspunkte sind zu gering. Einmal, im Sommer, hat sieh Liselotte Fröhlich lange in der Nähe ihres Grabes aufgehalten und Ausschau gehalten. Sie hatte zuvor alles wieder in Schuss gebracht. Dann wurde die Zeit eng, sie musste noch ein anderes Grab gießen, und als sie noch einmal bei ihrem Sohn vorbei ging, fanden sich dort schon wieder die Fußabdrücke...
„Ich habe jetzt wirklich Angst“, sagt sie, „und ich kann es nicht verstehen, warum jemand ein fremdes Grab immer wieder zertrampelt und mir so weh tut“. Sie bittet deswegen alle Friedhofsbesucher, die dort an der Grabstelle Beobachtungen machen, die mit den beschriebenen Vorgängen in Zusammenhang stehen könnten, sich an die Polizei zu wenden.