Stolpersteinverlegung und Buchlesung

Vier Jahre nach dem ersten Stolperstein für Dr. Albert David werden am 23. November um 9.00 Uhr gleich 28 der Gedenksteine Im Mitteldorf in Großburgwedel verlegt. Sie sollen an 28 tote Säuglinge erinnern, die während der NS-Zeit als Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen mitten im Ort im sogenannten Polenheim verhungerten. (Foto: Schröder)

Rechercheauftrag ist abgeschlossen

BURGWEDEL (r/bs). Nach langer Planung und Recherchearbeit findet die voraussichtlich letzte Verlegung von Stolpersteinen in Burgwedel statt.
Die Verlegung von Stolpersteinen für 28 Säuglinge, die in einer ehemaligen Hofstelle "Ausländerkinderpflegeheim" ums Leben kamen, erfolgt am Samstag, 23. November, um 9.00 Uhr in Großburgwedel, Im Mitteldorf auf dem Gehweg zwischen Hausnummer 7 und 9.
Im Anschluss, um 11.00 Uhr erfolgt auf der Ausstellungsetage im Rathaus Großburgwedel, Fuhrberger Str. 4 die Präsentation mit Lesung der Rechercheergebnisse in Form des Buches „Geraubte Leben“ (Verlag VSA, ISBN: ISBN 978-3-96488-038-3) und die Eröffnung einer Ausstellung der im Buch veröffentlichten Illustrationen sowie weiterer interessanter Exponate des verstorbenen jüdischen Arztes Dr. Albert David. Zu diesen öffentlichen Veranstaltungen wird herzlich eingeladen.
Für alle Stolpersteine wurden nach dem letzten Zeitungsaufruf in kürzester Zeit Paten gefunden. Darüber hinaus hat das Projekt weitere Spenden erhalten. „Mit der Stolpersteinverlegung und der Präsentation der Rechercheergebnisse wurde ein bedeutendes aber auch emotionales Kapitel Burgwedler Geschichte aufgearbeitet und für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht“, betont Bürgermeister Axel Düker.
Der Leiter der Arbeitsgruppe Stolpersteine und Ortsbürgermeister Großburgwedels Rolf Fortmüller weist darauf hin: „Es ist wichtig, dass wir die Erinnerung an die Geschehnisse insbesondere für unsere nachfolgenden Generationen wach halten.“
Seit Wochen wird an den Abläufen für die Veranstaltungen und der Ausstellung gearbeitet. Es ist berührend, die Schicksale der Menschen in Burgwedel anhand von Dokumenten, Bildern und Texten zu sehen. Sie sind Opfer und ihrer soll nun durch die Stolpersteine gedacht und durch die Veröffentlichung ihrer Schicksale ein würdiges Andenken bereitet werden.