Sprachförderung in der Bücherei

Anja Klinkott, Medienpädagogin im HkD erklärt den Erstklässlern Grundschule Fuhrberg die Vorzüge des japanischen Papiertheaters Kamishibai in der Gemeindebücherei der Ludwig-Harms-Kirchengemeinde. (Foto: Petra Hoppmann)

Japanisches Papiertheater Kamishibai und Bilderbuchkino

FUHRBERG (r/bs). „Wollt ihr mit mir heute mal Theater spielen?“ Auf die Frage von Anja Klinkott, Medienpädagogin im Haus kirchlicher Dienste (HkD), Hannover ertönte ein begeistertes „Ja!“. Aber es gab auch fragende Blicke an diesem Vormittag in der Gemeindebücherei der Evangelisch-lutherischen Ludwig-Harms-Kirchengemeinde in Fuhrberg.
Denn außer einem Holzkasten mit ein paar bunten Tüchern war auf einem Tisch nicht viel zu sehen. Doch schon wenige Minuten später könnten die Kinder der Grundschule Fuhrberg die Vorzüge des japanischen Papiertheaters Kamishibai entdecken und führten mit Handpuppen und Gegenständen des täglichen Gebrauchs spontan das Märchen „Der Hase und der Igel“ auf.
Das Besondere dabei: Es geschah in dem Moment, nichts wurde einstudiert oder eingeübt. Die Klassenlehrerin Carolin Heuer war begeistert: „Ich habe ja gar nicht gewusst, dass ihr so toll Theater spielen könnt!“ Das japanische Papiertheater Kamishibai ist eines von drei pädagogischen Medien, das in der Gemeindebücherei in Fuhrberg in Kooperation mit der Grundschule und dem Arbeitsfeld Medienarbeit im HkD zum Einsatz kam.
Im Rahmen des Pilotprojekts „Erzähl´ mal was!“ haben die Schulkinder, ihre Lehrerin und die Leitung der Gemeindebücherei neben Kamishibai das Bilderbuchkino und die Bilderbuch-App kennengelernt und ausprobiert. „Die Kinder lernten mit Spaß, währenddessen die Erwachsenen die Einsatzmöglichkeiten der pädagogischen Medien in der Büchereiarbeit und im Unterricht einschätzten,“ freut sich Klinkott.
„Das Kamishibai und Bilderbuchkino tragen unmittelbar zur Sprachentwicklung der Kinder bei und trainieren spielerisch das dialogische Erzählen, die Präsentation vor der Gruppe und die Lesekompetenzen. All diese Fähigkeiten erleichtern den Kindern den Zugang zur Sprache, zum Erwerb der Schriftsprache und tragen so zu ihrem Bildungserfolg bei“, so Klinkott weiter.
Das Projekt „Erzähl´ mal was!“ wurde von ihr im Rahmen der berufsbegleitenden Fortbildung „Medienpädagogische Praxis“ der Clearingstelle Medienkompetenz des Erzbistums Köln und der Katholischen Hochschule Mainz ins Leben gerufen.