Teilsperrung im Amtspark

Direkt am beliebten Spielplatz im Amtspark beginnen die gesperrten Bereiche.
 
Die Forstwirte Tobias Tuchel und Ulf Weißleder zeigen einen von innen völlig vertrockneten dicken Ast.
Großburgwedel (bs). Die langanhaltende Trockenheit und Hitze führt zu einem verstärkten Grünastabbruch, bei dem völlig gesunde, grünbelaubte Äste unvermittelt zu Boden stürzen.
Ein Grünastabbruch kommt völlig unvermittelt und ist somit auch nicht im Rahmen von Baumkontrollen zu erkennen. Die Stadtverwaltung ruft daher alle Bürger generell zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Im Amtspark in Großburgwedel haben sich in den letzten Tagen jedoch auffällig viele Grünastabbrüche ereignet, sodass Teilbereiche abgesperrt werden müssen.
„In erster Linie sind alte Eichen von verstärktem Grünastabbruch betroffen“, erklärt Malte Schubert, Umweltkoordinator der Stadt Burgwedel. Unter den 11.000 Bäumen, die sich in kommunalen Bereichen befinden, könnten etwa 200 bis 300 Eichen betroffen sein.
Die Absperrung im Amtspark dient als reine Vorsichtsmaßnahme, bis alle erforderlichen baumpflegerischen Maßnahmen, wie die Untersuchung auf weitere Schadsymptome wie beispielsweise Totholz oder Schädlingsbefall, abgeschlossen sind.
Gegebenenfalls erfolgt der Einbau von Kronensicherungen.
Zudem bietet die Absperrung die Möglichkeit der Beobachtung, ob sich abgeschwächte Temperaturen sowie der angekündigte Regen in den nächsten Tagen positiv auf die Bäume auswirken. Die Verwaltung der Stadt Burgwedel bittet um Beachtung der Absperrung und besonders auch um Verständnis für die Sicherungsmaßnahme.
Mit den notwendigen pflegerischen Arbeiten ist die Firma Baumpflege Markus Fortmüller aus Burgwedel betraut. Die Forstwirte Tobias Tuchel und Ulf Weißleder sind seit einigen Tagen dabei, die Bäume zu untersuchen und bei Auffälligkeiten tätig zu werden. Am einfachsten sei es mit dem Totholz, so Tuchel.
„Die Äste sind trocken und nicht belaubt und werden dann einfach abgesägt. Mit dem Grünastabbruch ist es weitaus schwieriger. Die Schäden sind von außen nur sehr schwer zu erkennen, das Eichenlaub ist grün und sieht auf den ersten Blick gesund aus“, erläutert der Forstwirt.
Dennoch könnten selbst beindicke Äste unvermittelt abbrechen und zu Boden stürzen.
Vor wenigen Tagen habe eine Burgwedelerin, die mit ihrem Hund im Amtspark spazieren ging, großes Glück gehabt, als ein schwerer Ast direkt neben ihr herunter kam. Dieser Vorfall führte zur Überprüfung des Baumbestandes in dem beliebten Stadtgrün.
„Wir haben uns diesen Ast angeschaut und festgestellt, dass die Bruchstelle völlig ausgetrocknet war“, berichtet Tobias Tuchel. Wenn aus den Eichenkronen die schweren Ästen herausbrechen, dann wird der gesamte Baum instabil und muss oben mit sogenannten Kronenseilsicherungen versehen werden.
Die Ursachen für diese Baumkrankheit liege in den beiden trockenen Vorjahren. Die Niederschläge waren viel zu gering, als dass sich insbesondere alte Laubbäume noch den veränderten Lebensbedingungen hätten anpassen können. Das Grundwasser ist stark abgesunken und die Eichen können es mit ihren Wurzeln nicht mehr erreichen. Die Bäume leiden zuerst in den Kronen unter den Trockenschäden, später sterben sie ganz ab.