TenneT wird im Herbst überarbeiteten Antrag für SuedLink abgeben

V.l.: Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, Dr. Hendrik Hoppenstedt, MdB/CDU, Arpad Bogya, Bürgermeister der Gemeinde Isernhagen.
 
Der Bunestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt hatte Abgeordnete, Bürgermeister und Bürgerinitiativen und betroffene Verbände zu einem Gespräch über die Straomtrasse SuedLink mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, eingeladen.

Bundesnetzagentur für Teil-Erdverkabelung des SuedLinks

ISERNHAGEN/BURGWEDEL (hhs). Auf Initiative von Dr. Hendrik Hoppenstedt kam der Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA) Jochen Homann zu einer Diskussion über den Stromnetzausbau in den Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten. Die BNetzA ist für die Genehmigung des SuedLinks zuständig. Im Isernhagener Rathaus in Altwarmbüchen stellte sich Homann den Fragen von Bürgermeistern, Abgeordneten und Bürgerinitiativen.
„Ich freue mich, dass es mir gelungen ist, Jochen Homann für diese Diskussion zu gewinnen“, sagte Hoppenstedt. Homann sei als Präsident der zuständigen Genehmigungsbehörde prädestiniert dafür, zu erläutern, wie das komplexe Genehmigungsverfahren in der Praxis ablaufen wird. „Es ist gut, dass die Bundesnetzagentur den direkten Kontakt zur betroffenen Bevölkerung sucht und sich einer offenen Diskussion stellt“, lobte Hoppenstedt die von Homann so bezeichnete „Aktion Gesicht zeigen!“. Nur mit Transparenz werde es gelingen, Akzeptanz zu schaffen. „Wir brauchen als Genehmigungsbehörde ein Höchstmaß an Akzeptanz“, stellte Homann die Position der BNetA klar.
Homann erklärte weiter, dass TenneT nach Aufforderung durch die BNetzA derzeit den Antrag auf Bundesfachplanung überarbeitet. TenneT sei aufgefordert, seine Entscheidungsgrundlagen nachvollziehbar darzulegen. Die BNetA halte die eindeutige Bevorzugung des Korridors Mitte/West im Antrag von TenneT auf der Basis der mitgelieferten Entscheidungsgrundlagen für nicht nachvollziehbar und sei nun in der Pflicht, Fehlendes nachzuliefern. Es kann nicht sein, dass eine Trassenvariante einseitig bevorzugt wird“, so Homann weiter. Zusätzlich muss TenneT auch für die fünf weiteren Trassenvorschläge, die mit ihren Verästelungen über die Gemarkungen von Wedemark, Burgwedel, Burgdorf, Isernhagen und Sehnde an Hannover vorbei führen, nachliefern. „Die hat TenneT selbst in die Diskussion gebracht. Wir legen großen Wert darauf, dass alle Varianten glaubwürdig geprüft werden und die Kriterien für die Entscheidung für eine Variante dann nachvollziehbar wird. Wir konnten an den Unterlagen nicht erkennen, wo die Vorzüge der Variante Mitte/West liegen“. Hoppenstedt stimmte dem zu: „Erst wenn widerspruchsfrei und plausibel dargelegt wird, dass der Vorschlagskorridor Mitte/West tatsächlich der Beste ist, sind die anderen Korridore aus dem Rennen!“
Die BNetzA rechnet damit, dass TenneT voraussichtlich im Herbst dieses Jahres einen überarbeiteten Antrag vorlegen wird. Sofern dieser Antrag vollständig ist, könnten dann im ersten Quartal 2016 die etwa 20 bis 25 Antragskonferenzen für die SuedLink-Trasse durchgeführt werden, so BNetzA-Präsident Homann. Die Entscheidung über den Verlauf des Trassenkorridors könnte dann binnen zwei bis drei Jahren fallen.
Diskutiert wurde auch über die Frage der Erdverkabelung. Positiv registrierte Hoppenstedt, dass Homann die Erdverkabelung großzügig genehmigen will. „Gerade in Ballungsräumen wie Hannover muss erdverkabelt werden“, so der Abgeordnete. TenneT habe seinen Schwerpunkt bislang auf eine möglichst kurze Strecke der Trasse gelegt, so Homann. Seiner Einschätzung nach habe Suedlink im Raum Hannover keine Chance auf Akzeptanz ohne Erdverkabelung. Er könne kein K.-o.-Kriterium für die Erdverkabelung erkennen. Allerdings müsse man die Frage klären, wo die Erdverkabelung Sinn macht. Auch die Kosten dafür sprechen im Grundsatz nicht dagegen. Er gab allerdings zu bedenken, dass bei einer gesetzlichen Regelung, die einer Erdverkabelung den Vorzug einräume, die bisherige Planung durch eine vollkommen neue ersetzt werden muss. Damit wäre der gegenwärtige Zeitplan keinesfalls mehr einzuhalten.
Dem stimmte der Bundestagsabgeordnete zu. Der Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zur Ausweitung der Teilverkabelung gehe ihm nicht weit genug: „Die Menschen sind besorgt, dass SuedLink durch ihre Stadt oder Gemeinde verlaufen wird und befürchten negative Folgen für ihre Gesundheit, die Natur und ihr Eigentum. Eine Erdverkabelung kann helfen, entstehende Konflikte zu lösen.“ Hoppenstedt will sich in den parlamentarischen Beratungen dafür einzusetzen, dass die BNetzA die Erdverkabelung sinnvoller Abschnitte in vollem Umfang genehmigen kann.