Stark gegen Rassismus

Referent Adama Ouattara (l.) stellt den Schülerinnen und Schülern des siebten Jahrgangs Fragen zum Thema Rassismus. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Lehrkräfte und siebter Jahrgang der IGS stärken sich in Workshops gegen Diskriminierung

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Im Projekt „Professionelle Wissenslücken schließen – Schule stark machen gegen Rassismus“ werden 14 Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs für Diskriminierung im Alltag sensibilisiert.
In anschaulichen Workshops erarbeiten die Teilnehmenden unter professioneller Anleitung, wie sich Rassismus und Diskriminierung für die Betroffenen anfühlt, da sie lernen, scheinbar alltägliche Vorgänge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Wie im Workshop zu erfahren war, kommt es im Alltag der Schülerinnen und Schüler of Color (Person of Color ist ein sozialwissenschaftlicher Begriff für Menschen, die potenziell von Rassismus betroffen sind) schon einmal vor, dass sie in der Mensa gefragt werden, ob sie Schweinefleisch essen dürften. Andere Mitschülerinnen- und -schüler aus der sogenannten „Mehrheitsgesellschaft“ ihres Umfeldes werden das nicht gefragt. Anhand dieses geschilderten realen Beispiels bestätigt sich, dass den Betroffenen aufgrund ihres Aussehens bestimmte Merkmale oder Verhaltensweisen zugeschrieben werden.
Auch wenn an der IGS bisher nur wenige Erfahrungen mit Rassismus offenbar geworden seien, habe sich seitens der Lehrkräfte der Wunsch nach mehr Fachwissen zu rassismuskritischen Perspektiven herauskristallisiert, berichtet Beratungslehrerin Silke Melzer. „Wir möchten stärker für dieses Thema sensibilisiert werden“, sei der Tenor aus dem Kollegium.
„Dieses Projekt hat vor allem präventiven Charakter“, betont Schulleiterin Renate Koch. Sie verspricht sich von dem Workshop mit dem Ausgangspunkt Rassismus auch eine Übertragung auf allgemeine Verhaltensweisen. Die Kinder sollten für einen „Umgang mit wenig Verletzungen“ gestärkt werden. Sie habe das Anliegen des Workshops auch auf einer Schulleitungstagung vorgetragen und sei im dortigen Kollegium auf großes Interesse gestoßen.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Burgwedel, Ilinda Bendler, flankiert das Projekt. Sie hatte beim Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie im Rahmen der Richtlinie Demokratie und Toleranz einen Antrag gestellt, der bewilligt wurde. So übernimmt das Land Niedersachsen mit 5.310 Euro 90 Prozent der Kosten. Die restlichen 490 Euro werden von der IGS in das Projekt investiert.
Im November wird dann die Schulung der Lehrkräfte stattfinden. Zur Unterstützung im Nachgang des Workshops stehen den Teilnehmenden noch zehn Stunden telefonische Beratung zur Verfügung. Viele Fragen entstünden oft erst, wenn die Fachkräfte nach der Schulung stärker sensibilisiert seien und ihnen Dinge auffielen, die sie vorher nicht wahrgenommen hätten, so die städtische Gleichstellungsbeauftragte.