Überraschend großes Interesse an den Wettmar-Filmen

Mehr als 180 Besucher hatten sich in der „Waldschänke“ in Wettmar eingefunden, um Rückschau zu halten in die Jahre 1958 und 1973. (Foto: Renate Tiffe)

Die Jahre 1958 und 1973 im Bild festgehalten

WETTMAR (ti). Überraschend groß war das Interesse am Filmabend des Heimatvereins Engensen-Thönse-Wettmar. Mehr als 180 Besucherinnen und Besucher hatten sich in der „Waldschänke“ in Wettmar eingefunden, um Rückschau zu halten in die Jahre 1958 und 1973.
Unterhaltsames und Lebendiges in der Art eines Familienalbums war versprochen worden, wobei die Übereinstimmung von Handlung und Personen durchaus nicht zufällig war, wie es im Vorspann des ersten Films hieß. Ansichten und Gesichter des Dorfes wurden im ersten Film gezeigt, aus der Zeit, als die Hühner noch über die Hauptstraße liefen, als die Mühle noch unverbaut am Nordberg stand, als es in Wettmar noch ein Möbelhaus und eine Uhrmacherei gab und die Löschtanks der Feuerwehr mit dem Trecker befördert wurden. Mehr noch als diese Bilder aus einer vergangenen Zeit erheiterten die handelnden Personen die Zuschauer. Die Namen waren unterlegt worden, sind teilweise heute noch bekannt oder waren als Originale in der Erinnerung haften geblieben. Bei diesem Film waren drei Filmemacher aus Bayern am Werk gewesen, die es besonders verstanden haben, die Menschen darzustellen: bei der Arbeit auf dem Feld oder im Garten, beim Klönschnack im Dorf, bei den „Leibesübungen“ in der Schule mit dem putzigen Bockspringen, beim Fußball, auf dem schon vorhandenen (!) Tennisplatz. Ein bedauerndes „Oh“ war zu vernehmen als der Film zu Ende ging.
Von ganz anderer Machart dann der Streifen aus dem Jahr 1973, jetzt schon in Farbe und mit sparsamen Kommentaren als Begleitung. Damals feierte der Männergesangverein sein 90-jähriges Jubiläum. Heinz Warmholz und Willi Bartels waren mit der Kamera unterwegs, das ganze Jahr hindurch, wie die Kalenderblätter deutlich machten. Das begann mit dem Rodelberg am Moodweg. Viele Ereignisse im Jahreslauf wurden festgehalten, wobei natürlich der Männergesangverein mit der entsprechenden Festivität die Hauptrolle spielte. Die Zeit war schon etwas näher gerückt, so dass viele Sänger und Gäste sich wieder erkannten. Zu der Zeit existierten noch das Sägewerk Papenburg und die Schmiede im Dorf und sage und schreibe sieben Gaststätten.
Die Besucher waren von beiden Filmen begeistert und nutzten das Angebot, eine Kopie (zum Preis von 11 Euro) zu erwerben. Etwa 100 CDs sollten bestellt werden.
Der erste Film war lange verschollen und befindet sich jetzt im Eigentum der Stadt Burgwedel. In monatelanger Arbeit ist er von Annette Mieske, Hartmut Kitzing, Andreas Immekus und Gerd Brenneke vorführreif gemacht worden. Beim zweiten Film haben sich Herbert Jürges, Carsten Hildebrandt und Roland und Gerd Brenneke um die Bearbeitung verdient gemacht.
Noch vorhanden ist ein Film aus dem Jahr 1983, dessen Qualität vorerst nicht ausreicht und dessen Bearbeitung zurückgestellt wurde. Wie Gerd Brenneke, der Vorsitzende des Heimatvereins mitteilte, befindet sich derzeit ein Bautagebuch der Mühle in Arbeit.