Singen für Frieden und Freiheit

Über 100 Gäste kamen in Fuhrberg zum gemeinschaftlichen Singen am Tag der Deutschen Einheit. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Tag der Deutschen Einheit wurde in Fuhrberg mit Chorprojekt feierlich begangen

FUHRBERG (bgp). Die 30 Jahre zurückliegende Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland war Grund genug, trotz Corona-Bedingungen den Tag der Deutschen Einheit besonders feierlich zu begehen.
Im gesamten Bundesgebiet hatte ein Netzwerk aus Politikern und Theologen zu „Deutschland singt“ aufgerufen. Erst kurz vor dem Termin hatte die Kirchengemeinde in Fuhrberg von dem Chorprojekt erfahren und sich kurzfristig zur Teilnahme entschlossen. Innerhalb von knapp drei Wochen gelang es dem Organisationsteam, die Aktion unter Einhaltung der Hygieneregeln auch in Fuhrberg sprichwörtlich auf die Stuhlbeine zu stellen.
Trotz Nieselregens füllten sich die Stuhlreihen auf dem abgesperrten Außengelände zwischen Gemeindehaus und Ludwig-Harms-Kirche zügig. Stehplätze waren nicht gestattet, dennoch fanden sich außerhalb der Abtrennung einige Zaungäste, die kräftig und mit gebührendem Abstand ebenfalls sangen.
Pünktlich um 19.00 Uhr griff Pastor Rainer Henne zur Gitarre und stimmte gemeinsam mit allen das Lied „Die Gedanken sind frei“ zur Eröffnung der Feierstunde an. „Diese Aktion gibt es schon länger, aber gerade dieses Jahr möchte man zum einen wegen des Jubiläums der Einheit und zum anderen als ‚Gegenpol‘ zu den vielen öffentlichen Hasstiraden und der Schimpfkultur eine ‚Danke-Demo‘ daraus machen“, schilderte Henne die Beweggründe der Aktion, die in Fuhrberg gemeinsam von Kirchenvorstand und Ortsrat getragen wurde.
Der damalige Reformprozess in Ostdeutschland wurde maßgeblich von Initiativen aus demokratisch geprägten und kirchlich gebundenen Menschen vorangebracht. Vor diesem Hintergrund stand auch eine Mischung aus zwölf christlichen und weltlichen Stücken auf dem bundesweit einheitlichen Liederzettel der Aktion, die sich an Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft richtete.
Mit von der Partie war auch der Fuhrberger Feuerwehrmusikzug als Begleitung des stimmungsvollen Chorprojektes, das mit der laut geschmetterten Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ ihren Abschluss fand.