Sommer ohne weite Sprünge

Schon im Sommer 2018 durften die Sprungtürme wegen der Sicherheitsmängel nicht genutzt werden. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Axel Düker: „Die Sicherheit der Badegäste geht vor“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Wegen gravierender Sicherheitsmängel bleibt die Sprunganlage im Freibad Großburgwedel auch in diesem Sommer die ganze Saison über gesperrt. Dies teilte die Stadtverwaltung am Dienstagabend im Sport- und Freizeitausschuss mit, da eine weitere Nutzung der Sprungtürme ohne bauliche Maßnahmen nicht möglich ist.
Bereits im Sommer 2017 ergab eine Überprüfung der Sprungtürme, dass diese nicht mehr der gültigen Deutschen Industrie Norm (DIN) entsprechen. Als im Frühjahr 2018 das Wasser abgelassen und das Becken unter dem Sprungbereich vermessen wurde, stellten die Fachleute außerdem fest, dass der Winkel im Übergangsbereich vom tiefen Sprungbecken in den flacheren Schwimmerbereich zu steil ist. Dieser beträgt 46 Grad, darf jedoch nur 30 Grad Neigung haben.
 Zur Lösung der Probleme wurde ein Arbeitskreis gegründet und eine Bestandsaufnahme des gesamten Freibades auch im Hinblick auf weiteren Sanierungsbedarf gemacht. Wichtigster Aspekt sei jedoch zunächst, die Sprungtürme normgerecht zu bauen, so die Verwaltung.
Bis zum Herbst 2018 wäre das nur mit sehr viel Aufwand und hohen Kosten umzusetzen gewesen. Ein separat gebautes Sprungbecken hätte Bodenuntersuchungen erfordert, aufwändige Erd- und Bauarbeiten sowie neue technische Einrichtungen.
Eine Normänderung im November 2018 brachte Licht in die düstere Kostenprognose. So kann das Becken nun in seiner ursprünglichen Form bleiben, lediglich der Boden müsste etwas angehoben werden, um den Winkel und somit die Kante im Übergangsbereich abzuflachen. Günstig wirkt sich auch die vorhandene Wassertiefe von knapp 3,80 Meter aus, da die vorgeschriebene Mindesttiefe von 3,50 Meter locker eingehalten werden kann. „So kann niemand nach dem Sprung an die Kante unter Wasser stoßen“, erklärte Hauptamtsleiter Götz-Gero Moeller. Die bestehenden Sprungtürme können jedoch trotz Normänderung nicht bleiben. Sie müssen abgerissen und neu errichtet werden.
Die Politik hat bereits zugestimmt, ein Unternehmen mit der Fachplanung der Sprunganlage zu beauftragen.  Bei der Terminplanung ist die städtische Architektin Claudia Kröger noch nicht sicher, ob der Bau im Frühjahr 2020 beginnen kann. Wenn jedoch alles glatt liefe, könne die neue Sprunganlage ab Saisonstart 2020 genutzt werden. Für die Baumaßnahmen seien 120.000 Euro von der Stadt veranschlagt worden, erklärte der Hauptamtsleiter.
Der Bürgermeister sagte, er sei zwar „nicht glücklich“ darüber, dass die Gäste vorläufig noch auf die Sprungtürme verzichten müssten, aber Ausnahmen seien leider nicht möglich. „Die Sicherheit der Badegäste geht vor“, betonte Düker und führte haftungsrechtliche Gründe gegen eine Öffnung der Sprungtürme an.
Sein Sohn habe im vergangenen Sommer das silberne Schwimmabzeichen im Freibad Großburgwedel abgelegt, den dafür nötigen Sprung vom Dreimeter-Turm habe er allerdings im Burgdorfer Freibad machen müssen. Dort sei der Sprung dann schriftlich bestätigt worden. Diese Möglichkeit hätten auch viele andere Eltern für die Schwimmabzeichen ihrer Sprösslinge genutzt.
Ein Kompromiss sei jedoch für die Kinder in Sicht, die im Sommer das Bronze-Abzeichen machen möchten. Sie könnten in Burgwedel ihren Sprung vom Startblock statt vom Einmeter-Brett machen und das würde auch anerkannt werden. Trotz der Einschränkungen werde es eine Konstante im Terminkalender der Freibadbesucher geben: „Saisonstart ist am 1. Mai 2019“, betonte Düker.