Suizidprävention: „Zuhören ist cool. Wegsehen ist tödlich.“

Die Wanderausstellung „Zuhören ist cool. Wegsehen ist tödlich.“ vom Verein für Suizidprävention Hildesheim informiert anschaulich über Ursachen von Suizidgedanken und Präventionsmöglichkeiten. (Foto: Sina Balkau)
Burgwedel: Gymnasium Großburgwedel |

Präventionsrat klärt über Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen auf

GROSSBURGWEDEL (sib). Die Jugend ist eine Zeit der Umbrüche, die häufig krisenhaft erlebt wird. Aus diesem Grund sind Jugendliche besonders suizidgefährdet. Der Präventionsrat Burgwedel arbeitet eng mit dem Verein für Suizidprävention Hildesheim e.V. und den Schulen zusammen, um über das Tabuthema aufzuklären. Eine Wanderausstellung im Gymnasium und ein Vortrag sollen über Ursachen und Präventionsmöglichkeiten informieren.
In Deutschland sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogen und Aids zusammen. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind gefährdet: Pro Jahr nehmen sich rund 800 Menschen unter 25 Jahren das Leben. „Der Leistungsgedanke ist in unserer Gesellschaft sehr präsent und übt zunehmend Druck auf die Schüler aus“, sagt Peter Fricke, Beratungslehrer am Gymnasium Großburgwedel und Mitglied im Präventionsrat. Besonders jetzt, so kurz vor der Zeugnisvergabe, sei ein sensibler Zeitpunkt.
Aus diesem Grund informiert der Präventionsrat Burgwedel zurzeit verstärkt über Suizidalität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen – mit dem Ziel, Schüler, Lehrer und Eltern für die Nöte anderer zu sensibilisieren. „Suizid ist ein angstbesetztes Thema, das meist tabuisiert wird. Es ist aber wichtig, darüber zu sprechen, aufzuklären, Vorurteile und Ängste abzubauen“, erklärt Monika Franke, Geschäftsführerin des Präventionsrates.
Bei seiner Aufklärungsarbeit greift der Präventionsrat auf das umfangreiche Angebot des Vereins für Suizidprävention Hildesheim e.V. zurück, vermittelt es beispielsweise an interessierte Schulen und übernimmt auch die Kosten. Das Gymnasium Großburgwedel nutzt aus eigener Betroffenheit schon seit 2009 verschiedene Komponenten des Hildesheimer Präventionspaketes: Fünfzehn Lehrer haben bereits an Schulungen zum Thema teilgenommen und auch die zehnten Klassen wurden in Workshops für den aufmerksamen Umgang miteinander und mit eigenen Krisenerfahrungen sensibilisiert.
Bis zu den Sommerferien bleibt die Wanderausstellung „Zuhören ist cool. Wegsehen ist tödlich.“ noch im Gymnasium und ist während der Schulzeit nach vorheriger Anmeldung im Sekretariat für jedermann geöffnet. Die umfangreiche Ausstellung klärt anschaulich über Gründe und Anzeichen für Suizidgedanken von Jugendlichen auf und gibt Tipps dazu, wie sich Mitschüler, Angehörige und Freunde von Betroffenen verhalten sollten. Am Dienstag, 22. Juni, findet in der Zeit von 19.00 bis 21.30 Uhr außerdem ein Vortrag von Ina Siemssen vom Verein für Suizidprävention Hildesheim zum Thema „Suizidalität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – Ursachen und Präventionsmöglichkeiten“ statt. Teilnehmen kann jeder, der Interesse hat.