Sorgen um die Zukunft

„Autohandel benötige dringend Liquidität“

Großburgwedel (r/bs). Mit einem starken Zuwachs im Dezember hat der Neuwagenmarkt in Niedersachsen ein schweres Autojahr abgeschlossen.
Eine überdurchschnittliche Steigerung um 25,5 Prozent auf 35.754 (Vorjahr: 28.499) Erstzulassungen sei auf eine starke private Nachfrage und Sondereffekte des Herstellers zurückzuführen. Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sagte, dies sei ein versöhnlicher Jahresabschluss in einem Autojahr, das Corona bedingt einen großen Rückgang um 19,6 Prozent bilanzieren musste.
Um über 1.000 Prozent habe das Segment der elektrifizierten Pkw (BEV und PHEV) im Dezember auf 12.463 (Vorjahr: 1.118) Neuzulassungen, davon 8.031 (Vorjahr: 741) Batteriebetriebene Neuwagen (BEV) zugelegt. Starke Einbußen hätten neue Pkw mit Verbrennungsmotor im Dezember hinnehmen müssen. 12.662 (Vorjahr: 16.418) Benziner und 7.156 (Vorjahr: 9.729) Diesel stünden in der KBA-Monatsbilanz. Erstmals seien mehr reine E-Mobile als Diesel zugelassen worden.
Die Jahresbilanz mit 300.162 (Vorjahr: 373.211) Neuzulassungen spiegele die beiden mehrwöchigen Lockdown-Phasen des vergangenen Jahres wider. Dies seien Verluste von rund 73.000 Verkäufen. Verlierer seien die Verbrenner mit hohen zweistelligen Minuszahlen, auf der Gewinner-Straße sei auch dank der hohen Kaufhilfen von bis zu 9.000 Euro die Elektromobilität unterwegs.
Stromer stehen den Angaben Bleys zufolge mit 27.027 (Vorjahr: 6.347) Zulassungen in der Jahres-Statistik. Benziner hätten 34,2 Prozent, Diesel 35,9 Prozent eingebüßt. Dies entspreche 140.161 (Vorjahr: 212.903) Benziner und 87.968 (Vorjahr: 137.334) Diesel.
Mit Blick auf das umsatzstarke Frühjahrsgeschäft und die verlängerten Corona-Einschränkungen betonte Bley: „Wir brauchen eine Öffnungsperspektive." Ansonsten würden die Sorgen im Kfz-Gewerbe immer größer. Der Autohandel benötige dringend Liquidität. „Hilfe zur Selbsthilfe durch eine zügige Öffnung unter Auflagen ist da der beste Weg“, sagte Bley abschließend.