Trotz sommerlicher Hitze gute Beteiligung am Seifenkistenrennen

Das Seifenkistenrennen in Wettmar gehört traditionell zu den Erfolgsveranstaltungen, die im Rahmen des Ferienpasses der Stadt Burgwedel stattfinden. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Zehn junge Nachwuchsfahrer traten gegeneinander an

WETTMAR (hhs). Das Seifenkistenrennen in Wettmar ist eine Veranstaltung des Ortsrates und der Jugendpflege der Stadt Burgwedel. Sie ist seit Jahren eines der „Erfolgsmodelle“ im Ferienpass der Stadt. Die Jugendpflege baut die Seifenkisten, sie repariert und wartet sie. Der Ortsrat sorgt für die Organisation und die Durchführung, und beide gemeinsam haben eine Menge Spaß bei der Veranstaltung.
Die Jugendfeuerwehr Wettmar stellt nicht nur die Funkgräte für die Kommunikation zwischen Start und Ziel, sie sorgt auch für die Bratwürste und Getränke. Und die Jungen und Mädchen, die in jedem Jahr daran teilnehmen, fiebern dem ersten Start alljährlich entgegen. Für viele der Kinder scheint es die erste Gelegenheit in ihrem jungen Leben zu sein, die Fahrt über eine gut 200 Meter lange Rennstrecke in Eigenverantwortung zurück legen zu können und am Ziel von allen Zuschauern beinahe frenetisch bejubelt zu werden.
Das diesjährige Rennen fand am vergangenen Sonntag statt, auf der gewohnten Strecke. Der Ortsrat hatte in weiser Voraussicht beschlossen, die Veranstaltung auf 13.00 Uhr vor zu verlegen. „Wir wären sonst Gefahr gelaufen, dass unser Rennen voll mit dem Achtelfinale des Deutschen Teams gegen England kollidieren würde“, führte Ortsbürgermeister Rainer Fredermann an. Und so fragte er dann auch die kleinen Fahrerinnen und Fahrer kurz vor dem ersten Start. „Wollt ihr denn heute auch Fußball gucken?“ Ein zehnstimmiges sowie laut und deutliches „Ja“ beantwortete diese Frage, und dann rief noch ein Knirps: „Und ich möchte noch den Rest des Formel 1 Rennens sehen. Vettel gewinnt heute“. „Und Deutschland macht England platt“, riefen die Fußballfans aus voller Überzeugung.
Lothar Urban vom Ortsrat, der für die der Fahrerinnen und Fahrer Anmeldung zuständig war, fragte noch einmal in die Runde der Zuschauer an der „Boxengasse“, die gleichzeitig auch Zieleinlauf war, aber es fanden sich keine weiteren Teilnehmer mehr. Der Ortsbürgermeister schickte die Fahrer zum Start, wo die Seifenkisten, alles bewährte Modelle, schon in Reih und Glied aufgestellt warteten. Und dann kam das Rennen gut in Gang, einer nach dem anderen sauste den Abhang hinab, und wenn sie denn auch schön flott ins Ziel kamen, gab es kräftigen Jubel für alle. Besondere Vorkommnisse gab es nicht, keine Unfälle und keine Verletzten, die Rennboliden gelangten alle ebenso unversehrt ins Ziel. Einziger „Zwischenfall“, der zu allgemeiner Erheiterung führte: Ein Junge hatte sich mit einem Bobbycar zum Start geschlichen. Der Knabe war eigentlich viel zu groß für den kleinen Renner, er nahm aber gut Fahrt auf, wurde schneller und das Kleinkindergefährt beinahe unlenkbar. Dann geriet er in die Bankette und kam heil zum Stehen. Seine Mutter stand unten im Ziel mit Kamera und langem Objektiv. Als einige Zuschauer während der rasanten Fahrt des Sprösslings großes Unheil auf ihn zukommen sahen, sagte sie in aller Ruhe: „Das ist meiner, dem passiert schon nichts“. Dann nahm sie die Kamera und fotografierte diese Einlage, nicht ganz ohne Stolz auf ihren Jungen...