Tolle Resonanz auf erstes Job-Speed-Dating in der Region

Vor den Ständen einiger Arbeitgeber bildeten sich lange Schlangen, sodass die Bewerber bis zu einer Stunde warten mussten. (Foto: Sina Balkau)

Insgesamt 400 Bewerber und 15 Arbeitgeber nahmen teil

BURGDORF (sib). Im Gymnasium Burgdorf fand am vergangenen Donnerstag das erste Job-Speed-Dating der Region statt, veranstaltet von der Agentur für Arbeit Celle und dem Jobcenter Region Hannover. 400 Bewerbern aus Lehrte, Sehnde, Burgdorf, Uetze, Burgwedel und Isernhagen wurde die Möglichkeit geboten, in ungezwungener Atmosphäre Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen und so ihre Chancen auf eine Anstellung zu erhöhen.
Mit einem Job hat es für Timm Jackowski aus Lehrte an diesem Tag leider nicht geklappt: Der Bürokaufmann kann zwar mit drei Jahren Berufserfahrung aufwarten, bringt aber nur Grundkenntnisse im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnungen mit, die für die Burgwedeler Firma relog jedoch im Vordergrund stehen. Vergebens war das Gespräch mit Geschäftsführer Ludwig Busse aber nicht. „Wir haben uns ja jetzt persönlich kennen gelernt und ich denke, Sie würden gut in unser Team passen. Ich behalte daher gerne Ihre Unterlagen, vielleicht können wir später einmal auf Sie zurückkommen“, so Busse.
Auch wenn nicht jeder Bewerber mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch nach Hause ging – ein erster Kontakt zum Wunscharbeitgeber war geknüpft und die Scheu vor einem offiziellen Bewerbungsgespräch schon ein wenig kleiner. „Hier können sich die Arbeitssuchenden in lockerer, ungezwungener Atmosphäre bei den Unternehmen vorstellen. Dieses Konzept kommt sehr gut an, das Feedback ist absolut positiv“, freute sich Simone Prost, Teamleiterin des gemeinsamen Arbeitgeberservices der Agentur für Arbeit Celle und des Jobcenters Region Hannover.
Fünfzehn Unternehmen aus verschiedenen Branchen und 400 Bewerber nahmen an dem Job-Speed-Dating teil. Das Prinzip der Aktion entsprach dem Speed-Dating, das der Partnersuche dient: Personalverantwortlicher und Bewerber saßen sich gegenüber, sprachen über Lebensläufe, Qualifikationen sowie Hintergründe zu der offenen Stelle. Wie beim Flirten, zählte auch hier der erste Eindruck, denn nach zehn Minuten war Schluss und der nächste Kandidat an der Reihe. „Es ertönt aber kein Gong oder so etwas, wenn die Zeit abgelaufen ist. Ein längeres Gespräch wird natürlich nicht unterbrochen“, erklärte Simone Prost.
Nicht nur die Arbeitssuchenden, auch die Unternehmen zogen einen großen Nutzen aus der Veranstaltung. „Ich habe schon einen ganzen Stapel an guten Bewerbungen gesammelt von Menschen, die sich sonst vielleicht nicht bei uns beworben hätten und erst durch das Job-Speed-Dating auf die Idee gekommen sind“, erzählte beispielsweise Arndt Hesse, Fachbereichskoordinator des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft.
Nach der positiven Resonanz ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Aktion noch einmal wiederholt wird. „Ein Speed-Dating im Bereich Ausbildungsplätze für Zehntklässler wäre zum Beispiel denkbar“, blickte Simone Prost in die Zukunft.