Trecker-Oldies begeisterten ein paar hundert Besucher

Erst ging es auf die Rennstrecke, dann wurde der Wettkampf filigraner. Die Treckerveteranen zeigten, was in ihnen steckt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Treckerfreunde Thönse hatten zum Oldie-Rennen eingeladen

THÖNSE (hhs). Die Treckerfreunde Thönse hatten am vergangenen Sonntag zum Treckerrennen eingeladen. Das ist nicht nur ein Rennen, sondern auch eine Rückschau auf die Geschichte der Motorisierung der Landwirtschaft, die in den vergangenen 90 Jahren abgelaufen ist. Und das wollen die Menschen offenbar sehen: Nicht nur die unterschiedlichen Wettbewerbe erfreuten sich vieler Zuschauer, auch die in Reih und Glied aufgestellten Senioren der landwirtschaftlichen Zugmaschinen fanden großes Interesse und weckten sentimentale Erinnerungen, insbesondere bei den etwas älteren Besucherinnen und Besuchern.
Heinrich Bußmann, Landwirt aus Thönse, stand ein wenig in Gedanken versunken vor den Oldies, links ein Farmer, dann ein Hanomag, der Lanz Bulldog und ein Fendt GT, wobei „GT“ für Geräteträger steht. Er erinnere sich noch gut aus Jugendjahren an die Veteranen. Der Lanz sei damals zu einem Vorbild an Zuverlässigkeit geworden. „Man brauchte nur drei Schraubenschlüssel: 32, 38 und 47 Millimeter, einen schweren Hammer und eine Brechstange“, schmunzelte er. „Damit konnte man die kleinen Reparaturen gleich auf dem Feld erledigen“. Ein Schmied habe ihnen damals einen Tipp gegeben für den Fall, dass die Kupplung rutschte: „Da saß bei unserem Modell eine Klappe“, zeigte er es an dem Lanz. „Da schmeißt ihr eine Schaufel Sand hinein und dann geht sie wieder, hat der Schmied gesagt. Und das funktionierte wirklich“, schilderte Bußmann seine Erinnerung. Einmal sei bei dem Lanz der Kolben fest gebrannt. Da sei der Schmied gekommen, habe den Motor auf dem Feld auseinander gebaut, den Kolben in der Hand mit Schleifpapier bearbeitet und wenige Stunden später arbeitete das Gerät wieder. „Stellen Sie sich heute mal so eine Reparatur bei einem modernen Schlepper vor...“.
Unterdessen zeigten die Treckerveteranen, was noch in ihnen steckt. Zunächst wurden immer zwei auf die Rennstrecke geschickt, ortsauswärts in den Wald. Im Moment des Startsignals stob Dieselqualm in den Himmel, und unerwartet schnell, weil nicht beladen kamen die Trecker in Fahrt, mit sattem Ton, der alle Dieselfans mit der Zunge schnalzen ließ, ging die Post ab. Wieder zurück mussten die Veteranen auf einen Parcours, bei dem Geschicklichkeit und Präzision gefragt war: Zunächst mussten sie über eine Wippe fahren und dann einen Hänger durch einige Schikanen schieben. Am Ende mussten sich Fahrerin oder Fahrer noch mit einem Ball im Korbwerfen beweisen, ein großer Spaß für alle, denn der sportliche Ernst blieb vollkommen auf der Strecke. Freude an dem alten Gerät, das von allen Fahrern mit großem Aufwand gepflegt wird, stand bei allen im Vordergrund.