St. Paulus Gemeinde hat die Sternsinger ausgesandt

Die Sternsinger von St. Paulus Großburgwedel werden an diesem Wochenende noch viele Haustüren in Burgwedel und Isernhagen segnen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Aktuelles Motto 2012: „Klopft an Türen, pocht auf Rechte“

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). In dieser Woche liefen in der katholischen St. Paulus-Gemeinde in Großburgwedel die Vorbereitungen zum Dreikönigssingen, seit gestern Nachmittag sind die Sternsinger wieder in Burgwedel und Isernhagen unterwegs.
16 Jungen und Mädchen haben gemeinsam Lieder geprobt, ihre Kostüme in Ordnung gebracht und sie werden bis in die kommende Woche in Gruppen zu viert, als Heilige Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar und einem Sternträger an diesen Teil der Geschichte um die Geburt Jesu erinnern. Die drei Könige aus dem Morgenland hatten die Sternschnuppe gesehen und waren ihr nach Bethlehem gefolgt, um dem neugeborenen König der Welt Geschenke zu bringen. In der St. Paulus-Gemeinde in Großburgwedel ist diese Aktion gewissermaßen ökumenisch, denn unter den Sternsingern befinden sich auch evangelische Christen, und unter denen, deren Haus sie segnen werden, auch.
Geschenke bringen diese modernen Heiligen Drei Könige auch, schöne einstudierte Lieder und den Segen des Herrn. Dieser bleibt mit etwas Glück auch übers Jahr sichtbar, denn er wird mit geweihter Kreide an die Haustür oder den Türbalken darüber geschrieben: 20*C+B+M+12. Das Sternchen steht für den Stern von Bethlehem, dann die drei Anfangsbuchstaben der Namen der Heiligen Drei Könige. Die Kreuzchen dazwischen symbolisieren den Dreifaltigen Gott. Leicht veränderte andere Schreibweisen dieses Segens sind gebräuchlich. Und dann hoffen die jugendlichen Sänger, dass sie von den so gesegneten Mitbürgerinnen und Mitbürgern eine Spende erhalten.
Der Brauch des Dreikönigssingens ist alt, seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland bestätigt. Damals baten die Kinder Bedürftiger um etwas Geld oder Nahrungsmittel für ihre Familien. Der Brauch hatte sich in den überwiegend katholisch geprägten Gegenden erhalten. 1959 fand in Deutschland die erste offizielle Sternsingeraktion statt, sie hat sich inzwischen zur weltweit größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Heute wird diese Aktion vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ getragen. Jede Aktion steht unter einem Motto, in diesem Jahr lautet es: „Klopft an Türen, pocht auf Rechte“.
Das so genannte „Beispielland“ ist in diesem Jahr Nicaragua. Dort sieht es nicht gut aus um die Kinderrechte. Armut und Gewalt stehen diesen Rechten entgegen. Missbrauch, häusliche Gewalt, Misshandlungen von Kindern sind an der Tagesordnung. Die Sternsinger unterstützen in Nicaragua unter anderem Projekte, in denen sich Kinder für ihre Rechte einsetzen. Sie werden stark gemacht und selbstbewusst. Dorthin wird auch der Großteil der Sammlung fließen.
Die Sammlungsergebnisse sind beeindruckend. In den beiden vergangenen Jahren lagen sie bundesweit jeweils bei über 40 Millionen Euro, im Tsunami Jahr 2005 bei mehr als 47 Millionen.