„Solche Bürgermeister braucht das Land“

Prächtige Stimmung bei der CDU (v.l.): Heiner Neddermeyer, Ursula von der Leyen und Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt. (Foto: Renate Tiffe)

Ursula von der Leyen kam, sah und begeisterte die Christdemokraten

GROSSBURGWEDEL (ti). Wenn es noch einer Aufmunterung bedurft hätte, Ursula von der Leyen hätte sie spielend gebracht. So aber war die Stimmung bei der zentralen Wahlkampfveranstaltung – nach dem sommerlichen Beisammensein vorab – bereits aufgeräumt bis gelöst. Die Bundesarbeitsministerin brauchte nur noch eins draufzusetzen und die Burgwedeler Christdemokraten zeigten sich begeistert.
Nicht unwesentlich dazu beigetragen hatte der Freudsche Versprecher von Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt bei der Begrüßung: „herzlich willkommen in Berlin“, den die prominente Rednerin kurz darauf – wie anzunehmen ist ebenso unbewusst - parierte: „vielen Dank Dr. Karsten Hoppenstedt“. Beiderseits gab es wortreiche Erläuterungen.
Die gemeinsame Linie war schnell gefunden. Hoppenstedt sprach von der mustergültigen Infrastruktur, von der Spitzenstellung, die Burgwedel im Bereich der Kinderbetreuung mit Kitaplätzen, mit Krippen- und Hortangeboten einnimmt, auch davon, dass die neuerdings als Konsenzpolitik verunglimpfte Sachpolitik unter den Parteien zu den guten Ergebnissen für die Kommune geführt habe. Obendrein ist Burgwedel schuldenfrei geblieben.
Frau von der Leyen wusste alles dies zu würdigen, besonders, dass in der Stadt nicht mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde: „solche Bürgermeister braucht das Land“.
Geschickt verstand es die Ministerin, die Anliegen ihrer Politik darzustellen und dabei den Bezug zu Burgwedel nicht außer acht zu lassen. Für den sich abzeichnenden Fachkräftemangel bietet die Stadt beste Voraussetzungen für junge Familien. Um das noch vorhandene Reservoir an gut ausgebildeten Frauen zu nutzen, wird viel für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf getan. Für unabdingbar hält die Ministerin, dass Männer wie Frauen länger im Beruf bleiben. Was die Kinder betrifft, verteidigte sie das von ihr kreierte Bildungspaket, das Beiträge zu Sportvereinen und Musikschulen ebenso einschließt wie das warme Mittagessen. Nichts sei wichtiger, als dass Leistungen zum Kind kommen, auch wenn die Umsetzung vorerst mühselig erscheint. Gewinner seien die Kommunen, die zudem noch dauerentlastet werden bei der Grundsicherung.
Die ganz großen Visionen für Europa („Vereinigte Staaten von Europa“) ließ die Ministerin, der zur Zeit heftig höhere Ambitionen in der Politik nachgesagt werden, aus. Stattdessen monierte sie den Wortbruch nach dem Stabilitätsabkommen für den Euro und wollte zur Festigung der gemeinsamen Währung das bereits erwähnte Prinzip für Schuldenfreiheit angewandt haben. „Kinder können nicht auf Schuldenbergen spielen“ rief sie am Ende aus und erntete einen langanhaltenden Beifall.
Bei aller Begeisterung richtete der Bürgermeister auch mahnende Worte an die Parteifreunde, dem Wahltermin am 11. September nicht allzu entspannt entgegen zu sehen. Es sei ein Trugschluss, dass eine erfolgreiche Politik automatisch auch zum Wahlerfolg führe. Vor allem komme es darauf an, möglichst viele Wähler zu mobilisieren.