Trotz Hitze: 1. Fuhrberger Kunstmarkt war ein großer Erfolg

Am Sonntag kamen die Neugierigen in großer Zahl und waren erstaunt, was Ekkehard und Christa Kunstmann auf die Beine gestellt haben. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Der Glasbläser Maik Grossmann bei der Arbeit, ein heißes Unterfangen, mit dem Gesicht immer nahe an der Gasflamme. (Foto: Hans Hermann Schröder)

20 Aussteller präsentierten ihre Werke auf dem Spargelzelt

FUHRBERG (hhs). Das Wochenende war sicherlich das heißeste der vergangenen Jahre: Gut 40°C, im Zelt auf dem Spargelhof Heuer noch ein bisschen mehr, das waren die Rahmenbedingungen, nicht gerade günstig für den unbeschwerten Kunstgenuss, aber Vielfalt und hohe Qualität des Angebotes sorgten selbst am heißen Samstag für Zuspruch. Am Sonntag allerdings stiegen die Besucherzahlen deutlich. „Es hat kaum jemand das Gelände verlassen, ohne einen Beutel in der Hand“, freute sich Christa Kunstmann, die ihre Bilder ausstellte. Schon vor Beginn der Ausstellung um 11.00 Uhr hatten sich viele Besucher, genau genommen ein ganzer Reisebus voll, auf dem Spargelhof eingefunden und schauten sich auf dem Zelt um.
Klar, dass das allgemeine Stimmungsbarometer unter den Ausstellern von Samstag auf Sonntag ebenso stieg, wie das richtige an Heuers Eingang über Nacht gefallen war.-Außer den hohen Temperaturen, gegen die man nun einmal in einem Zelt nur wenig Sinnvolles unternehmen kann, gab es keine weiteren Bedenklichkeiten.
Einige Künstlerinnen und Künstler, deren Angebote direkt an der Schnittstelle zwischen Kunst und Kunsthandwerk lagen, konnten sich über besonders hohen Zuspruch freuen. Dr. Zuhair El-Akhras aus Duingen bei Alfeld brachte seine Holzdrechselarbeiten mit: Eine Menge gedrechselter Schalen aus ganz unterschiedlichen Holzarten standen im Regal, alle vollkommen verschieden aus einheimischen und fremdländischen Holzarten. Der Doktor ist jetzt Rentner, in seinem beruflichen Leben hat er einen koordinierenden Job in der Krebsforschung ausgeübt. „Mit viel Spaß und Freude“, wie er sagte, „und mit großen Freiheiten, meinen Tag selbst zu gestalten“. Das wollte er auch anschließend beibehalten. Er hat antike Möbel restauriert und dabei die Faszination der Arbeit mit Holz erlebt. Als er noch die Ausstattung einer ehemaligen Stellmacherei übernehmen konnte mit einer Drechselbank, auf der er Holz bis zu 80 Zentimeter Durchmesser drechseln konnte, war der weitere Weg klar vorgezeichnet. „Eine Skizze oder einen Plan mache ich nicht. Ich entscheide, wann das Objekt fertig ist“, sagt er und meint letztlich, das Holz gebe das Ende vor. „Schauen Sie hier, die Maserung und die Borke, die noch außen daran sitzt. Hätte ich nur einen Millimeter mehr abgenommen, wäre die Maserung verschwunden und es wäre eine ganz einfache Schale daraus entstanden, eine unter vielen anderen“, erklärte er den Interessenten.
So auch der Kunstglasbläser Maik Grossmann aus Böhlen/Thüringen. Er zeigte vor Ort, wie schöne Dekoartikel entstehen, ein heißes Unterfangen mit dem Gesicht immer nahe an der Gasflamme. Dort fielen besonders edle Glasartikel mit ausgesprochen hohem Gebrauchswert auf. Eine Schreibfeder aus Glas, die man auch ausprobieren konnte. Man war überrascht, wie gut man damit schreiben konnte, wie klar und scharf der Federstrich war, besser als mit manchem teuren Füller, und Kleckse ließen sich damit kaum erzeugen. Auch die mundgeblasene Fruchtfliegenfalle mit hübchem Dekor und einleuchtend einfacher „Technik“ war beeindruckend: Von unten gefüllt mit einem kleinen Rest Apfelessig fingen sich im Versuchsobjekt über Nacht mehr als 20 Fruchtfliegen.
Ein gewisser Schwerpunkt dieses ersten Fuhrberger Kunstmarktes lag auf Schmuck. Das habe sich so ergeben, weil er mehrere Künstler aus dem gleichen Segment eingeladen habe, hatte Ekkehard Kunstmann zuvor erklärt. Die Schmuckschaffenden hätten schließlich alle zugesagt. Das Angebot war riesig und breit: Von normalem Modeschmuck reichte es bis zu hochwertigen mit Edelsteinen versehenen Unikaten. Und diese wechselten insbesondere am Sonntag in großer Zahl ihre Besitzer. Insgesamt waren die anbietenden Künstler mit der Resonanz auf ihr Angebot zufrieden. Alle waren sich darin einig: Wäre es nicht so heiß gewesen, dann wäre die doppelte Menge an Besuchern zu verbuchen. Die meisten Teilnehmer haben schon nachgefragt, ob es auch im kommenden Jahr wieder einen Fuhrberger Kunstmarkt geben wird. Für Ekkehard Kunstmann ist die Entscheidung schon gefallen: Er habe mit Familie Heuer gesprochen, die habe zugestimmt, ihr Spargelzelt wieder zur Verfügung zu stellen und es werde so auch 2011 wieder einen Kunstmarkt geben.