Übung mit aktuellem Hintergrund: Feuerwehr Kreisbereitschaft Diepholz in Kirchhorst

Nach kurzen Ansprachen ging es in den Übungseinsatz. Hinten in der Mitte v.l.: Der Chef der Kreisfeuerwehrbereitschaft Diepholz Wilhelm Brinker, Brandabschnittsleiter Horst Holderith, Dr. Renate Vogelgesang, stellvertretende Bürgermeisterin Isernhagens, und Gemeindebrandmeister Wolfgang Schneider. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Sofort nach dem Eintreffen der Kreisbereitschaft auf dem Gelände des Kirchhorster Sees wurden die Zelte aufgebaut. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Fiktiver Walbrand zwischen A 37 und A 2 erforderte 2 Kilometer lange Schlauchleitung

KIRCHHORST (hhs). Es war zwar nicht so recht Badewetter am Samstag, aber die wenigen Besucher des Kirchhorster Sees staunten nicht schlecht: Dort standen ordentlich aufgereiht etwa 40 Feuerwehrfahrzeuge auf dem Parkplatz, die Liegewiese des hübschen Naherholungszentrums wurde gerade umfunktioniert in ein riesiges Zeltlager. Schließlich wurde in der Ecke des Parkplatzes ein Container auseinandergezogen: Feuerwehrküche war darauf zu lesen. Knapp 140 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Diepholz waren hierher gekommen zu einer ganz besonderen Übung. Es handelte sich um die sogenannte Kreisfeuerwehrbereitschaft 2, die hier eine Übung fahren sollte.
Unter den Feuerwehrkameraden befanden sich auch einige bekannte Gesichter der Ortswehr Kirchhorst. Auch vor Ort war Horst Holderith aus Neuwarmbüchen, der erst vor einigen Wochen zum Regions-Brandschutzabschnittsleiter gewählt worden war. „Die Kreisbereitschaft wird immer hinzu gezogen, wenn bei einem Brand die eigenen Kameradinnen und Kameraden erschöpft sind“, erklärte er den Hintergrund. Und manchmal müsse man das Zusammenspiel der eigenen Gemeindefeuerwehr und der Bereitschaft, die erst eine lange Anfahrt zu bewältigen habe, üben. Er habe diese Übung ausgearbeitet und die angenommene Lage sei so, dass es in dem Waldstück zwischen A 37 und A 2 brenne. Die Isernhagener Wehren seien nun erschöpft, die Bereitschaft müsse die Löscharbeiten übernehmen. Unterdessen hätten sich einige weitere Brandnester im Wald entwickelt wegen des immensen Funkenflugs.
Diese Lage war zum Wochenende hin im wahrsten Sinne des Wortes „brandaktuell“, es herrschte Waldbrandgefahrenstufe 5, die höchste, die ausgesprochen wird, mit einem allgemeinen Betretungsverbot für die Wälder. Es herrschte bei allen Beteiligten aus dem Landkreis Diepholz und aus Isernhagen gewissermaßen ein „Ton unter Freunden“. Das sei kein Zufall, erklärte Holderith den Hintergrund, man habe sich kennen gelernt bei einem Einsatz in Hitzacker an der Elbe, als wegen Hochwasser die Elbdeiche zu brechen drohten.
Um 14.30 Uhr sollte die Übung beginnen, was vollkommen unspektakulär verlief: Wilhem Brinker, der Chef der vier Bereitschaftszüge, rief seine Leute zusammen: „Wir wollen jetzt anfangen“, rief er der Menge zu. „Beeilt Euch, dann können wir eher mit dem gemütlichen Teil beginnen“, ermunterte er eine Leute. In der emsigen Betriebsamkeit waren die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Isernhagen, Dr. Renate Vogelgesang eingetroffen, und Wolfgang Schneider, der Gemeindebrandmeister. Die Bürgermeisterin begrüßte die Kameradinnen und Kameraden und gab ihrer Hoffnung ausdruck, dass das Szenario, das an diesem Nachmittag zu bekämpfen sei, wenn auch nur in einer Übung, niemals Realität werde. Und dann ging es sehr schnell los: Die Kameraden der Kirchhorster Wehr übernahmen die Einweisung: Der Wald brannte zwischen den beiden Bundesautobahnen. Vom Kirchhorster See musste eine Schlauchleitung von etwa 1,8 Kilometer Länge zum Einsatzort gelegt werden. Dort sollten sie das Feuer bekämpfen und auch die neuen, durch Funkenflug entstandenen Brände. Die Kreisbereitschaft aus Diepholz war eingeteilt in vier Züge, deren Aufgaben klar definiert waren: Wassertransport, Wasserförderung, Personalreserve und Logistik. Nacheinander fuhren sie in den Einsatz. Während die lange Schlauchleitung verlegt wurde, begannen die Tanklöschfahrzeuge schon mit der Brandbekämpfung. Ging diesen das Wasser aus, mussten sie zum Feuerwehrhaus in Kirchhorst, um am Hydranten wieder aufzufüllen. Nach zwei Stunden war der fiktive Brand gelöscht. Nun musste alles wieder aufgeräumt und verpackt werden, denn es wartete schließlich der gemütliche Teil zur Förderung der Kameradschaft, wie es Wilhelm Brinker eingangs ausgedrückt hatte, auf die Kameradinnen und Kameraden, mit Bratwurst, Steak und kühlen Getränken. Und natürlich auch die Nachbesprechung des Einsatzes, zu der sich auch viele der zu Beginn als erschöpft angenommenen Isernhagener Feuerwehrkollegen einfanden. Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück Richtung Diepholz.