Überraschung in der Ratssitzung

Sebastian Müller wird zum Januar 2019 sein Mandat niederlegen und den Vorsitz der CDU/FDP-Gruppe an Thorsten Rieckenberg abgeben. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Sebastian Müller legt nach sieben Jahren sein Ratsmandat nieder und gibt den Fraktionsvorsitz ab

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Am Ende der letzten Stadtratssitzung teilte Ratsherr Sebastian Müller (CDU) überraschend mit, dass er den Vorsitz der CDU/FDP-Gruppe an Thorsten Rieckenberg (CDU) abgeben und sein Ratsmandat zum ersten Januar nächsten Jahres niederlegen werde.
Da so etwas in der Regel nur schriftlich erfolge, wolle er in diesem Rahmen gerne seine Gründe persönlich darlegen. Müller machte deutlich, dass der Schritt ausschließlich aus privaten Gründen erfolge: „Ich habe erfreulicherweise in diesem Jahr mein Studium beendet und eine Stelle gefunden. Die damit verbundene Tätigkeit lässt es nach meinem Dafürhalten nicht zu, dass ich meinem Mandat im Stadtrat so viel Zeit zukommen lassen kann, wie ich es für notwendig halte.“
Daher müsse er „schweren Herzens diesen Schritt vollziehen“ und nach sieben Jahren sein Engagement für den Burgwedeler Rat einstellen. Der 27-jährige Ratsherr hatte zwei Jahre seiner Amtszeit den Vorsitz der CDU/FDP-Gruppe inne. Mit dem Maschinenbau-Studienabschluss in der Tasche wird er zukünftig für eine Hamburger Beratungsgesellschaft im gesamten Bundesgebiet unterwegs sein, sodass für seine politische Leidenschaft keine Zeit mehr bleiben wird.
Sebastian Müller bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass diese „gerade in den großen Fragen“ wichtig sei. „Man kann sich streiten, aber am Ende sollte ein gemeinsamer Weg gefunden werden“, sagte er. Jeder habe eine andere Sicht auf die Dinge, aber ein „reines Pochen auf Positionen“ sehe er nicht als sinnvoll an. Zur Beurteilung der Fakten sei es immer besser, etwas länger darüber zu diskutieren und eine Kompromisslage zu entwickeln, auch wenn es anstrengender sei und bedeute, dass man Teile der eigenen Position nicht durchsetzen könne.
Lob richtete der bald scheidende Ratsherr auch an die Verwaltung und die Erste Stadträtin Christiane Concilio, die sich stets für die Ratsmitglieder Zeit genommen habe und für Diskussionen auch außerhalb von Sitzungen bereit gewesen sei. Sie habe ein „offenes Ohr“ und könne Vorlagen gut erklären, sodass diese in die Prozesse mit eingebracht werden könnten, so Müller.