STADTLANDTIER: Natur- und Lebensräume unterschiedlicher Facetten

Für eine wunderbare Zusammenarbeit bedankten sich die drei ausstellenden Künstlerinnen Christina Pohl, Ute Jeran und Christine Falk (v.l.n.r.) beim Vorsitzenden des „kunstvereins burgwedel/isernhagen“ Stefan Rautenkranz. (Foto: Anna Kentrath)
 
Spannungsvolle künstlerische Blickwinkel boten die Werke der Frühlingsausstellung STADTLANDTIER dem Publikum. (Foto: Anna Kentrath)
Burgwedel: Rathaus Großburgwedel |

Frühlingsausstellung des „kunstvereins burgwedel/isernhagen“ begeistert mit drei Künstlerinnen

GROßBURGWEDEL (ak) Die Natur zeigte sich vergangenen Samstagabend nicht von ihrer freundlichsten und schon gar nicht frühlingshaftesten Seite. Und doch kämpften sich eine ganze Reihe Kunstinteressierter durch Regen und Wind zur Vernissage der Frühlingsausstellung STADTLANDTIER des „kunstverein burgwedel/isernhagen“ im Rathaus in Großburgwedel.
Drei Künstlerinnen, von denen sich jede durch eine ganz eigene Bildsprache auszeichnet, stellten hier ihre Werke aus, mit dem gemeinsamen thematischen Nenner der dargestellten Natur- und Lebensräume sowie der Absolvierung einer klassischen Ausbildung an der Kunsthochschule Berlin als Meisterschülerinnen. Christine Falk, Uta Jeran und Christina Pohl präsentierten den Besuchern eine facettenreiche Gemeinschaftsausstellung mit drei unterschiedlichen Blickwinkeln auf die vom Menschen geprägten Natur- und Lebensräume. Innen und Außenansichten, innerhalb von Gärten, Landschaften und Räumen, aber auch die Blickrichtung von innen nach außen auf Architektur, von Mensch oder Natur geschaffen, dominieren thematisch die Ausstellung.
Der Name STADTLANDTIER, so wusste Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt eingangs in seiner Eröffnungsrede der Vernissage zu berichten, entlehne sich dem beliebten Gesellschaftsspiel „Stadt-Land-Fluss“, dem in Ermangelung eines Flusses das „Tier“ hinzugefügt worden sei, als Bestandteil des ein oder anderen Bildes. Stefan Rautenkranz, Vorsitzender des „kunstvereins burgwedel/isernhagen artclub“ verwies darauf, dass die drei Künstlerinnen gewissermaßen eine „optische Konkurrenz beim Betrachter auslösen“ würden, gleichzeitig jedoch durch ihre „völlig unterschiedliche Formensprache“ individuell ihre Wirkung entfalten könnten.
Ute Jerans expressiver Malduktus, sich im kraftvoll breiten Farbauftrag oder der zarten, skizzenhaften Linie manifestierend, führt an die Grenzen des Figuralen jedoch nie bis zur vollständigen Abstraktion. Temperamentvoll nähert sie sich floralen wie figuralen Elementen mal in frischen Grün-Gelb-Kombinationen oder auch einem hervorstechenden Spiel aus Blau und Schwarz.
Christine Falks Malerei scheint im krassen Gegensatz zu dieser Zügellosigkeit der Pinselführung zu stehen. Das Spiel mit der Fläche, geometrischen Formen und Strukturen kennzeichnet die Werke dieser Künstlerin. Die auf den ersten Blick ebenmäßigen Flächen, erschließen sich dem Betrachter doch bei näherem Hinsehen teils von feinsten Strukturen durchzogen. Die einzelnen Formen treten in wechselhafte Räumlichkeit zueinander und führen in ihrer Abstraktion zu Lebensräumen, wie städtischer Architektur oder dem Idyll zweier Liegestühle.
Christina Pohls Arbeiten leben durch intensive Farbigkeit und die teils stärkste Figuralität der drei Künstlerinnen. Jedoch keineswegs gegenständlich erinnern die Darstellungen an naive Malerei, kombiniert mit opulenter Ornamentik, die den Betrachter in Fantasiewelten entführen. Ihre künstlerische Spannbreite bewegt sich bis hin zu einer starken Abstraktion, so in ihrem Werk „Baumbalett“, dass wie Christine Falk Flächen und geometrische Formen dominieren lässt, jedoch mit einem expressiven Pinselstrich.
Eine Ausstellung, die Betrachter und Künstler gleichermaßen begeisterte, wie Christine Falk im Namen ihrer Kolleginnen feststellte: „Wir selber sind sehr zufrieden“, wir haben eine „sehr schöne Ausstellung zustande gebracht“. Weiterhin lobte sie die „ganz tolle Zusammenarbeit“ mit dem „kunstverein burgwedel/isernhagen“, der diese Ausstellung möglich gemacht habe.
Bis zum 27. April 2010 können die Werke der drei Künstlerinnen im ersten Stock des Rathaus Burgwedel, Fuhrberger Str. 4 in Großburgwedel, noch in Augenschein genommen werden, Montag und Dienstag 8.00 bis 17.00 Uhr, Mittwoch und Freitag 8.00 bis 12.30 Uhr sowie Donnerstag von 8.00 bis 18.00 Uhr.