Sigmar Tacke kein Kandidat für den Stadtrat

Sigmar Tacke (links) wird nicht auf der Liste der SPD für den Stadtrat vertreten sein. Bei der Nachwahl fiel das Votum der Sozialdemokraten eindeutig aus. (Foto: Renate Tiffe)

Bei der Nachwahl fiel das Votum der SPD eindeutig aus

GROSSBURGWEDEL (ti). Der Fuhrberger Sigmar Tacke ist als Nachrücker Mitglied im derzeit noch amtierenden Burgwedeler Stadtrat und er ist als SPD-Kandidat für den Fuhrberger Ortsrat aufgestellt. Auf der Liste für den Stadtrat wird er nicht vertreten sein. Bei der Nachwahl am 5. Juli fiel das Votum der Sozialdemokraten eindeutig aus. Mehr als Hälfte der Mitglieder stimmten gegen Tacke.
Die Nachwahl war notwendig geworden, weil bei der Wahl zur Aufstellung der Kandidatenliste für den Wahlbereich II (Umland) nicht nur ein Fehler bei der Stimmauszählung für Tacke passierte. Es wurde auch kein zweiter Wahlgang in Betracht gezogen, bei dem eine einfache Stimmenmehrheit gereicht hätte. In der aufgeheizten Atmosphäre der Mitgliederversammlung war von Manipulation die Rede. Die Fuhrberger SPD bewirkte daraufhin beim Unterbezirk der Partei, dass eine zweite Wahlbereichsversammlung durchgeführt wurde. Die Wahl wurde vom stellvertretenden Unterbezirksvorsitzenden Walter Meinhold geleitet. 49 Mitglieder waren anwesend.
Die Vorsitzende Karin Beckmann sprach einführend von der enormen Spannung in der sich die Partei nach den jahrelangen Äußerungen von Tacke im Internet befinde. Sie zählte Beispiele auf, die auf Islamfeindlichkeit deuten, auf Relativierung des Rechtsradikalismus und auf „Ökospinnerei“. Die Internetseite eines Ratsherrn sei keine Privatangelegenheit, betonte sie. Wie eine später verteilte Zusammenstellung zeigte, datiert der letzte Eintrag mit 2. Juli 2011.

Mit der Souveränität des erfahrenen Parteimannes gewährte Meinhold den Mitgliedern ausreichend Gelegenheit, ihre Argumente gegen Tacke vorzubringen. Worte wie „schockierend“, „skandalös“, „menschenverachtend“ wurden gebraucht. Wer so zynisch über Grundpositionen der SPD hinweggehe, könne die Partei nicht als Wahlplattform benutzen, meinte Manfred Kraak und vergaß auch nicht, den Parteiausschluss zu erwähnen. Angesichts der massiven Vorwürfe wirkten Tackes Erwiderungen fast hilflos, verständlich machen konnte er sich nicht. Nicht einmal die Mitteilung, dass die Seiten inzwischen „inaktiviert“ seien, wurde ihm abgenommen.
Als sich die Stimmen mehrten, die besagten, dass von Burgwedel aus nicht die Probleme dieser Welt zu lösen seien und man Grund genug habe, sich hiesigen Gegebenheiten zuzuwenden, meldete sich Gisela Giesche-Lazar zu Wort. „Wir Fuhrberger messen einen Kandidaten an der Arbeit, die er im Ort leistet“, sagte sie. Es sei immer gute Tradition gewesen, auf die Ansichten der Ortschaften zu vertrauen. Die Internetauszüge seien eine gezielte Hetzkampagne gegen den Kandidaten. Gegen die Vorsitzende gerichtet wiederholte sie den Vorwurf vom „totalitären Führungsstil“. Sie trenne sich von Leuten, die ihr nicht passten.
Bei der Wahl stimmten 29 Mitglieder gegen Tacke, 17 dafür und 3 enthielten sich. Auf der Umland-Wahlliste gelangte Joachim Lücke auf Platz 3, der für Tacke vorgesehen war. Die übrigen Kandidaten rückten nach.
Abschließend betonte Karin Beckmann zum wiederholten Mal, dass die Wahl nicht gegen Fuhrberg gerichtet gewesen sei. Dass sie keine Einwände gegen die Aufstellung von Tacke für den Fuhrberger Ortsrat erhoben habe, begründete sie so, dass sie die Unruhe in der Partei nicht noch steigern wollte. - Zum anderen von der Kandidatenliste I ausgeschlossenen Mitglied, sagte sie, dass es nicht um die Nazi-Diskussion gegangen sei, sondern um die mangelnde Teamfähigkeit von Rudolf Gutte.