Turm der Ludwig-Harms-Kirche erhielt neue Verschalung

Der Turm der Ludwig-Harms-Kirche in Fuhrberg erstrahlt im neuen Glanz mit der neuen Verschalung. Insbesondere die Schalllöcher, hinter denen sich das Geläut befindet, verleihen ihm „Gesicht“. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Einer der schwerwiegendsten Schäden an einem Eckständer der Kirche wurde behoben. Die Zimmerer mussten ihn im unteren Bereich sanieren. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Auch das Kirchenfachwerk wurde ausgebessert

FUHRBERG (hhs). In der so genannten Karwoche staunten die Fuhrberger nicht schlecht: Eine Zimmerei aus Hermannsburg begann damit, die gewohnte Bretterverschalung des Kirchturms abzureißen und durch eine neue zu ersetzen. Die Turmuhr wurde herunter genommen und die Wetterfahne auch. Der Anlass dieser Arbeiten war nicht das Alter und ganz normale Vergang des Materials durch die Witterung, es gab eine Ursache dafür und einen Verursacher ebenfalls: Löcher im Gebälk und zwar zuletzt in einem Ausmaß, dass eine Sanierung zwingend wurde.
Eine Specht war der Verursacher des Schadens am Holz. Er hatte große Löcher in die alten Riegel und Ständer des Fachwerkes gepickt. Das Eichenholz war mit den Jahren außen rissig geworden, Fäulnis war noch nicht zu sehen. Insekten, insbesondere Käfer hatten in diesen zum Teil Zentimeter tiefen Rissen Unterschlupf gefunden und die Eier für ihre Nachkommenschaft gelegt. Das hatte einer der vielen Buntspechte spitz bekommen und sich dort längere Zeit prächtig ernährt. „Einmal musste der Pastor sogar den Gottesdienst unterbrechen, das Geklopfe des Vogels war nicht mehr auszuhalten“, erinnert sich Sieglinde Sulfrian, Küsterin in der Fuhrberger Ludwig-Harms-Gemeinde. Direkt am Fachwerkständer neben der Eingangstür befand sich ein Schaden, weitere an der Rückseite der Kirche und an der Ostwand des Bauwerkes. Auch die alte Holzverschalung des Turmes wies Beeinträchtigungen auf und so entschloss sich der Kirchenvorstand für eine umfassende Grundsanierung.
Im Zuge dieser Arbeiten wurde die Turmuhr überholt und das Zifferblatt vergoldet. „Nun ist alles wieder wie neu“, freute sich Friedhelm Sulfrian vom Kirchenvorstand im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. „Die Zimmerei hat saubere Handwerksarbeit geleistet, und wir hoffen nun, dass das neue Holz nun auch wieder solange hält wie das alte“. Das hatte immerhin etwa 40 Jahre am Turm verbracht, immer Wind und Wetter getrotzt, nur dem Specht hatte es wenig entgegen zu setzen. Auch die Wetterfahne auf dem Turm erhielt eine Vergoldung. Im Verein mit der Turmuhr funkelt sie nun in der Nachmittagssonne.
Auch im Innern des Turms habe sich einiges getan, so Friedhelm Sulfrian. Der Eulennistkasten, in dem in den vergangenen Jahren immer ein Turmfalkenpaar seine Brut groß gezogen hatte, wurde gereinigt und instand gesetzt. Er wird in Zukunft von Claudia Mithöfer, Tochter der Sulfrians und Falknerin, betreut und gesäubert werden. Der Nistkasten sitzt genau hinter der „Uhlenflucht“ oben an der Rückseite des Turms und scheint schon von Eulen oder Falken angenommen worden zu sein..
Richtig stolz ist Friedhelm Sulfrian auf eine Kleinigkeit außen am Turm direkt über dem Kircheneingang: „Dort haben die Zimmerer wieder das „Küsterloch“ eingebaut“, sagt er und weist auf eine eingefasste kleine Öffnung, die jetzt von Innen verschlossen ist. „Dahinter hat früher der Küster die Glocken per Seil geläutet“, weiß der Kirchenvorstand zu erzählen. „Das war wichtig für die Küster damals bei Hochzeiten. Sie mussten nur solange gegen Bezahlung läuten, bis das Brautpaar den Kirchengrund betrat, und den Punkt konnte man durch das Küsterloch gut sehen“.