St. Petri-Kantorei singt die Lukas-Passion von Georg Philipp Telemann

Wann? 10.04.2011 17:00 Uhr

Wo? St. Petri-Kirche, Im Mitteldorf, 30938 Burgwedel DEauf Karte anzeigen
Am 10. April führt das Barockorchester Le Chardon gemeinsam mit der St. Petri-Kantorei und Solisten die Lukas-Passion von Telemann in der St. Petri-Kirche in Großburgwedel auf. (Foto: Ute Schildt)
Burgwedel: St. Petri-Kirche |

Aufführung in St. Petri mit dem Barockorchester „Le Chardon“

GROSSBURGWEDEL (r/bs). Am Sonntag, den 10. April, lädt die St. Petri-Gemeinde um 17.00 Uhr zu einer Aufführung der Lukas-Passion (1744) von Georg Philipp Telemann unter der Leitung von Christian Conradi in die St. Petri-Kirche nach Großburgwedel, Im Mitteldorf, ein.
Die zu Unrecht im Schatten der Oratorien seines Zeitgenossen J.S.Bach stehenden Passionen Telemanns, stellen hervorragend komponierte und ausdrucksstarke Werke dar. Georg Philipp Telemann (1681 – 1767), der eigentlich die „gelehrten Fächer“ studieren sollte, wandte sich schon bald der Musik, besonders der Komposition zu. Dabei ging er neue Wege, indem er eher die Melodie und den dramatischen Ausdruck in den Vordergrund stellte. Telemann schrieb keineswegs nur Kammermusik, mit der man heute seinen Namen oftmals verbindet, sondern seine besondere Wertschätzung galt der Kirchenmusik. 1721 wurde Telemann Kantor am Hamburger Johanneum und Musikdirektor der fünf Hauptkirchen der Hansestadt. Es gehörte zu seinen Pflichten, jeden Sonn- und Feiertag eine neue Kantate und jedes Jahr eine neue Passion zu komponieren. So entstanden allein 46 von Dramatik und detaillierter Tonmalerei bestimmte Passionen, davon fünf nach dem Evangelisten Lukas.
Die Lukas-Passion von 1744 übernimmt den Text des Evangeliums in den Rezitativen. In den Arien werden die Gefühle der handelnden Personen bzw. der „Tochter Zion“ ausgedrückt und der Chor vermittelt ein eindrucksvolles Stimmungsbild des Geschehens. Zu Lebzeiten wurde Telemann wegen seiner Ausdruckskraft und seines melodischen Einfallsreichtums hoch geschätzt. Die nachfolgenden Jahrhunderte kritisierten und vernachlässigten sein Werk jedoch unter dem Einfluss der Wiener Klassik und der Romantik. Erst die heutige historische Aufführungspraxis bringt das vom Komponisten erstrebte Klangbild wieder richtig zur Geltung. Diesen Klangeindruck garantiert das Barockorchester „Le Chardon“. Das mit Mitgliedern aus verschiedenen Ländern besetzte, von dem Flötisten Hajo Wienroth gegründete Ensemble, sucht bei allen Konzertprojekten den Kontakt zu den Originalquellen. Ausnahmslos wird auf der zur Zeit des Komponisten üblichen Stimmtonhöhe mit Originalinstrumenten oder sehr guten Kopien von Instrumenten der Zeit gespielt.
Zahlreiche CD-Einspielungen und Konzerte belegen die Qualität des Ensembles.
Die Arien werden von namhaften Solisten gesungen, die schon in früheren Konzerten in St. Petri die Zuhörer berührt und begeistert haben und die allesamt Spezialisten für die Aufführungspraxis Alter Musik sind: Annegret Kleindopf, Sopran, wirkt, neben ihrer Tätigkeit als künstlerische Mitarbeiterin der Orgelakademie Stade, als Sängerin bei zahlreichen Konzerten und CD-Einspielungen mit.
Nils Giebelhausen ist als Oratorientenor in ganz Deutschland gefragt und Dirk Schmidt, Bass, tritt bei diversen Festspielen der Alten Musik in ganz Europa auf und arbeitet mit zahlreichen Rundfunkorchestern zusammen.
Nicht zuletzt möchte die St. Petri-Kantorei ihre intensive Probenarbeit mit Christian Conradi unter Beweis stellen. Durch das Engagement des Musikförderkreises St. Petri Großburgwedel e.V. ist der Eintritt frei, eine Spende am Ausgang für die Musik an St. Petri wird aber erbeten.