SPD Burgwedel verjüngt sich

Das Vorstandsteam mit dem neuen Mitgliederbeauftragten Julian Kienast (v. r.): Karin Beckmann, Andreas Strauch, Anke Bsteh und Bedri Özdemir. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Andreas Strauch bleibt Vorsitzender - Julian Kienast wird neuer Mitgliederbeauftragter

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Auf der Mitgliederversammlung sorgten die Wahlen für eine Verjüngung des Vorstandsteams im Ortsverein der SPD Burgwedel.
Der amtierende Vorsitzende Andreas Strauch wurde im Amt bestätigt, ebenso Anke Bsteh und Bedri Özdemir als dessen Stellvertreter. Jochen Rödiger, der bis dato das Amt des Mitgliederbeauftragten innehatte, schlug den 23-jährigen Julian Kienast als Nachfolger vor. Dieser wurde mit hundertprozentiger Zustimmung von der Versammlung gewählt und bekam reichlich Applaus für die Annahme des Amtes.
Zurzeit absolviert der neue Mitgliederbeauftragte eine Ausbildung als Speditionskaufmann, seit sechs Monaten ist er offizielles Mitglied der SPD. Durch Besuche der Bundestagsabgeordneten Carens Marks und Thordies Hanisch im Landtag habe er bereits spannende Einblicke sammeln können, so Kienast.
Jochen Rödiger bescheinigte ihm „großes Potenzial“ und verspricht sich von seiner Arbeit vermehrt jüngere Mitglieder. Derzeit liege die Mitgliederzahl bei 140 auf stabilem Niveau. Sorge bereite ihm die Entwicklung der Altersstruktur, da 65 Prozent der Mitglieder 60 Jahre und älter seien.
Julian Kienast möchte die jungen Leute für Politik interessieren und setzt neben persönlicher Präsenz vor allem auf Social Media Plattformen wie Facebook und Instagram im Netz. „Da kommen auf einen Bericht schnell mal 400 bis 500 Interaktionen“, sagt der neue Mitgliederbeauftragte, der sich dadurch für die politische Arbeit der SPD mehr Aufmerksamkeit in seiner Altersklasse verspricht.
Zusätzlich wurde Julian Kienast als Delegierter für den Unterbezirksparteitag gewählt. Auch die 12 Beisitzer werden durch einen jüngeren „Neuling“ verstärkt. Der 40-jährige Lars Rosenbusch wohnt seit einem Jahr in Burgwedel und wurde schnell Mitglied im SPD Ortsverein. Er dankte für die „warmherzige Aufnahme“ und revanchierte sich mit der Übernahme eines Beisitzerpostens und wurde ebenfalls als Delegierter für den Unterbezirksparteitag gewählt.
Andreas Strauch hob in seinem Bericht drei politische Themen hervor, die der Burgwedeler SPD aktuell unter den Nägeln brennen. Bezahlbarer Wohnraum sei in Burgwedel Mangelware, da müsse man sich weiter verstärkt einsetzen, so der Vorsitzende. Erfreulich sei jedoch die Tatsache, dass Großburgwedel als Standort für das Regionsklinikum erhalten bleibe.
Fest stehe auch, dass ein Neubau entstehen soll, der Standort dafür sei allerdings noch nicht geklärt. Zurzeit liege keine „schriftliche Unterlage“ vor, mit der die Region befasst sei, so der Vorsitzende. Der Zustand der Schulen sei ebenfalls ein Bereich, mit dem sich die örtliche Partei weiterhin intensiv befassen werde. Vor allem beim Neubau, Sanierung und Umbau des Gymnasiums habe die SPD seiner Ansicht nach „Weichen gestellt“, lobte Strauch.
Spannend werde die Europawahl, die angesichts des schmalen Budgets finanziell weitaus günstiger ausfallen werde als Kommunalwahlen. Im laufenden Jahr werde der Ortsverein mit 1.200 Euro weniger an Spenden auskommen müssen, merkte die Finanzbeauftragte Karin Beckmann an.
Flankiert werden solle der diesjährige Wahlkampf mit einem „Fest der Demokratie“ für Europa im Mai auf dem Domfrontplatz. Die Veranstaltung solle vor allem mit demokratischen Parteien stattfinden und für die Teilnahme an den Europawahlen werben. Damit wolle man „Nationalismus und Populismus“ eine klare Absage erteilen, betonte Andreas Strauch.