St. Martin hoch zu Ross

St. Martin (Andreas Schubert) führte den bunten Laternenumzug hoch zu Ross von der St. Paulus zur St. Petri Kirche. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Traditioneller Martinsumzug zwischen St. Paulus und St. Petri lockte über dreihundert Laternengänger

Großburgwedel (bgp). Der ökumenische Laternenumzug am Martinstag ist eine lieb gewordene Tradition für viele Burgwedeler Kinder und Eltern: Am Mittwochabend machten sich über dreihundert große und kleine Laternengänger auf den Weg, um an dem stimmungsvollen Umzug teilzunehmen. Nach einer kurz gehaltenen Andacht vor der katholischen St.-Paulus-Kirche zogen sie mit ihren bunten Lichtern durch die Von-Alten-Straße zur St. Petri Kirche. Angeführt wurde der leuchtende Umzug von Andreas Schubert vom RSG Roggen-Hof Thönse als St. Martin hoch zu Ross. Heike Feldmann, die das Pferd am Halfter führte, freute sich sehr, dass die Wetterlage gut war: „Endlich einmal kein Regen zum Laternenumzug.“
Der Zwischenstopp auf dem Domfrontplatz wurde durch die Bläser der St.-Petri-Gemeinde mit stimmungsvoller Musik untermalt. Einige aus der Runde sangen die bekannten Laternenlieder auch mit, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie allerdings nur leise und vorsichtig. Nach einer Weile setzte sich die bunte Schar wieder in Bewegung und zog durch die Von-Alten-Straße in Richtung St.-Petri-Kirche.
Dort wartete schon ein anheimelndes Lagerfeuer, an dem sich ein armer Mann wärmte. Mit leuchtenden Augen verfolgten die Kinder im Feuerschein das szenische Spiel, in dem der römische Soldat Martin trotz großer Kälte selbstlos seinen Mantel mit dem armen Bettler teilte. Die Geschichte geht auf eine Überlieferung aus dem vierten Jahrhundert nach Christus zurück. Martin wurde später Bischof von Tours und soll in den 30 Jahren seiner Amtszeit zahlreiche Wunder vollbracht haben.
Am 11. November 397 wurde er zu Grabe getragen und später heilig gesprochen. Heute gilt St. Martin als Schutzpatron etlicher Berufsgruppen, wie etwa der Winzer, Weber und Schneider. Außerdem kümmert er sich der frommen Überlieferung nach um Bettler, Soldaten und auch um Haustiere. Die Kinder waren jedenfalls beeindruckt von der Großzügigkeit des Mannes und ließen sich die geteilten Martinshörnchen gleich doppelt schmecken.