Sportvereine regeln Hallenbelegung selbst

Betretene Mienen beim Arbeitstreffen, nachdem der Bürgermeister korrekte Zahlen zur Sportförderung in der Stadt Burgwedel vorgelegt hatte. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Gespräche zwischen Sportring und Stadt kommen wieder in Gang

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Gespräche zwischen der Stadt Burgwedel und dem Sportring Burgwedel waren ins Stocken geraten in den vergangenen Wochen und Monaten. Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt hatte neulich die Initiative ergriffen und die Vorsitzenden der Burgwedeler Sportvereine, 38 an der Zahl, zu einem Arbeitstreffen zum Donnerstag vergangener Wochen in den Amtshof einzuladen. 30 Vorsitzende kamen, ebenfalls dabei, wenn auch nicht eingeladen, Dr. Karsten Hoppenstedt, der allerdings vorzeitig den Ort des Geschehens verließ. Der Bürgermeister hatte daraufhin gewiesen, er sei nicht geladen, werde aber das Wort erhalten, wenn er es wünsche... . Die Tagesordnung hatte der Bürgermeister überschaubar gehalten, Umsetzung des Sportentwicklungsplans, Hallennutzung, und Mitarbeit des Sportrings im Sport- und Kulturausschuss der Stadt Burgwedel.
Die Stadt Burgwedel sei dabei, die Hallennutzung zu optimieren, wie es der Sportentwicklungsplan vorschlage. Der Bürgermeister führte dazu aus, die Stadt lege Wert darauf, dass man mit den Vereinen besser zusammenarbeite. Er forderte die Vereinsvorsitzenden auf, verlässliche Ansprechpartner zu benennen, die bereit sind, die Hallennutzung zügig umzusetzen. Die Stadt sei bereit, die Sporthallen auch in den Oster- und Herbstferien für die Vereine zu öffnen. Er sehr auch kein Problem darin, die Hallennutzung bis 23.00 Uhr zu verlängern. Schulsport komme vor den Vereinssport, hier haben Kinder und Jugendliche Vorrang vor Erwachsenen. Die Wettkampfsportler seien den reinen Freizeitsportlern vorrangig. Die Vorsitzende der Turnerschaft Großburgwedel sah in der Hallenbesetzung den Knackpunkt und diagnostizierte in dieser Beziehung Interessendivergenzen unter den Vereinen des Sportrings. Bürgermeister Hoppenstedt erklärte, bevor die Gremien überhaupt über den Bau einer neuen Halle nachdenken würden, müssten die bestehenden Kapazitäten voll ausgeschöpft werden. An dieser Stelle fragte ein Vereinsvorsitzender in die Runde, welcher Verein denn mit seinen Hallennutzungszeiten unzufrieden sei. Niemand hob die Hand. Die Vorsitzende der Turnerschaft Karola Hoppenstedt erklärte in diesem Zusammenhang, es seien eigentlich nur drei Vereine, Fuhrberg, Engensen und die TSG, die Unzufriedenheit angemeldet hätten.
Zum nächsten Tagesordnungspunkt, Präsenz des Sportrings im Kultur- und Sportausschuss, erklärte der Bürgermeister, der Rat habe sich gegen eine Trennung entschieden und votiere dafür, bei Bedarf auf den Sachverstand der Vereine zurückzugreifen und entsprechend einzuladen. Soweit zu den Aspekten, die den Sport in der Stadt Burgwedel betreffen.
Ein anderer Aspekt, eigentlich außerhalb des Sports in der Stadt angesiedelt, wurde auch abgearbeitet. Er habe mehrere Versuche unternommen und um Einladung zu den Sitzungen des Sportrings gebeten, so Hendrik Hoppenstedt. Die habe die Vorsitzende Karola Hoppenstedt verweigert, einmal mit dem Hinweis, die Tagesordnung sei schon zu befrachtet, zum anderen, sie wisse nicht, ob die Mitglieder des Sportrings Dr. Hendrik Hoppenstedt Anwesenheit als Kandidat der Kommunalwahl gutheißen würden.
Dem Ganzen die Krone habe aber die Weitergabe von Zahlen aufgesetzt, die zu einem Bericht in der Tagespresse führten, wonach Burgwedel im Vergleich der Nordkommunen der Region die geringste Sportförderung pro Vereinsmitglied leiste. Diese Zahlen habe der Regionssportbund ermittelt. Dessen Vorsitzender Joachim Brandt war zugegen und bestätigte das. Er habe den Mitgliedern, den Sportringen in der Region, einen detaillierten Fragebogen vorgelegt und die Vorsitzenden gebeten, die korrekten Zahlen in ihrer Kommune zu ermitteln. Karola Hoppenstedt habe die Zahlen ermittelt. 85.000 Euro stünden darin, die Summe, die die Sportstiftung Burgwedel jährlich an die Vereine verteilt. Allein auf dieser Basis ist die Auswertung geschehen. Dr. Hendrik Hoppenstedt stellte klar, dass die Stadt Burgwedel weitaus mehr als diese Summe jährlich in den Sport stecke: Die Stadt zahle zusätzliche Investitionszuschüsse, Pachtzuschüsse, gewähre kostenlose Hallennutzung und der Sport erfahre zusätzliche Förderung durch die Jugendpflege. Das ergebe mit 163.323 Euro im kommunalen Vergleich den zweiten Platz hinter Langenhagen. Pro Sportvereinsmitglied sind das 17,20 Euro jährlich. Nicht einberechnet sind darin weitere Ausgaben von etwa 50.000 Euro wie Ersatz und Neuanschaffung von Sportgeräten, die über den Schulhaushalt abgerechnet würden. Die Sportringvorsitzende, die in besagtem Artikel als Quelle der falschen Information genannt war, erklärte dazu: „ Schön, dass wir jetzt mal die richtigen Zahlen sehen“.