Stabwechsel in der St.-Petri-Stiftung

Heinz Visel (von links), Pastor Jens Blume und Friedrich Engeling im Gespräch über die Arbeit der St.-Petri-Stiftung.

Friedrich Engeling und Heinz Visel scheiden aus dem Kuratorium aus

Burgwedel (bs). Im Kuratorium der St.-Petri-Stiftung hat sich zum 1. Oktober ein Generationswechsel vollzogen. Friedrich Engeling, langjähriger Vorsitzender und Initiator der Stiftungsgründung, und Heinz Visel, seit 2014 Mitglied des Kuraotriums, haben sich zurückgezogen.
„Wir glauben, mit dem Elan von jüngeren Menschen lässt sich unsere Stiftung auf ihrem bisher erfolgreichen Weg gut weiterentwickeln. Mit diesem Gedanken wollen wir altersgerecht eine gute Entscheidung zum Wohle der Stiftung treffen”, so Engeling.
Dem neuen vom Kirchenvorstand berufenen Kuratorium gehören künftig fünf Personen an: Harm Meyer-Stiens (Vorsitzender), Thorsten Heuer-Rieckenberg (stellvertretender Vorsitzender), Kerstin Schökel, Gerrit Eichhorn und als Bindeglied zum Kirchenvorstand Pastorin Bodil Reller.
Im Gottesdienst zum Reformationstag am morgigen Sonntag, 31. Oktober, um 10.00 Uhr wird das alte Kuratorium der St.-Petri-Stiftung verabschiedet und das neue Kuratorium der begrüßt. Im Anschluss findet in der Kirche die St.-Petri-Gemeindeversammlung statt. Für die Teilnahme gilt die 3G-Regel. Themen sind Berichte aus der Stiftungsarbeit, aus den Ausschüssen des Kirchenvorstandes sowie ein Ausblick auf Gottesdienst, Andachten auf YouTube, Zoom, Konfirmandenzeit, Jugend, Musik und Finanzen.
Die St.-Petri-Stiftung sei aus einer Krise entstanden, erläutert Friedrich Engeling rückblickend. Um das Jahr 2000 herum konnte und wollte die Landeskirche Hannover nur noch 50 Prozent der Diakon- und Kantorenstelle an St. Petri finanzieren. Darüber hinaus wurden die Pastorenstellen von dreieinhalb auf zwei gekürzt. Um die aktive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Kirchenmusik in der bestehenden Form weiterführen zu können, musste also etwas passieren. Genau in dieser Situation erhielt St. Petri aus dem Vermächtnis von Hildegard Brauckmann eine großzügige Zuwendung in Höhe von 100.000 D-Mark. „Da gab es jede Menge Ideen, was damit finanziert werden könne“, erinnert sich Engeling.
Mit viel Überzeugungsarbeit habe er damals den Kirchenvorstand dazu bewegen können, eine Stiftung ins Leben zu rufen mit dem Ziel, zur Finanzierung der Diakon-und Kantorenstelle beizutragen. Um Einblick zu erhalten und mitreden zu können, hat Friedrich Engeling bei der Landeskirche sogar eine Basis-Ausbildung zum Fundraiser absolviert. „Das war damals Neuland für uns alle“, schmunzelt der langjährige Stiftungsvorstand.
Aus dem Grundstock von 100.000 D-Mark ist das Stiftungskapital durch Zustiftungen im Laufe der Jahre inzwischen auf rund 540.000 Euro angewachsen. Für die jährliche Finanzierung der beiden Personalstellen muss die Stiftung anteilig etwa 40.000 Euro aufbringen. Angesichts der Entwicklung auf dem Zinsmarkt kein leichtes Unterfangen. Daher freut sich das Kuratorium derzeit besonders auch über Spenden, die direkt eingesetzt werden können. Besonders wichtig bei der Stiftungsarbeit sei die Transparenz, betont Pastor Jens Blume. „Entscheidungen dauern einfach länger, weil sie von vielen Leuten geprüft werden müssen“, so Blume.
„Ich gebe dankbar und leichten Herzens ab“, sagt der 75-jährige Friedrich Engeling. Die Arbeit sei nicht immer einfach gewesen und habe viel Kraft gekostet. Besonders große Freude habe er in den Gesprächen mit den Zustiftern empfunden, in denen das persönliche Dankeschön und Themen über Gott und die Welt im Mittelpunkt standen.
Für das ausscheidende Kuratoriumsmitglied Heinz Visel war das Engagement der Jugendlichen für die St.-Petri-Stiftung einer der Höhepunkte. So sei der 2019 durchgeführte Stiftungslauf auf Anregung der Jugendlichen organisiert worden. „Die jungen Leute sind mit ihrer Idee auf uns zugekommen“, strahlt Heinz Visel. Damit zollten sie den Menschen Anerkennung, die sich hier für sie engagieren. Insbesondere Diakonin Elke Seidlitz, deren Stelle zur Hälfte von der St.-Petri-Stiftung finanziert wird.
Friedrich Engeling und Heinz Visel werden auch nach ihrer Entpflichtung dem Kuratorium beratend zur Seite stehen.