Thönse möchte eine Mitfahrbank

Der Ortsrat Thönse möchte sich gerne am Pilotprojekt „Mitfahrbank“ beteiligen. Ein Standort in der Nähe einer Haltestelle des ÖPNV wäre laut Ortsratsmitglied Olaf Slaghekke durchaus sinnvoll. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die Zielpunkte für die Mitfahrbänke werden festgelegt, wenn Thönse den Zuschlag für das Pilotprojekt bekommt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ortsrat befürwortet Bewerbung für das kostenfreie Pilotprojekt der Region Hannover

THÖNSE (bgp). In seiner vergangenen Sitzung sprach sich der Ortsrat Thönse für die Bewerbung um das Mobilitätsprojekt „Mitfahrbank“ der Region Hannover aus. Die Region Hannover hatte im vergangenen Jahr das Interesse an Mitfahrbänken in den Regionskommunen abgefragt und von der Stadt Burgwedel bereits ein positives Signal erhalten. Somit landete der Punkt auf der Tagesordnung im Thönser Ortsrat.
Das Mobilitätskonzept der Mitfahrbänke wird in Deutschland immer populärer und bildet gerade auf Strecken in entlegeneren Ortschaften, die nicht oder nur spärlich an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angebunden sind, eine weitere Option. Die Mitfahrbänke werden ausschließlich von Privatpersonen bedient, die auf den Bänken Wartende in ihrem Auto mitnehmen. Schilder über den Bänken weisen auf die Ziele hin, so dass mindestens zwei Bänke immer im Zusammenhang (Start- und Endpunkt) zueinander stehen.
Ortsratsmitglied Olaf Slaghekke (Bündnis90/Die Grünen) begrüßt die einmütige Entscheidung des Gremiums, sich mit einer Bewerbung an dem Mobilitätskonzept zu beteiligen: „Im Ortsrat und unter den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern war die Resonanz positiv.“ Letztlich handele es sich mit dem ersten Bankpaar samt Beschilderung um ein Pilotprojekt, das die Stadt nichts koste und von der Region finanziert werde. Die Kosten für die Instandhaltung müssen allerdings von der Stadt Burgwedel selbst getragen werden.
Ein genauer Standort für ein mögliches Mitfahrbankpaar in Thönse wurde bisher noch nicht festgelegt. „Sollten wir den Zuschlag bekommen, werden wir uns beraten“, erklärte Slaghekke. Wahrscheinlich werde es dazu auch eine öffentliche Informationsveranstaltung geben, in der Vorschläge für den Standort und die Ziele gemacht werden könnten.
Olaf Slaghekke betonte, dass die Mitfahrbank lediglich eine Ergänzung des ÖPNV sei und auch den Individualverkehr auf dem Land nicht komplett ersetzen könne. Mit Blick auf den Klimaschutz sei es aber durchaus sinnvoll, bei Nutzung des Autos noch jemanden mitzunehmen und nicht allein zu fahren. Die Standortwahl solle seiner Ansicht nach möglichst nah an einer ÖPNV-Bushaltestelle sein, damit Personen, die nicht mitgenommen würden, zeitnah die nächstmögliche öffentliche Verbindung nutzen könnten. Trotzdem müsse eine gewisse Entfernung eingehalten werden, um unterscheiden zu können, ob die Person auf den öffentlichen Bus oder auf eine private Mitfahrgelegenheit warte.
Das Mitfahrangebot richtet sich an Personen über 18 Jahre. Personen, die andere in ihrem PKW mitnehmen möchten, müssen sich aus Sicherheitsgründen vorher registrieren und bekommen einen Aufkleber für ihr Fahrzeug, den sie gut sichtbar anbringen sollten. Laut Information der Region Hannover sind die Insassen über die normale Kraftfahrzeugversicherung versichert, eine zusätzliche Versicherung sei demnach nicht nötig.
Grundsätzlich begrüßt die Verwaltung die Idee der Region Hannover, den bestehenden ÖPNV durch Konzepte wie die Mitfahrbank zu stärken und hat das Interesse an dem kostenfreien Pilotprojekt deutlich gemacht. Wenn das Konzept in der Bevölkerung gut ankommt, wird für einen späteren Zeitpunkt auch eine Erweiterung erwogen.
Die Entscheidung, welche Ortschaften besonderen Bedarf haben, wird unter Berücksichtigung vorhandener ÖPNV-Anbindung und weiterer Infrastruktur wie beispielsweise Nahversorgung und Ärzte sowie der Bevölkerungszusammensetzung getroffen. Aus Sicht der Verwaltung kommen daher am ehesten die Ortschaften Kleinburgwedel, Thönse und Engensen in Frage.
Die Ortschaften Fuhrberg und Wettmar verfügen über eine eigene Nah- und medizinische Versorgung. Oldhorst wird zunächst nicht in Erwägung gezogen, da die Einwohnerzahl für die Erprobung des Pilotprojektes als weniger geeignet erscheint.