Stuhl-Versteigerung brachte 1.700 Euro für UNICEF

Ekkehard Kunstmann fungierte als Auktionator. Hier preist er den von Heidrun Schlieker gestalteten Stuhl an, der das Höchstgebot an diesem Abend erzielte. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die Gebote kamen viel schneller, wenn der Hammer erst einmal gefallen war. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Heidrun Schliekers Stuhl erzielte das höchste Gebot

GROSSBURGWEDEL (hhs). „Spenden Sie Schule“, unter diesem Motto hatte UNICEF Burgwedel eingeladen zu einer besonderen Veranstaltung: 19 von hiesigen Künstlerinnen und Künstlern gestaltete Schulstühle sollten am Donnerstagabend in der Volksbank Großburgwedel versteigert werden für den guten Zweck, in Afrika Schulprojekte zu finanzieren. Die Burgwedeler Nachrichten haben darüber in der vergangenen Woche berichtet. Diese kleinen Kunstwerke konnten in der vergangenen Woche schon bestaunt werden. Bevor nun am Donnerstagabend die Besucher der Veranstaltung den universitären Kampf um die Kunstobjekte beginnen konnten, machte eine junge Kenianerin auf eindringliche Weise klar, dass fortschrittliche Entwicklung im Schulsektor auf dem schwarzen Kontinent nicht ohne finanzielle Unterstützung von außen gelingen kann. Ruben Kunstmann, Student der afrikanischen Geschichte, unterstrich das mit Dias, die er von einer gerade beendeten Afrikareise mitgebracht hatte.
So etwa 50 Kunstfreunde waren in das Foyer der Volksbank Großburgwedel gekommen. Der Chef der Filiale Ekkehard Kunstmann, übernahm die Funktion des Auktionators, stilecht, mit Holzhammer und Schlagbrett, beides die Küchenutensilien, die in der Küche der Kunstmanns ab und an für zarte Steaks sorgen. Aber das Equipment war genau richtig gewählt, schon der erste Hammerschlag hatte immer einen richtigen Weckwert innerhalb der Schar der Bieter: Sobald Kunstmann mit seinem Holzwerkzeug die Worte „zum Ersten“ unterstrich, wurde allen Interessenten klar, dass sie sich beeilen mussten, um das Objekt ihrer Begierde in ihren Besitz zu bringen. Also schossen die Gebote in die Höhe, mehrfach bis über 100 Euro pro Stuhl.
Die Künstlerinnen und Künstler hatten sich auch sehr viele Gedanken gemacht, um eine Verbindung des Mottos, Afrikas und der gegenwärtigen Fußball Weltmeisterschaft am südlichen Zipfel des Kontinents zu finden. Das war ein Stuhl, der von Kindern der Pestalozzischule gestaltet worden war. Es befand sich unter anderem ein Sandkasten darauf und eine Tasse. Als Ekkehard Kunstmann die Schüler im Publikum entdeckte, bat er sie, die Idee hinter ihrer Gestaltung zu erläutern: In Afrika sei es dort üblich, wo es keine Tafel gebe, mit dem Finger in den Sand zu schreiben, erklärten die sechs Jungen und Mädchen. Und die Tasse stehe für sauberes Wasser, ohne das man auch nicht leben und erfolgreich könne.
Für 150 Euro ging der Schulstuhl an einen neuen Besitzer, den die Burgwedeler Autorin und Künstlerin Heidrun Schlieker gestaltet hatte. Auf der Lehne des Objekts hatte die Künstlerin fünf Fußballkinder aller Hautfarben gestaltet und damit die verbindende Chancen bietende Wirkung dieses Sports unterstrichen. Damit erzielte Kunstmann den höchsten Erlös für ein Einzelobjekt an diesem Abend. Gegen Ende der Bieterphase wurde klar, dass sich zwei Bieter gegenseitig in die Höhe trieben. „So soll es sein“, schmunzelte ein älterer Herr. Als der Hammer zum dritten Mal fiel, hatte Ingrid Meyer, ehemals Vorsitzende des artclubs, den Stuhl ersteigert: „Für meine Enkeltochter“, freute sie sich anschließend.
Mit Spannung erwartet wurde die Versteigerung des von der Firma Sennheiser in Wennebostel gestalteten Stuhles, der eine Menge an Hightech bot. Unter der Hand war im Vorfeld der Veranstaltung zu erfahren, dass Sennheiser etwa 300 Euro an technischer Ausrüstung in diesen Stuhl investiert hatte. Das hat die Burgwedeler aber nicht dazu veranlasst, in einen Bieterrausch zu verfallen: Für 105 Euro erhielt dieser Stuhl einen neuen Besitzer. Insgesamt erzielte Ekkehard Kunstmann an diesem Abend gut 1.600 Euro, die die Volksbank auf 1.700 Euro aufrundete. Christiane Freude von UNICEF war mehr als zufrieden mit diesem Ergebnis: „Ich danke allen, die mit ihrem Einsatz diese Aktion erst möglich gemacht haben, und denen die sie heute Abend mit ihren Geboten zu diesem großen Erfolg geführt haben“.