Umzug mit neuem Pferd

Der Heilige Martin (Alena-Carlotta Feldmann) führte mit seinem Pferd den Laternenumzug von St. Paulus zur St. Petri Kirche. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Zweihundert Laternengänger folgten dem heiligen Martin

Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Der Nieselregen am Samstagabend war kein optimales Laternenwetter, doch den traditionellen Martinsumzug der beiden Kirchengemeinden St. Paulus und St. Petri ließen sich rund zweihundert kleine und große Teilnehmer nicht entgehen.
Gebannt lauschten sie in der feierlich erleuchteten katholischen Kirche der Geschichte vom Soldaten Martin, der eines Tages auf einen Bettler traf. Dieser fror so sehr, dass sich Martin seiner erbarmte und den Mantel mit ihm teilte. Nach diesem einschneidenden Erlebnis reifte in ihm der Entschluss, den Soldatendienst aufzugeben, um den Kranken und Armen zu helfen. Martin wurde sogar zum dritten Bischof von Tours ernannt und wird seither als Heiliger verehrt.
Gestärkt mit dieser guten Botschaft marschierten Kinder, Eltern und Großeltern mit bunten Lichtern und Regenschirmen ausstaffiert in Richtung Domfrontplatz. Selbst Babykarren erleuchteten mit kleinen bunten Lichterketten ausstaffiert das feuchte „Novemberdunkel“. Der Heilige Martin führte den langen Umzug auf seinem stattlichen Pferd durch den Ort voran.
In diesem Jahr wurde die Rolle des Heiligen Martin von Alena-Carlotta Feldmann aus Thönse übernommen. Vanessa-Yvonne Rockahr-Rühmkorf, die mit ihrem Pferd diesen Part über viele Jahre innehatte, musste absagen, da das treue Reittier verstorben war. Rund eine Woche vor dem Umzug erreichte Familie Feldmann der „Notruf“, dass Pferd und Reiter für den ökumenischen Martinsumzug benötigt würden.
So zögerten Alena-Carlotta Feldmann und ihre Mutter Heike nicht, kurzfristig mit der Stute „Rocher“ einzuspringen. Das Pferd sei in dieser Form zwar noch nicht mitgegangen, habe aber durch Reitjagden schon Erfahrung und eine gewisse Ruhe, erklärte Heike Feldmann. Sie führte die Stute mit „St. Martin“ im Sattel durch das Zentrum. Auf dem Domfrontplatz hielt der Lichterzug schließlich, um dort Laternenlieder zu singen, die vom Großburgwedeler Feuerwehrmusikzug begleitet wurden.
Danach zogen die Laternenläufer weiter in Richtung St. Petri Kirche, wo der Heilige Martin ganz der Tradition folgend seinen Mantel zerschnitt und mit einem Bettler teilte. Als Symbol der barmherzigen Teilung erhielten die Gäste schmackhafte Martinshörnchen, Bratwürstchen und Kinderpunsch zur Stärkung.