„Sie sind unsere Fachleute vor Ort“

DSK-Stadtplanerin Catharina Hagemann (l.) und Heike Wohltmann von plan-werkstadt standen Rede und Antwort zum Förderantrag der Stadt Burgwedel.

Förderprogramm zur Sanierung der Innenstadt soll das Zentrum „stärken und beleben“ – Planungsteam stellte städtebauliche Kritikpunkte vor

GROSSBURGWEDEL (bgp). Die Stadt Burgwedel hat kürzlich einen Antrag auf Stadtumbau beim Land Niedersachsen eingereicht. Ziel ist die finanzielle Förderung einer Sanierung des Großburgwedeler Innenstadtbereichs, der damit attraktiver und übersichtlicher gestaltet werden soll.
Vor der Antragstellung präsentierte das Planungsteam in einer Bürgersammlung das Ergebnis einer ersten vorbereitenden Untersuchung, die besondere Problemzonen in der Innenstadt ausgemacht hatte. Dabei ging es um Bereiche, die städtebaulich auf objektive Faktoren wie Erreichbarkeit, Barrierefreiheit und Beschilderung untersucht wurden, ebenso Eindrücke zur Aufenthaltsqualität. Anregungen und Kritik aus der damaligen Veranstaltung wurden bei dem Antrag ebenfalls mit berücksichtigt.

Am Dienstag wurde die städtebauliche Mängelliste den Bürgerinnen und Bürgern im Amtshof öffentlich vorgestellt. „Sie sind unsere Fachleute vor Ort“, betonte Stadtplanerin Catharina Hagemann mit Blick auf die Bürgerbeteiligung. Sie gehört zum Planungsteam der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) und kümmert sich gemeinsam mit Heike Wohltmann vom Büro plan-werkstadt um das Förderprojekt. Die beiden informierten bereits in der vergangenen Ratssitzung über wesentliche Inhalte des eingereichten Förderantrags (BUNA berichtete).

Die Kritikpunkte wurden kontrovers diskutiert: Vor allem jüngere Leute mit kleinen Kindern wünschen sich mehr Aufenthaltsqualität in der Von-Alten-Straße, in der sie gerne zentrale Anlaufstellen wie ein Bürgerbüro oder eine Dependance der Musikschule verortet sehen möchten. Damit verbunden wurde der Wunsch nach einem Café und mehr Gastronomie mit Sitzgelegenheiten im Außenbereich sowie weiteren Geschäften. „Dann könnte man seine Erledigungen machen und auch mal einen Kaffee trinken oder in den Geschäften stöbern“, stimmte ein junger Vater der Argumentation einer dreifachen Mutter zu. Dem mochte eine ältere Teilnehmerin nicht folgen. Sie sah diese Anliegen als weniger dringend an und schnaubte verächtlich: „Die armen jungen Mütter.“

Fragen nach der Finanzierung und Verkehrsführung wurden aus dem Publikum ebenso laut wie „ist das überhaupt nötig?“. Einige sahen nur wenig Verbesserungsbedarf und kritisierten die für sie zu negativ dargestellte Situation, vor allem auf die Parkflächen rund um den Amtshof bezogen oder auf die sanierungsbedürftige Seniorenbegegnungsstätte. Catharina Hagemann und Heike Wohltmann räumten ein, dass die übliche „Fördersprache“ im Antrag auf Missstände fokussiert sei. Positive Darstellungen bewirkten keine Bewilligung von Fördergeldern. Bauamtsleiter Oliver Götze und Bürgermeister Axel Düker nahmen die Bedenken durchaus ernst, machten aber auch deutlich, dass die Aufnahme in das Förderprogramm eine „große Chance“ sei. „Wenn wir aufgenommen werden, können wir vieles bewegen, das ist eine Weichenstellung für die nächste Generation!“, so Axel Düker.