Trotz Regens wieder großes Interesse am Vogelschutzgehölz

Der alte Schlauchturm war der Ausgangspunkt der Führungen. Hier gibt es Insektenhotels und Nisthilfen zu sehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

70 Interessierte besichtigten das Refugium für seltene Tiere

GROSSBURGWEDEL (hhs). Pfingstmontag ist seit Jahrzehnten für den NABU Burgwedel/Isernhagen „Vogelschutzgehölztag“ und die Begeisterung der Burgwedeler für dieses Angebot scheint ungebrochen. Trotz miserablen Wetters kamen die Besucher in großer Zahl. Morgens, als es regnete, waren es gute 20 Neugierige, die dieses kleine Refugium für seltene Tiere und Pflanzen erkunden wollten, am Nachmittag nahmen etwa 50 an den beiden Führungen teil.
Die NABU-Mitglieder hatten wieder eine Menge Vorbereitungsarbeit leisten müssen für den Tag der offenen Tür im Vogelschutzgehölz. Peter Böer hatte für die Aquarien gesorgt, in denen selten anzutreffende Wasserpflanzen und einige Tiere, die man auch nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt, schwammen.
Besonders zu erwähnen ist hier der sogenannte Wasserschlauch, eine fleischfressende Pflanze, die im Wasser lebt und sich auf die Larven von Insekten spezialisiert hat. Der Wasserschlauch blüht in einigen Wochen unscheinbar oberhalb der Wasserfläche. Das lange aufwendige Geflecht zum Fangen der Larven ist unter normalen Umständen kaum zu sehen, denn es befindet sich im Wasser.
Im Schutz eines Pavillons waren Präparate von Vogelarten zu bestaunen, die im Gehölz des NABU Burgwedel/Isernhagen heimisch sind, dort fand sich auch Informationsmaterial zur Arbeit der Naturschützer. Die Führungen litten am Pfingstmorgen unter dem schlechten Wetter: vormittags kamen gerade einmal 20 Besucher, doch am Nachmittag fanden sich dann doch noch rund 50 Interessierte ein.
Aus Sicht des NABU keine schlechte Bilanz angesichts des schlechten Wetters und der Konkurrenzveranstaltungen. „Die Besucher, die trotz dieser schlechten Bedingungen gekommen sind, haben sich ganz bewusst für uns entschieden. Man merkt das immer an den Gesprächen, die sich bei den Führungen entwickeln“, so Horst Hagenberg, ehemaliger Vorsitzender des NABU Burgwedel. „Diese Gruppe kommt mit konkreten Fragen oder sie hat etwas zu berichten, was sie draußen im Umfeld erlebt oder gesehen haben“.
Ausgangspunkt der Führungen ist der alte Schlauchturm mit seiner ganz besonderen Bedeutung für das Vogelschutzgehölz. Hier gibt es die Insektenhotels zu sehen, die man sich mit einfachen Mitteln über den Winter selbst bauen kann, Nisthilfen und den Turmfalken, der oben ab und an ins Dach fliegt, wo er brütet. Schließlich geht es über das Gelände auf verschlungenen Pfaden durch ein kleines Naturparadies. Die NABU-Mitglieder überlassen hier die Natur sich selbst. Ruhe sei das A & O, sagen sie.
Auf dem Rundgang sind die unterschiedlichen Nisthilfen, Ameisenhaufen und ein alter Fuchsbau zu sehen. Am Teich gibt es Ringelnattern und auch ein paar Sumpfschildkröten. Die seien aber nicht immer hier gewesen, erzählt Horst Hagenberg. Es handele sich um sichergestellte Tiere meistens vom Zoll. Die werden hier mit einem Chip versehen und ausgesetzt.
Weiter führte der Rundgang über die Streuobstwiese, die der NABU unter der Starkstromleitung direkt nördlich des Vogelschutzgehölzes angelegt hat. Uwe Siemers, einer der Pflanzenfachleute des NABU Burgwedel/Isernhagen, hat diese Wiese vor einigen Jahren mit angelegt. Und er weiß davon anschaulich zu berichten, welche Pflanzen sich hier nach und nach angesiedelt haben.