Suedlink: Kommunen vereinbaren Schulterschluss zur Stromtrasse

Dr. Hendrik Hoppenstedt und Editha Lorberg, Landtagsabgeordnete der CDU, vor einer Karte mit dem Trassenverlauf von Suedlink. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Wir werden den tieferen Sinn der Trasse nicht in Frage stellen“

ISERNHAGEN/BURGWEDEL/BURGDORF (hhs). Am Dienstag dieser Woche fand im Rathaus der Gemeinde Isernhagen in Altwarmbüchen eine außergewöhnliche Sitzung statt: Auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt, bis vor Kurzem Bürgermeister der Stadt Burgwedel, diskutierten hier parteiübergreifend Abgeordnete und Bürgermeister von vier Kommunen des Altkreises gemeinsame Umgangsformen mit dem zukünftigen Netzbetreiber Tennet, der die Stromtrasse Suedlink durch Teile der vier Gemeinden zu bauen gedenkt. Dr. Hoppenstedt stellte das Ergebnis der Besprechung vor.
Er sehe wie seine geladenen Kollegen und die Bürgermeister auch nur eine Chance zu vernünftigen Ergebnissen in Gesprächen mit Tennet, wenn alle Kommunen gemeinsam an einem Strang ziehen. Auf drei Punkte habe man sich am Dienstag untereinander geeinigt: Zum Ersten solle der tiefere Sinn der Trasse nicht in Frage gestellt werden.
Im zweiten Punkt schließe man sich der Forderung der Region Hannover an Tennet an, eine Begründung dafür zu liefern, warum aus vier beplanten möglichen Trassenverläufen ausgerechnet der Trassenverlauf Suedlink ausgewählt worden ist. Hier müsse auch im südlichen Wahlkreis der Region, der ebenfalls von dieser Trasse berührt werde, eine abgestimmte Haltung zu den Plänen geschaffen werden. Er müsse mit eingebunden werden.
Dritter und wichtigster Punkt sei die Frage gewesen, wie es nun in den vier Kommunen Burgdorf, Burgwedel, Isernhagen und Wedemark laufen soll. Man sei übereingekommen, mit einer Stimme zu sprechen. Alleingänge einzelner Kommunen werde es nicht mehr geben. Erst neulich hatten Diskussionen für Irritationen in Isernhagen gesorgt, die die Bürgermeister der Gemeinde Wedemark und der Stadt Burgwedel losgetreten hatten, indem sie einen alternativen Trassenverlauf an der A 7 für Suedlink ins Gespräch gebracht hatten.
„Wir werden in keinem Fall alternative Trassen diskutieren, bevor wir nicht umfassend informiert worden sind“, brachte Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya, CDU, die Vorgehensweise auf den Punkt. Die Frage sei eigentlich gegenwärtig, warum die Planungen so sind, wie sie jetzt vorliegen, fuhr Bogya fort. Er vermisse beispielsweise jede Information darüber, inwieweit Aspekte des Landschaftsschutzes und der Sicherheit des Flughafens Langenhagen berücksichtigt worden seinen. Tennet müsse stärker auskunftsbereit sein und offen darlegen, nach welchen Kriterien gewichtet worden sei.
„Wir Kommunen können nicht einzeln losrennen. Wir müssen parteiübergreifend arbeiten und Einigkeit anstreben“, so Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann, SPD. Es könne niemanden darum gehen, im Wettbewerb der Kommunen für sich selbst die Null-Betroffenheit durchzusetzen.
Es sei erst sinnvoll, über alternative Trassen nachzudenken, wenn man umfassende Informationen von Tennet zu allen offenen Fragen erhalten habe, so Arpad Bogya. Erst dann werden sich alle Bürgermeister und Abgeordneten wieder zusammensetzen und erörtern, ob der jetzt vorgeschlagene Korridor oder eine Alternative für sie sinnvoll sei oder nicht.