Spannender Zukunftstag im Klinikum Burgwedel

Auf Station: Auch Blutdruckmessen gehört dazu. (Foto: Renate Tiffe)
 
Sonja Szigal führt den Umgang mit einem Defibrilator vor. (Foto: Renate Tiffe)

30 Schülerinnen und Schüler besuchten das Krankenhaus

GROSSBURGWEDEL (ti). Der Zukunftstag soll Mädchen und Jungen die Gelegenheit geben, Berufe kennenzulernen, die traditionell jeweils vom anderen Geschlecht ausgeübt werden. 400 Schülerinnen und Schüler entschieden sich für eine Teilnahme in neun der Kliniken der Region Hannover. 30 von ihnen hatten sich im Klinikum Großburgwedel angemeldet.
Sie kamen aus den weiterführenden Schulen Burgwedels und der näheren Umgebung, Mädchen und Jungen von der 6. bis zur 8. Klasse. Vier Stunden lang konnten sie den Alltag in einem Krankenhaus kennen lernen in einem breiten Spektrum von Berufen, in denen überwiegend Frauen anzutreffen sind. Das wird möglicherweise auch so bleiben. Es waren in der weitaus überwiegenden Zahl Mädchen in den Gruppen, die sich für die Heil- und Pflegeberufe interessierten.
Sie folgten einem festgelegten Programm, das im wesentlichen von den Schülerinnen und Schülern der Krankenpflegeschule gestaltet wurde. Ansprechpartnerin war Semsi Tüzün, stellvertretende Pflegedirektorin in Großburgwedel und Beauftragte für das Qualitätsmanagement. Auf dem Plan standen die Bereiche: Gipsen und Verbände, Notfallsituationen, Wissenswertes über die Anatomie und der Krankenhausalltag. Als echte Stationen wurden angelaufen: eine Normal- und die Intensivstation, die Notfallaufnahme, die Röntgenabteilung und die Neugeborenenstation,
Um den jungen Besuchern einerseits möglichst viel zu vermitteln, sie anderseits aber nicht durch die Realität zu überfordern, haben sich die Pflegeschüler auf Rollenspiele verlegt, beispielsweise „auf Station“, wo eine frischoperierte Patientin, die sich den Arm gebrochen hat, auf die Schwester und den Arzt wartet, weil sie Schmerzen hat. Das Auftreten der „Schwester“ ist resolut bis barsch, vom „Arzt“ sind – während er den Gips aufschneidet - Töne zu hören wie: „nun stellen Sie sich mal nicht so an“. Die – ausnahmslos – Schülerinnen der Gruppe wundern sich und werden gefragt, was sie meinen. Sie äußern sich zurückhaltend zu einer Situation, in der die Patientin offensichtlich als Last angesehen wird. Von Schwesternschülerin Jana Olesen kommt dann die Erklärung: „Ihr habt jetzt gesehen, wie es nicht laufen soll“. Sie schließt Erläuterungen an, wie es zugeht, wenn die Patientin ernst genommen wird, wie Arzt und Pflegepersonal zusammenarbeiten, damit sich auf die Patientin eine Atmosphäre von gutem Miteinander und Vertrauen überträgt.
Vier Stunden sind die Schülerinnen und Schüler insgesamt im Krankenhaus unterwegs. Damit sie die Zeit durchhalten ist auch an Pausen mit Getränken und kleinen Snacks gedacht. Dann geht es weiter. Pflegeschülerin Sonja Szigal konfrontiert die jungen Leute mit Notfallsituationen. „Jemand ist bewusstlos, zu Hause oder irgendwo, auf der Straße oder im Geschäft. Was macht Ihr als erstes?“ Ansprechen, anfassen, wenn nötig und möglich den Notarzt anrufen wäre richtig. Man kann vieles gleichzeitig tun, notfalls auch einen Notverband anlegen oder einen Knochenbruch abpolstern, wenn nach einem Unfall eine Wunde stark blutet, ergänzt Sonja Szigal. Sie führt den Umgang mit einem Defibrilator vor.
Semai Tüzün freut sich über ihre hochmotivierten Krankenpflegeschülerinnen und –schüler. Und am Ende, bevor es zum Mittagessen geht, werden die jungen Gäste ihre Eindrücke schildern, was sie mitnehmen und wie sie es erlebt haben.