SPD Burgwedel nominiert Karin Beckmann zur Bürgermeisterkandidatin

Mit Engagement, Motivation und Kompetenz will die neue SPD-Bürgermeisterkandidatin Karin Beckmann (links) gemeinsam mit Bedri Özdemir den Wahlkampf zur Kommunalwahl 2011 gestalten. (Foto: Renate Tiffe)

Sozialdemokraten suchen jetzt nach Themen und Akteuren zur Kommunalwahl 2011

GROSSBURGWEDEL (ti). Sie trat ohne Konkurrenz an und ihre Wahl war kein Geheimnis mehr. Karin Beckmann wurde von der Mitgliederversammlung der SPD als Kandidatin für das Amt des Burgwedeler Bürgermeisters nominiert. 32 der 35 anwesenden Sozialdemokraten stimmten für die Parteivorsitzende, die damit bei der Kommunalwahl 2011 aller Voraussicht nach gegen den Amtsinhaber Dr. Hendrik Hoppenstedt antreten wird.
Der Landtagsabgeordnete Marco Brunotte leitete die Wahl, der eine ausführliche Vorstellung der Kandidatin vorausging. Die 46-jährige Volkswirtin, verheiratet mit dem Regionsabgeordneten Andreas Strauch und Mutter von zwei Kindern im Alter von neun und elf Jahren, wohnt seit neun Jahren in Burgwedel. Der SPD gehört sie seit 25 Jahren an und war von Anfang an aktiv beteiligt. In Burgwedel hatte sie wegen besonderer beruflicher Herausforderungen zwei Jahre lang eine Auszeit vom Parteivorsitz genommen, den sie seit April diesen Jahres wieder innehat. Ihre berufliche Tätigkeit als Abteilungsleiterin der Beratung in der neugeschaffenen Förderbank qualifiziere sie für das angestrebte Amt, machte Karin Beckmann deutlich. Bei der knappen Finanzlage des Landes immer den Interessenausgleich zu schaffen, sei nicht konfliktfrei, für sie aber eine Aufgabe, die ihr Spaß mache.
Die Chancen der Sozialdemokraten bei der Wahl schätzt sie realistisch ein. Außerordentlich schwierig sei es für eine Partei, die Mehrheit zu gewinnen, die es nicht gewöhnt ist, die Mehrheit zu stellen, die immer nur mitgestalten konnte. „Wir brauchen Themen und Akteure“, stellt sie fest und ist sich dabei bewusst, selbst in Burgwedel nicht sehr bekannt zu sein. Karin Beckmann gehört nicht dem Rat an, arbeitet aber eng mit der Fraktion zusammen. Als ihre Schwerpunkte bezeichnete sie die Bildungs- und die Wirtschaftspolitik. Wichtig sei auch die Infrastruktur der Stadt mit ihren Ortsteilen. Bei akuten kommunalpolitischen Themen wie dem Rewe-Markt in Wettmar und der Biogasanlage in Thönse müsse die Partei klar Position beziehen.
Viele hilfreiche Ratschläge wurden der Kandidatin mit auf den Weg gegeben. Ein richtig gutes Konzept müsse her, meinte die ehemalige Kommunalpolitikerin Margot Trott. Karin Beckmann sei „motiviert, engagiert und kompetent“ und müsse nach Kräften unterstützt werden. Auch für die Gremien müssten gute Kandidaten gefunden werden, ergänzte Ratsfrau Gisela Giesche-Lasar. Es sei nicht aussichtslos, gegen einen CDU-Bürgermeister anzutreten, wie sich in anderen Kommunen gezeigt habe. Die von der Landesregierung angestrebte Abschaffung der Stichwahl bedeute, dass sich die Partei rechtzeitig um die Unterstützung anderer Parteien kümmern müsse, warf der frühere Regionspräsident Dr. Michael Arndt ein.
Ein neues Bild von zielgerichteter Geschlossenheit bot die Partei bei den Vorschlägen für die Wahl der Regionskandidaten. Im Wahlkreis, dem auch die Kommunen Isernhagen und Langenhagen angehören, benennen – der Bevölkerungszahl entsprechend – Isernhagen und Burgwedel je zwei Namen und Langenhagen fünf.
Die Versammlung schloss sich per Handzeichen einmütig der Vorstellung des Vorstands an. Platz eins wird in Burgwedel Andreas Strauch einnehmen, der bereits Abgeordneter der Regionsversammlung ist, und Aussicht hat, auf Platz zwei der Wahlkreisliste zu gelangen. Gerungen wurde um den zweiten Platz, der möglicherweise noch Chancen hat. Zur Wahl standen Bedri Özdemir, der stellvertretende Vorsitzende in Burgwedel, und Margot Trott, die 20 Jahre lang an vorderster Stelle in der Kommunalpolitik der Gemeinde und später Stadt stand. Ihr guter Name könnte viele Stimmen ziehen, machten manche geltend. Özdemir führte dagegen ins Feld, dass er in Isernhagen und vor allem in Langenhagen viele Unterstützer haben werde. Das Ergebnis der geheimen Wahl war eindeutig. 25 Parteimitglieder stimmten für Özdemir, 9 für Margot Trott.