„Singen verbindet Jung und Alt“: Hanne Zühlke wurde für ihr Lebenswerk geehrt

Hermann Wöhler ehrte das musikalische Lebenswerk von Hanne und Klaus Zühlke, die „jede Woche 90 Fuhrberger zum Singen bringen“. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Hanne und Klaus Zühlke bringen jede Woche 90 Menschen zum Singen

FUHRBERG: „Warum macht man Musik? Warum singt man eigentlich? Warum Singen?“, fragte der Vorsitzende der CDU Fuhrberg in die Runde der Gäste bei ihrem Neujahrsempfang. Er hatte eine Menge Antworten zu bieten: „Singen kennt keine Grenzen, verbindet Jung und Alt. Beim Singen kann man Emotionen gut ausleben. Man ehrt Gott damit. Singen fördert Freundschaften und stiftet Gemeinschaft. Singen fördert Frieden. Singen schafft Glück und Zufriedenheit. Singen fördert die Gesundheit. Singen macht einfach Freude“, lauteten die Antworten. Traditionell ehrt der Ortsverband anlässlich seines Neujahrsempfangs Bürgerinnen und Bürger für ihr großes ehrenamtliches Engagement. In diesem Jahr war die Wahl auf Hanne Zühlke gefallen, bei der „Singen“ und Musik gewissermaßen die durchgehende Lebensaufgabe war.
Hermann Wöhler gab zunächst einen kurzen Lebenslauf der Geehrten: 1937 in Marburg geboren, dort fand die Ausbildung statt, Studium der Germanistik und Theologie. Nach der Konfirmation arbeitete sie als Helferin im Gottesdienst mit und lernte in dieser Phase ihren späteren Mann Klaus kennen, beide sangen im Jugendchor. Dann eine Katastrophe: Ein Motorrad fuhr ihr von hinten in den Rücken, die Ursache ihrer späteren schweren Behinderung. Die Lähmung eines Beines wurde später mit einer Operation behoben. 1959 heiratete sie ihren Klaus, im Jahr darauf wurde Sohn Christian geboren, 1962 die Tochter Adelheid.
Nach dem Staatsexamen ihres Mannes 1964 Umzug nach Wiesbaden, dort arbeitete Hanne Zühlke stundenweise als Religionslehrerin bei Behinderten und in der Grundschule. Nebenbei Engagement in der Gemeinde als Helferin in verschiedenen Jugendgruppen. Klaus Zühlke wechselte nach Hannover als Versicherungsmathematiker. Der Umzug nach Isernhagen folgte. Hanne Zühlke erhielt eine ganze Stelle am Gymnasium Großburgwedel mit den Fächern Deutsch und Religion. Ehrenamtlich arbeitete sie als Jugendleiterin im „Ersten Hannoverschen Pony Reit- und Fahrverein“. „In dieser Funktion lernte ich das idyllische Fuhrberg kennen“, sagte sie, „von der Pferdekutsche aus mit 26 Jugendlichen“.
1982 erfolgte der Umzug nach Großburgwedel, 1986 zweite Wirbelsäulenoperation. 1992 ist sie wegen ihrer Behinderung aus dem Schuldienst ausgeschieden. Und dann begann sie mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Ortschaft Fuhrberg und pflegte ihre bettlägerige Mutter bis zu deren Tod. 1997 begann sie eine zweijährige Ausbildung bei der Landeskirche als Chorleiterin. Seit der Beendigung einer Lektorenausbildung 2000 dürfen Hanne und Klaus Zühlke selbständig im Kirchenkreis Gottesdienste halten. In Fuhrberg machten sich beide stark für die Musik, vor allem für das Singen in der Gemeinde.
Vor 15 Jahren wurde der Kinderchor gegründet, der seither mit jährlich drei Musicalproduktionen auf sich aufmerksam macht. Vor gut fünf Jahren wurde der Förderverein Cantate gegründet, der den gemischten Chor EnCanto, den Hanne Zühlke etwa zur gleichen Zeit ins Leben gerufen hatte, und seit drei Jahren auch den Jugendchor finanziert. Gewissermaßen „so nebenher“ betreut sie gegenwärtig 24 Flötenschüler, ein Flötenensemble mit sieben bis acht Erwachsenen, dazu noch drei Kinder zur schulischen Begleitung. Sie singt bei EnCanto mit und im Kirchenchor Isernhagen.
„Das alles geht nur, weil mein Mann meinen ehrenamtlichen Einsatz mit Freude und Unterstützung begleitet“, sagte Hanne Zühlke im Anschluss der Ehrung. „Auch Hermann Wöhler sagte Dank an Klaus Zühlke: „Lieber Klaus, Dank an Dich, dass Du unermüdlich organisatorische Schreib- und Kopierarbeiten übernimmst, dass Du Fahrdienst- und Transportarbeiten verrichtest, Stühle und Requisiten aufstellst und wieder abräumst....“ Am Ende überreichte Wöhler einen Blumenstrauß an Hanne Zühlke und einen Restaurantgutschein für beide im Maritim Airport Hotel in Langenhagen.