Sozialministerin besuchte das Seniorenheim Lindenriek

Auf dem Weg ins Seniorenheim Lindenriek begrüßte Ministerin Aygül Özkan die Seniorin Waltraut Horeis herzlich. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Land Niedersachsen will Pflege zukunftssicher machen

KLEINBURGWEDEL (hhs). Hoher Besuch hatte sich am Donnerstagvormittag beim Seniorenheim Lindenriek angesagt: Im Rahmen einer so genannten Pressefahrt besuchte die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration Aygül Özkan die Einrichtung in Kleinburgwedel. Im Tross hatte sie einen Reisebus voller Pressevertreter aller Medien. Fotos wollten gemacht werden, ebenso Beiträge für die Nachrichtensendungen der wichtigsten Fernsehsender, O-Töne fürs Radio wurden „eingefangen“. Man kam zwar mit einiger Verspätung zum Lindenriek, aber dann ging alles sehr schnell. Die Ministerin sprang dynamisch aus dem Bus, der Tross folgte auf den Platz vorm Lindenriek, wo Familie Wöhler, die Inhaber des Seniorenheims, alle herzlich begrüßten, und dann ging es hinein.
Auf dem Weg nutzte Frau Özkan die erste Gelegenheit, gleich ein paar Worte mit einer Seniorin zu plaudern. Waltraut Horeis stand dort, ertrug das Blitzlichtgewitter mit Fassung, es gehe ihr gut und sie fühle sich hier sehr wohl und gut versorgt, der Rest ging im Trubel unter. Es folgte eine Besichtigung im Sauseschritt: Die Ministerin wurde von der Gruppe, die gerade Gedächtnistraining absolvierte, mit einem Lied begrüßt. Weiter ging es zum Saal, wo die Pressekonferenz stattfand, mit einem Imbiss. Aygül Özkan zeigte sich beeindruckt von dem Gesehenen. Sie halte es für besonders wichtig, dass sich Menschen um Menschen kümmern, die Pflegenote des Lindenrieks von 1,6 sei ein Spitzenwert. Das Land Niedersachsen stelle bei seinen Bemühungen gute Pflege in den Vordergrund, sie sei hierher gekommen um sich Beispiele dafür anzuschauen. Die Landesregierung wolle die Pflege zukunftssicher machen und fördere deswegen die Ausbildung des pflegerischen Nachwuchses. Das zeige sich schon am Anstieg der Zahlen der Pflegeschüler. Ein weiterer Aspekt sei die Förderung von Umschulungsmaßnahmen im Pflegebereich. Hier gab Beate Wöhler zu bedenken, dass die Überprüfung der Eignung des Umschülers für dieses Berufsfeld vor der Umschulung stattfinden solle. „Es gehört eine Menge sozialer Kompetenz dazu“, warf sie ein.
Volker Wöhler gab einen kurzen Einblick in die Problemlage des Seniorenheims: Das Heim habe derzeit 122 Senioren zu versorgen. „Die Menschen bleiben im Durchschnitt zwei Jahre bei uns“, sagte er. Ursache sei nach seiner Einschätzung der verstärkte Einsatz von ambulanten Pflegediensten. Die Pflegesätze, die die Heime von den Kassen erhalten, seien zu niedrig. Lohnerhöhungen in diesem Berufsfeld könnten die Heime kaum zahlen. Auf der anderen Seite sei Pflege aber ein personalintensives Betätigungsfeld. Das Lindenriek bilde seinen Nachwuchs selbst aus. Gegenwärtig werden sieben Auszubildende beschäftigt.
Ministerin Özkan sagte abschließend, sie werde sich dafür einsetzen, Gründe zu schaffen, dass Pflegeberufe wieder attraktiver werden. Dann war noch etwas Zeit für die Journalisten zu Interviews, ehe die Reise weiter ging zur Lebenshilfe nach Diepholz und zum Kinderhospiz Löwenherz Hoya.