Stadtfeuerwehrtag in Fuhrberg lockte hunderte Besucher

Menschenrettung aus zwei verunfallten Pkw: Die Ortswehren Oldhorst und Großburgwedel zeigten einen hoch professionalisierten Einsatz. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Gewusst wie: Die Leiterbrücke für die Wasserzuführung war in einer guten Minute aufgebaut. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Auch die historische Löschgruppe zeigte ihr Können

FUHRBERG (hhs). Auch beim Nachwuchs saß jeder Handgriff. Hier ging es darum, eben jene Sicherheit im Umgang mit dem gerät und den Kameradinnen und Kameraden zu zeigen, die einen Einsatz reibungslos ablaufen lassen. Unter den strengen Augen der Richter liefen die Übungen ab, und dabei konnte man in den Gruppen ganz unterschiedliche Ausbildungsstandards beobachten: Der Großburgwedeler Nachwuchs funktionierte „wie ein Uhrwerk“, so drückte es ein Zuschauer aus. Ähnlich war es bei den Gruppen aus Engensen und Wettmar. Das waren eingespielte Teams, die genau wussten, worum es geht und was die Richter sehen wollten. Einige Enttäuschung herrschte beim Thönser Nachwuchs, der hinter Fuhrberg diesmal den letzten Platz belegte. Aber es ist eben so: Viele Mitglieder der Jugendfeuerwehr müssen ihre Mitarbeit und Ausbildung aus ganz unterschiedlichen Gründen bei ihrer Wehr abbrechen. Neue Mitglieder schließen diese Lücken, und das geht zunächst zu Lasten des Ausbildungsstandards. Im vergangenen Jahr hatten die Thönser beim Wettkampf die Nase vorn gehabt, im nächsten Jahr kann es wieder klappen.
Eine Augenweide war das routinierte Zusammenspiel der beiden Ortswehren Großburgwedel und Oldhorst: Rettung verletzter und eingeklemmeter Personen stand bei ihrem Einsatz an. Zwei verunfallte Fahrzeuge, eines labil auf der Seite liegend mit zwei Kindern drinnen, im anderen war der Fahrer, ein Dummy, eingeklemmt. Mit großer Umsicht gingen die Kameraden ans Werk. Zunächst wurden beide Fahrzeug in ihrer Lage stabilisiert. Mit der Spreizschere wurde der Fahrer des stehenden Fahrzeugs befreit. Allerdings hatten die Fuhrberger Kameraden für einen Dummy gesorgt, der knappe 90 Kilogramm wog. Es war keine leichte Arbeit, ihn über die Heckklappe in Sicherheit zu bringen. Am zweiten Fahrzeug kümmerten sich unterdessen die Kameraden um die Kinder. Hier ließ sich das Schiebedach öffnen und insofern geriet der Ablauf unspektakulär. Markus Giesche, Mitglied bei den Fuhrberger Aktiven und Spender der beiden Fahrzeuge, hatte nicht damit gerechnet, dass sich das Schiebedach öffnen lassen würde. „Ich hätte es sonst zugeschweißt“, flachste er.
Danach war die historische Löschgruppe der Ortswehr Fuhrberg an der Reihe. Sie griffen in ihrer Vorführung auf das ehemalige Kerngeschäft der Feuerwehren zurück: Löschen von brennenden Gebäuden. Ein Modellhaus wurde in Brand gesetzt und brannte lichterloh, als die per Handsirene alarmierten Kameraden in ihren alten Uniformen mit der Handdruckspritze eintrafen. Schnell war der Schlauch abgehaspelt, sechs Mann, jeweils drei an jeder Seite gingen an die Pumpenschwengel und ebenso schnell war Druck auf dem Strahlrohr. Dem hatte das Stroh des Modellhauses nur wenig entgegen zu setzen. Übung beendet, hieß es nach wenigen Minuten. Zum Dank gab es Applaus für diese sehenswerte Einlage.
Zum Schluss waren die Wehren aus Wettmar, Thönse und Engensen an der Reihe. Der Einsatz lautete „Flächenbrand mit sechs C-Rohren bekämpfen und zur Aufrechterhaltung des Verkehrs eine Leiterbrücke für den Schlauch über die vielbefahrene Straße aufstellen“. Der Flächenbrand fand auf dem Dorfteich statt, schnell war die Leiterbrücke aufgebaut, der Schlauch darüber geführt und dann spritzte das Wasser aus sechs C-Rohren, sehr zur Freude des eher jungen Publikums am Teich, das sich einen Heidenspaß daraus machte, durch die Gischt zu laufen.
Zufriedene Gesichter gab es am Ende bei den Feuerwehrverantwortlichen und auch bei den Besucherinnen und Besuchern. „Burgwedels Feuerwehren können sich sehen lassen“, so das Lob eines Besuchers. „Da fühlt man sich gut aufgehoben“.